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Rolle I: Entwicklung des Begriffs

  • Erwin K. Scheuch
  • Thomas Kutsch
Chapter
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Part of the Studienskripten zur Soziologie book series (SSZS, volume 1)

Zusammenfassung

„Rolle“ ist in Deutschland heute der wichtigste unter den Begriffen für elementare Phänomene in der Soziologie; demgegenüber ist die Berücksichtigung der „Gruppe“ als einem Elementarphänomen in Deutschland relativ weniger intensiv als in der angelsächsischen Soziologie. In diesem Sachverhalt drückt sich eine Tendenz speziell der deutschen Soziologie aus, soziale Zusammenhänge begrifflich als Gegensatz zum „eigentlichen“ Individuum zu erfassen (vgl. ADORNOs Vorstellung vom „Terror der Gesellschaft“ als übermächtigem Druck, der das Individuum an der Verwirklichung seiner selbst verhindere). Entsprechend ist es üblich, Rolle als eine dem Individuum zugemutete Verhaltensregelung zu verstehen — als eine Zumutung, die ihren Höhepunkt erreiche, wenn die Rolle vom Individuum als Teil seines Selbst empfunden werde (vgl. R. DAHRENDORFs erste Auflagen von „Homo Sociologicus“ und die Kritik von TENBRUCK in der „Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie“, 1961, S.1–40). Mit diesem Ansatz, der eine Individualität vor einer sozialen Existenz unterstellt, ist der Zugang zum Rollenbegriff versperrt. Dieser Zugang soll hier erleichtert werden, indem zunächst auf die Entwicklung des Rollenbegriffs Bezug genommen wird.

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Copyright information

© B. G. Teubner, Stuttgart 1975

Authors and Affiliations

  • Erwin K. Scheuch
    • 1
  • Thomas Kutsch
    • 1
  1. 1.Universität zu KölnKölnDeutschland

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