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Zur Kritik der empirischen Forschung

  • Hartmut Lüdtke
Chapter

Zusammenfassung

In diesem Kapitel unternehme ich den Versuch einer kritischen, überblickartigen Sichtung der vorliegenden Lebensstilforschung. Man darf natürlich nicht erwarten, daß diese Studien nach meinem theoretischen Rekonstruktionsschema und entwickelten Forschungsprogramm angelegt sind. Dies beinhaltet eine Maximallinie zur Integration und Weiterfuhrung divergierender Lebensstilkonzepte; seine forschungspraktische Ausführung ist daher noch eine Utopie. Es kann infolgedessen auch nicht als Maßstab einer Kritik dienen. Das Projekt einer empirischen Untersuchung ist zudem durch eine Vielzahl selektiver und begrenzender Entscheidungen bestimmt, die durch die Knappheit von Geld und Zeit sowie die Begrenztheit der Methoden, Forscherinteressen und -kompetenzen erzwungen werden. Alle bisherigen Lebensstiluntersuchungen sind daher äußerst selektiv: Sie umfassen nur mehr oder minder enge Teile aus der nach unserem theoretischen Konzept möglichen Menge der Lebensstilindikatoren.

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Literatur

4. Kapitel

  1. 1.
    Eine solche Implikation ist indes charakteristisch für das Werk des Freizeitpädagogen Opaschowski (1983: 69ff.). Er faßt die im wesentlichen auch von Martin u.a. bezeichneten Trends zu einem „freizeitkulturellen Lebensstil“ zusammen und stellt ein wachsendes Interesse der Bevölkerung an diesem fest. Abgesehen davon, daß sich die Bevölkerung logischerweise nicht am Konstrukt eines Autors orientieren kann, fehlen bei dieser Art von rein umfrageorientierter, induktivistischer Konstruktion Hinweise auf differentielle Entstehungsbedingungen, auf Unterschiede der Motivationen und Möglichkeiten in gesellschaftlichen Segmenten und Subkulturen und auf gegenläufige Trends. Dieses Lebensstilkonstrukt scheint nur gerechtfertigt aufgrund der Annahme, ein relativ einheitlicher Trend in Richtung auf Hedonismus und Selbstverwirklichung, aber auch Auflösung der Polarität von Arbeit und Freizeit, werde sich durchsetzen. In seiner generalisierenden „Stilisierung“ postuliert es im übrigen, wahrscheinlich vom Autor unbeabsichtigt, das Gegenteil eines Trends der Pluralisierung von Lebensstilen, zumindest was die durch und durch hedonistische Zukunft der Jüngeren betreffe, die damit (ungeprüft) die „zweite Generation des Wertewandels“ repräsentieren (Opaschowski, H.W., 1987: „I like Genuß — sofort“. Jugend und Gesellschaft, Nr. 2, 1–2).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Hartmut Lüdtke

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