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Zusammenfassung und Ausblick

  • Martin Heidenreich
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 152)

Zusammenfassung

In dieser Studie werden Informations- und Kommunikationssysteme als besondere Medien zur Institutionalisierung betrieblicher Wahmehmungs- und Verhaltensmuster begriffen. Damit stellen sich die Fragen nach den Besonderheiten dieses Mediums und nach dem Zusammenwirken informatisierter und nichtinformatisierter Medien. Herausgearbeitet wurde, daß die Informatisierung betrieblicher Selbst- und Umweltbeschreibungen eine erheblich systematischere, umfassendere und zeitgenauere Beobachtung von Kommunikations-, Material- und Auftragsbearbeitungsprozessen ermöglicht. Diese höhere Transparenz ist eine zentrale Voraussetzung für eine höhere Prozeßbeherrschung; sie ermöglicht flexiblere, diversifiziertere Fertigungsprozesse, häufigere Produkt- und Prozeßinnovationen und systematischere Qualitätssicherungsverfahren. Gleichzeitig ist ein informatisiertes Modell betrieblicher Abläufe ebenso wie informationstechnologisch fixierte Entscheidungsprämissen in erheblichem Maße auf das »Hintergrundwissen«, die Organisations- und Interpretationsfähigkeiten und das Engagement der Systemnutzer angewiesen. Eine »intelligente« Nutzung und Umsetzung verfügbarer Informationen kann immer weniger »von oben« vorgegeben werden, da die höhere Komplexität nur in begrenztem Maße in hierarchischen, d.h. hochselektiven Kommunikationspfaden oder in hochgradig routinisierten Arbeitsstrukturen abgearbeitet werden kann.

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Literatur

  1. 102.
    Anders als von Voß ( 1994: 276) unterstellt, bedeutet der neue betriebliche Zugriff auf das Leistungsvermögen der Beschäftigten durchaus nicht, daß »das gesamte Leben der Arbeitenden... zum expliziten Objekt betrieblicher Strategien« wird. Eine solche Aussage geht immer noch von der Existenz strukturell verankerter Herrschafts- und Kapitalverwertungsimperative aus, die sich »trotz allem“ zur Geltung bringen. Nicht bestritten werden kann allerdings, daß die Zunahme von Entscheidungs- und Gestaltungsspielräumenmit neuen Belastungen, Risiken, Ausschließungsund Ausgrenzungsprozessen einhergeht.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Martin Heidenreich

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