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Bodybuilding als Sinnprovinz der Lebenswelt

Prinzipielle und praktische Bemerkungen
  • Anne Honer

Zusammenfassung

Die Lebenswelt als Basis soziologischer Rekonstruktionen der sozialen Konstruktion von Wirklichkeiten (wieder-)zugewinnen bedeutet m.E. nicht, sich in einer ‘Bukolik’ milieuhafter, quasi-natürlicher Idyllen jenseits systemischer Zwänge zu erschöpfen, wie dies einerseits die Begriffsverwendung von Jürgen Habermas (1980) nahezulegen und andererseits Justin Stagl (1986) mit seinem Verdikt gegen die von ihm sogenannte ‘Subkulturanthropologie’ zu unterstellen scheint. In das ‘Dickicht der Lebenswelt’ (vgl. Matthiesen 1983) einzudringen bedeutet vielmehr, das Korrelat unseres Handelns, unseres Erlebens und Erleidens zu beschreiben und den von Alfred Schütz (197la) formulierten Postulaten logischer Konsistenz, Adäquanz und subjektiver Interpretierbarkeit entsprechend in theoretische Konstrukte zweiten Grades zu übersetzen. Lebensweltliche Ethnographie stellt mithin den Versuch dar, die Welt gleichsam durch die Augen eines idealen Typs an Normalität hindurchsehend zu rekonstruieren (vgl. Honer in diesem Band).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Anne Honer

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