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Politik, Industrie und Umweltschutz in der Bundesrepublik: Konsens und Konflikt in einem Politikfeld 1960–1986

  • Bernhard Weßels
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Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB)

Zusammenfassung

Das Problem der Umweltverschmutzung hat entgegen der Einschätzung zahlreicher Politiker — der maßgeblichste war vermutlich Helmut Schmidt, der dieses Problem noch Mitte der siebziger Jahre als ein Modethema gelangweilter Mittelständler abtat1 — nichts an Dringlichkeit eingebüßt. Weder bezogen auf die fortschreitende Störung der natürlichen Lebensbedingungen noch im Bewußtsein der Bundesbürger hat dieses Problem an Bedeutung verloren, eher ist von der gegenteiligen Entwicklung auszugehen: Ereignisse mit massiven Auswirkungen auf die Natur und die Gesundheit der Menschen sind wohl kaum seltener geworden, und die Bedeutung von Umweltschutz ist in der Sicht der Bürger 1985 gegenüber 1981 noch gestiegen; einzig die Massenarbeitslosigkeit wird als das noch wichtigere gesellschaftspolitische Thema angesehen2. Im Gegensatz zu anderen politischen Problemen handelt es sich beim Umweltschutz um ein Issue, so Max Kaase, das nach spektakulärer Karriere einen Dauerplatz in der politischen Diskussion erobert hat3.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Norbert Plötzl, Riesenhaft dimensioniertes Stückwerk — Die Umweltpolitik der sozialliberalen Koalition, in: Wolfram Bickerich (Hrsg.), Die 13 Jahre, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt/Spiegel 1982, S. 103–124, hier S. 108Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Max Kaase, Die Entwicklung des Umweltbewußtseins in der Bundesrepublik Deutschland, in: Rudolf Wildenmann (Hrsg.), Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft — Wege zu einem neuen Selbstverständnis, im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg 1985, S. 289–316, hier S. 303f.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. ebd., S. 293.Google Scholar
  4. 4.
    Nach Schätzungen von Lutz Wicke werden jährlich Werte in Höhe von etwa 100 Milliarden DM durch Umweltverschmutzung vernichtet. Das sind sechs Prozent des Bruttosozialprodukts oder — anders ausgedrückt — etwa das doppelte des Bonner Verteidigungsetats. Vgl. Lutz Wicke, Die ökologischen Milliarden, München: Kösel-Verlag 1986.Google Scholar
  5. 5.
    Talcott Parsons, Zur Theorie sozialer Systeme, Opladen: Westdeutscher Verlag 1978, S. 136.Google Scholar
  6. 6.
    In der Diskussion über Probleme und Ziele der Technikfolgen-Abschätzung wird die politische Einwirkung auf die Technik-Wahl ebenso — in ökologischer wie in sozialer Perspektive — als Notwendigkeit angesehen. Vgl. Meinolf Dierkes, Technikfolgen-Abschätzung als Interaktion von Sozialwissenschaften und Politik, in: Meinolf Dierkes/Thomas Potermann/Volker von Thienen (Hrsg.), Technik und Parlament, Berlin: edition sigma 1986, S. 115–145, hier S. 143.Google Scholar
  7. 7.
    Schon Pigou, Nationalökonom und Schüler Marshalls, wies Anfang dieses Jahrhunderts am Beispiel der Rauchbelästigung darauf hin, daß die Güterproduktion die Gesellschaft mit Kosten belaste, die nicht von den Verursachern getragen wurden und die nicht in die Preise eingingen. Hierin sah er einen schwerwiegenden Fehler im System des laissez-faire. Er ist der erste gewesen, der explizit auf Unterschiede zwischen privaten und sozialen Kosten hingewiesen hat (Wealth and Welfare, 1912. Vgl. Joan Robinson/John Eatwell, Einführung in die Volkswirtschaftslehre, Frankfurt a.M.: Fischer 1977, S. 430f.).Google Scholar
  8. 7a.
    Inzwischen ist die Literatur beträchtlich. Richtungweisend war der Aufsatz von Robert M. Solow aus dem Jahre 1970: Umweltverschmutzung und Umweltschutz aus der Sicht eines Ökonomen, in: Hans Möller/Rigmar Osterkamp/Wolfgang Schneider (Hrsg.), Umweltökonomik, Königstein/Ts.: Anton Hain 1982, S. 30–42. Einen guten Überlick über die Ansätze der Umweltökonomie gibt Lutz Wicke (unter Mitarbeit von Wilfried Franke), Umweltökonomie, München: Vahlen 1982. Konkrete Vorschläge zu “fungiblen Emissionsrechten” macht u.a.Google Scholar
  9. 7b.
    Holger Bonus, Kommerzialisierung von Umweltqualität?, in: Günter Kunz (Hrsg.), Die ökologische Wende, München: dtv 1983, S. 189–209.Google Scholar
  10. 8.
    Denn nicht von vornherein ist Umweltpolitik eine Politik für die Erhaltung ökologischer Gleichgewichte. Sie kann durchaus andere Kalküle verfolgen.Google Scholar
  11. 9.
    Arnim Bechmann, Leben wollen: Anleitungen für eine neue Umweltpolitik, Köln: Kie-penheuer&Witsch 1984, S. 54.Google Scholar
  12. 10.
    Sachverständigenrat für Umweltfragen, Umweltgutachten 1974, BT-Drucksache 7/2802.Google Scholar
  13. 11.
    Klaus-Georg Wey, Umweltpolitik in Deutschland, Opladen: Westdeutscher Verlag 1982, S. 152–155.CrossRefGoogle Scholar
  14. 12.
    Achim Ulrich Posse, Föderative Politikverflechtung in der Umweltpolitik, München: Minerva 1986, S. 46–50; Bechmann, Leben wollen (Anm. 9), S. 54–77, Zitat S. 77.Google Scholar
  15. 13.
    Bundesverband der Deutschen Industrie, BDI-Jahresbericht 1952/53, S. 139.Google Scholar
  16. 14.
    Vgl. Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 173.Google Scholar
  17. 15.
    BDI-Jahresbericht 1952/53, S. 139.Google Scholar
  18. 16.
    BDI-Jahresbericht 1954/55, S. 78.Google Scholar
  19. 17.
    BDI-Jahresbericht 1952/53, S. 137.Google Scholar
  20. 18.
    Wey, Umweltpoliäk (Anm. 11), S. 175.Google Scholar
  21. 19.
    BDI-Jahresbericht 1952/53, S. 141.Google Scholar
  22. 20.
    BDI-Jahresbericht 1954/55, S. 87.Google Scholar
  23. 21.
    Vgl. Peter Schindler, Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages 1949 bis 1982, hrsg. v. Presse- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages, Bonn 1983, S. 306.Google Scholar
  24. 22.
    BDI-Jahresbericht 1955/56, S. 70.Google Scholar
  25. 23.
    So die Einschätzung von Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 175.Google Scholar
  26. 24.
    Vgl. zum Ausgeführten Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 175ff.; BDI-Jahresbericht 1954/55, S. 83; BDI-Jahresbericht 1956/57, S. 89f.; BDI-Jahresbericht 1957/58, S. 97f.Google Scholar
  27. 25.
    Der BDI äußerte jedoch Bedenken wegen des weitgehenden Ermessenspielraums der Behörden bei der Entscheidung über eine beantragte Erlaubnis oder Bewilligung und der Festlegung von Auflagen (vgl. BDI-Jahresbericht 1957/58, S. 97). Später wurde aufgrund der nicht erfüllten Erwartung, die entsprechenden Landeswassergesetze könnten zur gleichen Zeit in Kraft treten, auch die nach wie vor existierende Rechtszerplitterung kritisiert; eine Folge — so der BDI — der verpaßten Chance des Bundestages 1957, die Vollkompetenz im Wasserrecht dem Bund zuzuweisen (vgl. BDI-Jahresbericht 1958/59, S. 162f.).Google Scholar
  28. 26.
    Vgl. Chronik Deutscher Bundestag 1961–1965, hrsg. v. Presse- und Informationszentrum des Deutschen Bundestages, Bonn, S. 164, 223; Chronik 1965–1969, S. 97.Google Scholar
  29. 27.
    Vgl. Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 178f.; Gerd Michelsen, Kompetenzfragen der Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt a.M./Bern/Las Vegas: Lang 1979, S. 120.Google Scholar
  30. 28.
    Vgl. zu den Staatsfunktionen Martin Jänicke, Staatsversagen, München/Zürich: Piper 1986, S. 19–22.Google Scholar
  31. 29.
    Vgl. Edda Müller, Die Innenwelt der Umweltpolitik, Opladen: Westdeutscher Verlag 1986, S. 55.Google Scholar
  32. 30.
    Deutscher Bundestag, Stenographischer Bericht, 6. Wahlperiode, 5. Sitzung, Dienstag, den 28. Okt. 1969.Google Scholar
  33. 31.
    Günter Küppers/Peter Lundgreen/Peter Weingart, Umweltforschungdie gesteuerte Wissenschaft?, Frankfurt a.M. 1978, S. 114ff. Auch unter den Bürgern war das Thema selbst im September 1970 noch relativ unbekannt: Nur 41 Prozent hatten schon einmal etwas von Umweltschutz gehört. Ein Jahr später (Nov./Dez. 1971), etwa einen Monat nach Bekanntmachung des Umweltprogramms der Bundesregierung waren es bereits 92 Prozent. Zahlen von Infas, zit. nach Umwelt, Nr. 13 (53.1972).Google Scholar
  34. 32.
    Vgl. hierzu Müller, Die Innenwelt der Umweltpolitik (Anm. 29), S. 85.Google Scholar
  35. 33.
    Vgl. ebd., S. 58.Google Scholar
  36. 34.
    Die Umweltsituation war selbstverständlich nicht besser geworden. Im Umweltprogramm der Bundesregierung von 1971 wurde der Zustand als zum Teil besorgniserregend bezeichnet. Dem zugehörigen “Aktionsprogramm” (Teil B) kann man aber entnehmen, daß es eine dramatische Verschlechterung in den einzelnen Bereichen (Natur und Landschaft, Abfallbeseitigung, Umweltchemikalien, Wasser, Hohe See und Küstengewässer, Luft und Lärm) nicht gegeben hat. Vgl. Umweltschutz: Das Umweltprogramm der Bundesregierung, Stuttgart u.a.:Kohlhammer 1972 (Orig.: BT-Drucksache IV, 2710 v. 14. Okt. 1971).Google Scholar
  37. 35.
    Umweltprogramm der Bundesregierung, S. 29; Hans-Dietrich Genscher im Vorwort zum Umweltprogramm der Bundesregierung, S. 17.Google Scholar
  38. 36.
    Umweltschutz, Nr. 14 (19.5. 1972), S. 5, 9.Google Scholar
  39. 37.
    Kundgebungen und Beschlüsse des Außerordentlichen Parteitags in Dortmund, 12.–13. Oktober 1972, abgedr. in: Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 1970–1972, S. 507–547, hier S. 523; s. auch Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 160f. Unverkennbar ist hier die Abstimmung der Reformpolitik mit der Programmatik des DGB. Die IG-Metall hielt vom 11.4.–14.4.1972 ihren “Lebensqualitäts-Kongreß” ab, und die Leitsätze des DGB zum Umweltschutz vom 293.1972 weisen eine hohe Übereinstimmung mit dem Regierungsprogramm auf. Diese Abstimmung existierte nicht nur in der Umweltpolitik, sondern auch in allen anderen Bereichen der Reformpolitik. Vgl. Manfred G. Schmidt, Die ‘Politik der inneren Reformen’, in: Christian Fenner/Ulrich Heyder/Johano Strasser (Hrsg.), Unfähig zur Reform?, Köln/Frankfurt a.M.: EVA, S. 30–81, hier S. 38.Google Scholar
  40. 38.
    Vgl.Umwelt, Nr. 50 (12.8.1976), S. 16f.Google Scholar
  41. 39.
    Vgl. BDI-Jahresbericht 1969/70, S. 40.Google Scholar
  42. 40.
    Vgl. ebd., S. 118.Google Scholar
  43. 41.
    Einzig das “Verursacherprinzip” wurde im Umweltprogramm der Bundesregierung als Prinzip genannt. Gleichwohl hatten die Gesichtspunkte der Prävention und der Kooperation von Anfang an prinzipiellen Charakter.Google Scholar
  44. 42.
    Präambel des BDI-Jahresberichtes 1969/70, S. 37.Google Scholar
  45. 43.
    Ebd., S. 41.Google Scholar
  46. 44.
    Alle Zitate BDI-Jahresbericht 1969/70, S. 42Google Scholar
  47. 45.
    So erklärte der spätere Umweltkoordinierungsreferent des Bundeswirtschaftsministeriums die geringe Einflußnahme der Wirtschaftinteressen auf umweltpolitische Belange, insbesondere das Bundesimmissionsschutzgesetz, mit der damaligen Ahnungslosigkeit der Industrie. Vgl. Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 234. Auch Müller schließt sich dieser Ansicht insoweit an, als auch nach ihrer Einschätzung die Industrieverbände in dieser Phase “die Tragweite der neuen Gesetzgebung noch nicht voll erkannt” hätten (ebd., S. 489). Michelsen — Kompetenzfragen (Anm. 27), S. 111–113 — stellt fest, daß der BDI keine im Zusammenhang formulierten umweltpolitischen Vorstellungen habe und lediglich reaktiv handle.Google Scholar
  48. 46.
    Vgl. Bruno S. Frey, Die politischen Durchsetzungschancen einer Umweltpolitik, in: Bruno S. Frey/Werner Meißner (Hrsg.), Zwei Ansätze der politischen Ökonomie, Frankfurt a.M.: Athenäum 1974, S. 223–240, hier S. 228f.Google Scholar
  49. 47.
    Vgl. hierzu die Stellungnahmen zum Gesetzvorhaben von Seiten des BDI im Jahresbericht 1970/71, S. 105f.; 1971/72, S. 101; 1972/73, S. 95f.Google Scholar
  50. 48.
    Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 90Google Scholar
  51. 49.
    BDI-Jahresbericht 1972/73, S. 95.Google Scholar
  52. 50.
    Der BDI erweiterte seine Forderungen nach Rechtsharmonisierung gleichzeitig auf Europa. Vgl. z.B. BDI-Jahresbericht 1970/71, S. 104; 1971/72, S. 103.Google Scholar
  53. 51.
    Ebd. S. 100.Google Scholar
  54. 52.
    Vgl. Schmidt, ‘Politik der inneren Reformen’ (Anm. 37); vgl. auch Bernhard Weßels, Federal Republic of Germany: Business Profits from Politics, in: Rinus van Schendelen/Robert Jackson (Hrsg.), The Politicization of Business in Western Europe, London & Sidney: Croom Helm 1987.Google Scholar
  55. 53.
    Vgl. Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 51. Wey, Umweltpolitik (Anm. 11), S. 205.Google Scholar
  56. 54.
    Vgl. Horst W. Schmollinger, Veränderung und Entwicklung des Parteiensystems, in: Gert-Joachim Glaeßner/Jürgen Holz/Thomas Schlüter (Hrsg.), Die Bundesrepublik in den siebziger Jahren — Versuch einer Bilanz, Opladen: Westdeutscher Verlag 1984, S. 32–52, hier S. 43.Google Scholar
  57. 55.
    Zunächst bereitete die Abteilung Wirtschaftspolitik die Tagung vor. Nach kanzleramtsinternen Auseinandersetzungen und Protesten der Gruppe für Umweltangelegenheiten ging die Vorbereitungsarbeit auf letztere über. Vgl. Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 97f.Google Scholar
  58. 56.
    BDI-Jahresbericht 1974/75, S. 91. Absurderweise gereichte nicht nur in der Bundesrepublik, sondern beispielsweise auch in den USA die Energiekrise den Gegnern des Umweltschutzes als probates Mittel, Forderungen nach dem Zurückfahren von Auflagen durchzusetzen. Warum es gelungen ist, die in den Umweltschutz nahtlos passende Notwendigkeit des Ener-giesparens als Argument gegen den Umweltschutz zu wenden, ist wohl ein Geheimnis der Ideologen. Vgl. Cynthia H. Enloe, The Politics of Pollution in a Comparative Perspective, New York: McKay 1975, S. 145–189.Google Scholar
  59. 57.
    BDI-Jahresbericht 1974/75, S. 91.Google Scholar
  60. 58.
    In Preisen von 1962. Wirtschaft und Statistik (1977), H.2.Google Scholar
  61. 59.
    Umwelt Nr. 42 (25.7.1975), S. 1.Google Scholar
  62. 60.
    Vgl. Plötzl, Stückwerk (Anm. 1), S. 109f. Der BDI argumentierte 1972 zur Abwasserabgabe noch: “Gegen die Forderung einer Abwasserabgabe (kann) kaum etwas eingewandt werden, soweit diese zum Ausgleich von Vorteilen dient, die Abieiter nicht genügend gereinigter Abwässer gegenüber solchen Betreibern haben, die ihre Abwässer ausreichend reinigen… “(BDI-Jahresbericht 1972/73, S. 97). Bereits 1973, noch schärfer 1974, wandte der BDI gegen die geplante Abwasserabgabe ein, daß sie in zahlreichen Fällen die Existenz von Betrieben gefährde und eine “Fehlentscheidung” sei (1973/74, S. 130; 1974/75, S. 92).Google Scholar
  63. 61.
    BDI-Jahresbericht 1975/76, S. 125.Google Scholar
  64. 62.
    BDI-Jahresbericht 1976/77, S. 130.Google Scholar
  65. 63.
    BDI-Jahresbericht 1977/78, S. 146.Google Scholar
  66. 64.
    Vgl. Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 134.Google Scholar
  67. 65.
    Vgl. Joachim Scharioth, Gesellschaftliches Engagement der Bürger, in: Hans Matthöfer (Hrsg.), Bürgerbeteiligung und Bürgerinitiativen, Villingen: Neckar-Verlag, S. 332–343;Google Scholar
  68. 65a.
    Udo Kempf, Bürgerinitiativen — Der empirische Befund, in: Bernd Guggenberger/Udo Kempf (Hrsg.), Bürgerinitiativen und repräsentatives System, Opladen: Westdeutscher Verlag 1978, S. 358–374.Google Scholar
  69. 66.
    Vgl. Roland Roth, Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik, in: Karl-Werner Brand (Hrsg.), Neue soziale Bewegungen in Westeuropa und den USA, Frankfurt a.M.: Campus 1985, S. 20–83, hier S.49ff.Google Scholar
  70. 67.
    BDI Jahresbericht 1977/78, S. 147.Google Scholar
  71. 68.
    1979 in Bremen, 1980 in Baden-Württemberg, 1981 in Berlin und 1982 in Hessen und Niedersachsen.Google Scholar
  72. 69.
    Vgl. Abschlußbericht der Projektgruppe “Aktionsprogramm Ökologie”, in: Umweltbrief, Nr. 29 (28.10.1983).Google Scholar
  73. 70.
    Umwelt, Nr. 69 (12.3.1979), S. 1.Google Scholar
  74. 71.
    BDI-Jahresbericht 1979/80, S. 158,160.Google Scholar
  75. 72.
    Müller, Umweltpolitik (Anm. 29), S. 129f.Google Scholar
  76. 73.
    BDI-Jahresbericht 1980–82, S. 146.Google Scholar
  77. 74.
    BDI-Jahresbericht 1982–84, S. 111.Google Scholar
  78. 75.
    Ebd., S. 105.Google Scholar
  79. 76.
    Ebd., S. 104.Google Scholar
  80. 77.
    Vgl. Umwelt, Nr. 104 (24.7.1984).Google Scholar
  81. 78.
    Vgl. Harald Müller-Witt, Der Pollution-Rights-Ansatz und seine Auswirkungen auf die amerikanische Luftreinhaltepolitik, in: Zeitschrift für Umweltpolitik, 3/81, S. 371–398.Google Scholar
  82. 79.
    BDI-Jahresbericht 1982–84, S. 105.Google Scholar
  83. 80.
    Abgedruckt in: Umwelt, Nr. 2 (17.4.1985).Google Scholar
  84. 81.
    Stitzel stellt in seiner Analyse von vier Eingaben des BDI zu Umweltregelungen ebenfalls fest, das eine durchaus “flexible Kritikhaltung” vorliegt und es keine eindeutig standardisierten argumentativen Vorgehensweisen des BDI gibt. Michael Stitzel, Unternehmerverhalten und Gesellschaftspolitik, Stuttgart usw.: Kohlhammer 1977, S. 112.Google Scholar
  85. 82.
    Vgl. analog zu diesem Argument für die USA V. O. Key, Key, Politics, Parties, and Pressure Groups, New York: Cowell 1958, S. 83. Key schreibt über die Ziele der Unternehmerverbände der USA: “the goals should provide a microcosmic indicator of the common values of American business”.Google Scholar
  86. 83.
    Karl Otto Hondrich, Die Ideologie von Interessenverbänden, Berlin: Duncker & Humblot 1963, S. 152.Google Scholar
  87. 84.
    Vgl. hierzu die Aktivitäten und Analysen von Hans-Dieter Klingemann und Andrea Volkens über das Verhältnis von Regierungs- sowie Parteiprogrammen und Policy Output bzw. Einstellungen politischer Eliten, von denen dieses Vorhaben inspiriert wurde.Google Scholar
  88. 85.
    Dabei ist anzumerken, daß der BDI bis zum Jahresbericht “1969/70” die Abschnitte ressour-cen- und entsorgungsbezogen betitelte (z.B. “Wasserwirtschaft, Immissionsschutz und Abfallbeseitigung”) und erst danach mit “Umweltfragen” überschrieb. Der Berichtszeitraum, der hier analysiert wird, umfaßt exakt den Zeitraum von Mai 1960 bis November 1986.Google Scholar
  89. 86.
    Vgl. Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1986, S. 29, 35ff.Google Scholar
  90. 87.
    Die Wissensabhängigkeit wurde auch auf dem jüngsten Umweltformum (1988) wieder deutlich. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Matthiesen prognostizierte für das Altlastenproblem, daß die Menge des in der Bundesrepublik anfallenden Sondermülls bis zum Jahre 2000 noch steigen werde, denn durch verfeinerte Analyseverfahren würden heute mehr chemische Stoffe als gesundheitsgefährlich erkannt Google Scholar
  91. 88.
    Umweltprogramm der Bundesregierung (Anm. 34), S. 37.Google Scholar
  92. 89.
    Staatssekretär Hartkopf auf dem “1. Koordinierten Umweltdialog”: “Ohne den sachverständigen Rat und die Anregungen der Experten der Wirtschaft hätte das Umweltprogramm der Bundesregierung nicht die Fassung erhalten, die es heute hat. In allen Projektgruppen haben Vertreter der Wirtschaft mit Rat und Tat mitgewirkt…”, Umweltschutz (29.5.1972),14/5Google Scholar
  93. 90.
    Als Problem wurde in dieser Analyse jede Äußerung des BDI in den Jahresberichten klassifiziert, die in positiver oder negativer Form eine Defizitaussage, sei sie auch implizit, enthält. Immer dann, wenn etwas als zu wenig, zu viel, zu groß, zu klein, zu schwach, zu stark o.a. bezeichnet wurde, galt dies als Defizitaussage, als Aussage über eine Differenz zwischen Sein und Sollen bzw. zwischen zu Erwartendem und zu Wünschendem.Google Scholar
  94. 91.
    Vgl. hierzu und zu folgendem Tab. 1.Google Scholar
  95. 92.
    Vgl. Heinz Hartmann, Authority and Organization in German Management, New Jersey: Princeton Univ. Press 1959, S. 228.Google Scholar
  96. 93.
    Beck, Risikogesellschaft (Anm. 86), S. 31.Google Scholar
  97. 94.
    Schon in den fünfziger Jahren wurde sich der BDI angesichts des geringen Enthusiasmus in der Bevölkerung für traditionelle Werte in den Nachkriegsjahren der Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit bewußt. Nicht zuletzt diese Auffassung war Anlaß für die Gründung des Deutschen Industrieinstituts 1951 durch BDI und BDA. Angesichts neuer Problemlagen und mit einer weniger kapitalismus- (wie damals) als wachstumskritischen “Gegenöffentlichkeit” konfrontiert, haben der BDI und die Industrieverbände ihre Public-Relations-Aktivitäten erneut verstärkt. Vgl. zur Öffentlichkeitsarbeit des BDI in den fünfziger und sechziger Jahren Gerard Braunthal, The Federation of German Industry in Politics, Ithaca, N.Y.: Cornell University Press 1965, S. 65–87.Google Scholar
  98. 95.
    Schon Braunthal (ebd., S. 86) stellte zur Öffentlichkeitsarbeit des BDI in den fünfziger und sechziger Jahren fest: The success of the BDI in the public relations field cannot be measured statistically because of the many factors involved — for example, the state of the economy, political crisis, and the effectiveness of the opposition.”Google Scholar
  99. 96.
    So jüngst im BDI-Jahresbericht 1984–86: “Gerade im Wettbewerb stehende Unternehmen sind schon aus Gründen der Selbsterhaltung und wegen ihrer Einbettung in Märkte, die vielfältige Wertvorstellungen widerspiegeln und laufenden Wertveränderungen unterworfen sind, gegenüber gesellschaftlichen Strömungen sehr sensibel.” Ebd., S. 131 (Hervorhebung; der Verf.).Google Scholar
  100. 97.
    Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. 2, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1981, S. 200ff.Google Scholar
  101. 98.
    Vgl. Claus Offe, Krisen des Krisenmanagements, in: Martin Jänicke (Hrsg.), Herrschaft und Krise, Opladen: Westdeutscher Verlag 1973, S. 197–223.Google Scholar
  102. 99.
    Adam Smith, An Inquiry Into the Nature and Causes of Wealth of Nations, Chicago usw.: Encyclopaedia Brittannica 1977, S. 300ff, auch S. 63, 403. “According to the system of natural liberty, the sovereign has only three duties to attend to;…: first, the duty of protecting the society from violence and invasion of other independent societies; secondly, the duty of protecting,…, every member of the society from the injustice or oppression of every member of it…; and, thirdly, the duty of erecting and maintaining certain public works and certain public institutions…” (Ebd, S. 300.)Google Scholar
  103. 100.
    BDI-Jahresbericht 1969/70, S. 37.Google Scholar
  104. 101.
    Wobei der BDI sich hier gegen “monopolistische Formen der Betätigung, sei es Privater oder der öffentlichen Hand” ausspricht und für die Eingliederung in die Wettbewerbswirtschaft, “und sei es nur in der Form des Als-ob-Wettbewerbs”, plädiert. Ebd., S. 40.Google Scholar
  105. 102.
  106. 103.
  107. 104.
    Ebd., S. 41.Google Scholar
  108. 105.
    Heidrun Abromeit, Staat und Wirtschaft, Frankfurt a.M./New York: Campus 1981.Google Scholar
  109. 106.
    Vgl. ebd., S. 54.Google Scholar
  110. 107.
    Vgl. ebd., S. 58–61.Google Scholar
  111. 108.
    Vgl. ebd., S. 68–70.Google Scholar
  112. 109.
    Vgl. ebd., S. 70–71.Google Scholar
  113. 110.
    Vgl. ebd. S. 87.Google Scholar
  114. 111.
    Ebd., S. 90–92.Google Scholar
  115. 112.
    Ebd., S. 93–94.Google Scholar
  116. 113.
    Vgl. ebd., S. 102–104.Google Scholar
  117. 114.
    Ebd., S. 114–115.Google Scholar
  118. 115.
    Ebd. S. 116–118.Google Scholar
  119. 116.
    Siehe Übersicht 1.Google Scholar
  120. 117.
    Vgl. auch Abromeit, Wirtschaft und Staat (Anm. 105), S. 39.Google Scholar
  121. 118.
    Vgl. ebd., S. 38.Google Scholar
  122. 119.
    Walter Huppert, Industrieverbände, Berlin: Duncker & Humblot 1973, S. 39.Google Scholar
  123. 120.
    Vgl. Ulrich von Alemann/Rolf G. Heinze (Hrsg.), Verbände und Staat, Opladen: Westdeutscher Verlag 1979, und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  124. 121.
    So konstatiert Herbert von Beckerath in Zeiten wirtschaftlicher Rezession einen verstärkten Wunsch der Unternehmer nach staatlicher Koordination und Kontrolle des volkswirtschaftlichen Prozesses. Vgl. Abromeit, Wirtschaft und Staat (Anm. 105), S. 163.Google Scholar
  125. 122.
    So in der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Ruhrindustrie 1919/20. Die Industriellen “waren mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo sie rücksichtslos ihre eigenen Interessen voranstellten, selbst auf die Gefahr hin, die Regierung vor den Kopf zu stoßen”. Gerald D. Feldman/Heidrun Homberg, Industrie und Inflation: Studien und Dokumente zur Politik der deutschen Unternehmer 1916–1923, Hamburg: Hoffmann und Campe 1977, S. 78–93, Zitat S. 86.Google Scholar
  126. 123.
    Abromeit, Wirtschaft und Staat (Anm. 105), S. 163ff.Google Scholar
  127. 124.
    Vgl. zu folgendem Tab. 2.Google Scholar
  128. 125.
    Hierzu vermerkt Volker Berghahn: Die “wachsende Distanzierung der Industrie von Schillers liberal-korporatistischen Experiment [ist] nur zu verstehen, wenn man die ‘Konzertierte Aktion’ zugleich in einen breiteren Zusammenhang der innenpolitischen Entwicklung zwischen 1966 und 1973 stellt”. Gerald D. Feldman/Heidrun Homberg, Unternehmer und Politik in der Bundesrepublik, Frankfurt a.M.: Suhrkamg 1985, S. 290–318, hier S. 301.Google Scholar
  129. 126.
    Sie trug die Überschrift “Wir dürfen nicht länger schweigen”. Vgl. Volker Berghahn, Unternehmer (Anm. 125), S. 319f.Google Scholar
  130. 127.
    Vgl. zur Verknüpfung von inhaltsanalytischen und “externen” Variablen in zeitreihen-analytischer Perspektive: Phillip J. Stone/Exter C. Dunphy/Marshall S. Smith/Daniel M. Ogilvie, The General Inquirer: A Computer Approach to Content Analysis, Cambridge, Mass./London: M.I.T. Press 1966, S. 251–262. Das dort beschriebene Problem: “In the analysis of relationships of content variables to other outer variables, there may be some doubt about which variable precedes the other” (S. 253), besteht in dieser Analyse nicht. Hier gibt es ein deutliches zeitliches Nacheinander: Die Jahresberichte reflektieren die jeweils unmittelbare Vergangenheit.Google Scholar
  131. 128.
    Beide Datenreihen werden um ein Jahr gegenüber den Jahresberichten zurückversetzt (Lag = 1 Jahr), weil ein derartiger Bericht eine etwas verzögerte Reaktion auf eine vergangene Realität ist. Ein Jahr dürfte die reale Reaktionszeit vielleicht nicht ganz treffen. Methodisch sind durch die Jahresberichte jedoch Jahresabstände vorgegeben. Daten aus verschiedenen Quellen: u.a. Werner Glastetter/Rüdiger Paulert/Ulrich Spörel, Die wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik 1950–1980, Frankfurt a.M./New York: Campus 1983; Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Datenreport 1985, Bonn: Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 226, 1985.Google Scholar
  132. 129.
    Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Spiegel der Wirtschaft 1975/76 sowie 1984/85, Frankfurt/New York: Campus 1976 und 1985.Google Scholar
  133. 130.
    Gerechnet wurde das Modell mit LVPLS, einem von Jan-Bernd Lohmöller entwickelten Programm. Vgl. ders., LVPLS-program Manual: Latent Variables Path Analysis with Partial-Least-Squares Estimation, Köln: Zentralarchiv für empirische Sozialforschung 1984.Google Scholar
  134. 131.
    Siehe Schaubild 1. Fit und Rehabilität des Modells sind von hinreichender Güte. Der Anteil erklärter Varianz des Gesamtmodells (Redundanz entspricht einem R2) beträgt immerhin 32 Prozent.Google Scholar
  135. 132.
    Empirisch ist dabei weiter zu verstehen als quantifizierend. Gerade die empirische Erfassung des Kontextes wird vielfach erst durch zeitgeschichtliche Analyse möglich.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Bernhard Weßels

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