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Einleitung

  • Martin Heidenreich
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 152)

Zusammenfassung

Die Erfolge schlanker Produktionskonzepte bedeuten für Westeuropa das Ende des »kurzen Traums immerwährender Prosperität« (Lutz 1984). Ebenso wie amerikanische Unternehmen müssen sich auch westeuropäische Unternehmen nach dem Ende der klassischen Massenproduktion (Piore/Sabel 1985) auf weltweit veränderte Wettbewerbsbedingungen einstellen. Dies gilt für deutsche Unternehmen, auch wenn sich diese niemals ebenso eindeutig wie ihre amerikanischen Konkurrenten auf die Fertigung homogener Massengüter spezialisiert haben. Die deutschen Erfolge der Nachkriegszeit beruhten weniger auf der Imitation tayloristischer Massenproduktionskonzepte als auf einer flexiblen Fertigung qualitativ hochwertiger Industrieprodukte (vgl. Piore/Sabel 1985 und Sorge/Streeck 1988). Dies gilt auch für einen erheblichen Teil der italienischen und französischen Unternehmen — zumindest außerhalb der Automobilindustrie. Mit einer Strategie der flexiblen Spezialisierung gelang es diesen Betrieben, trotz kleinerer nationaler Absatzmärkte und traditionellerer Industriestrukturen ein Absatzmarktsegment zu finden, in dem sie sich erfolgreich behaupten konnten. Durch eine flexible Qualitätsproduktion oder durch innovative Produkte konnten sich die Unternehmen einem Preiswettbewerb entziehen, den sie ohnehin kaum hätten gewinnen können. Die vielen Industriedistrikte in Westeuropa, die auf den Prinzipien diversifizierter Qualitätsproduktion beruhten (Pyke/Sengenberger 1992; Goodman/Bamford 1989; Benko/ Lipietz 1992), konnten so ihre arbeitskulturellen Besonderheiten als Wettbewerbsvorteile geltend machen. Traditionell begründete und institutionell verankerte hohe Vertrauensbeziehungen konnten im Rahmen von Unternehmensstrategien genutzt werden, die auf qualifizierten und motivierten Arbeitskräften und auf kooperativen Arbeitsbeziehungen beruhten.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Martin Heidenreich

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