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Die Entwicklung und Einführung von Steuerungssystemen

  • Martin Heidenreich
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 152)

Zusammenfassung

Nachdem soeben die betriebliche Nutzung von Informationssystemen untersucht wurde, soll nun auf die Entwicklung und Einführung von Steuerungstechnologien eingegangen werden. Steuerungs- bzw. Nutzungskonzepte einerseits und Entwicklungskonzepte andererseits müssen klar unterschieden werden, da diese beiden Konzepte auf unterschiedliche Probleme und Handlungskonstellationen verweisen. Während das zentrale Bezugsproblem von Nutzungskonzepten die Differenz von informatisiertem und nichtinformatisiertem Steuerungshandeln ist (»wie werden die tagtäglichen Varianzen und Unwahrscheinlichkeiten des Fertigungsprozesses mit Hilfe oder unter Umgehung EDV-technisch fixierter Abläufe berücksichtigt?«), geht es bei der Systementwicklung vorrangig um die technisier- und informatisierbaren Aspekte des Steuerungshandelns: Wie können die bisherigen Steuerungspraktiken von EDV- und Organisationsexperten und Steuerungsmitarbeitern beschrieben, systematisiert und in Algorithmen und Datenstrukturen abgebildet werden? Die »blinden Flecken« der Informationssysteme (die nur ad hoc berücksichtigbaren Steuerungsanforderungen in der Fertigung) werden bei der Systementwicklung noch ausgeblendet. Die Grenzen des zu entwickelnden Systems werden in der Regel noch nicht mitgedacht (etwa durch die Definition von »Schnittstellen« zu nichtinformatisierten Steuerungsmethoden), da weder Disponenten noch Systemanalytiker sehen, was die von ihnen zu entwickelnden Systeme nicht »sehen« können. Während in der Entwicklungs- und Einführungsphase die Binnenstruktur der Informationssysteme im Vordergrund steht, stellt sich normalerweise die Frage nach der Einpassung von Informationssystemen in betriebliche Abläufe erst in der Nutzungsphase. Zunächst stehen die interne Konsistenz und die Leistungsfähigkeit der entwickelten Algorithmen und Datenstrukturen, der abgedeckte Aufgabenumfang (gemessen an den im Pflichtenheft erfaßten Aufgaben), die Angemessenheit der Hardware etc. im Vordergrund. In der Regel stellt sich erst in der Einführungsphase die Frage, ob das System im Kontext des Unternehmens die Aufgaben erfüllt und erfüllen kann, für die es entwickelt wurde. In der anfangs entwickelten Terminologie: Im ersten Fall geht es um die Schaffung einer »systematisierten Domäne« (vgl. Maturana/Varela 1987) und um den Übergang von sozialen und psychischen zu dinglichen Technisierungsmedien, im zweiten Fall geht es um die »Einbettung« von Informationssystemen in das betriebliche Steuerungsgeschehen.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Martin Heidenreich

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