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Entstehungsbedingungen, Entwicklungsdynamik, Konsistenz und Wirkungen von Lebensstilen

  • Hartmut Lüdtke
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Zusammenfassung

Die bisher angestellten Betrachtungen verblieben weitgehend im Rahmen einer Begriffsexplikation oder dimensionalen Analyse unseres Phänomens. Auf der erarbeiteten Basis versuche ich in diesem Kapitel die Umrisse einer Theorie der Lebensstile zu skizzieren, die folgende Aspekte einschließt: Erklärung der differentiellen Genese von Lebensstilen, Verknüpfung von Mikroprozessen und Makrostrukturen, Explikation und allgemeine handlungstheoretische Interpretation der Identitätsbildungsfunktion von Lebensstilen sowie allgemeine Hinweise auf Möglichkeiten von Verhaltensprognosen auf der Basis von Lebensstilunterschieden bzw. — Verteilungen. Wegen der hohen Komplexität unseres Gegenstandes sind diese verschiedenen Aspekte bisher nicht in einer kohärenten Theorie gemeinsam verfolgt, geschweige denn interdependent ausgearbeitet worden — was beim gegenwärtigen Stand der Sozialwissenschaften auch eine völlig unangemessene Erwartung wäre. Ich bin daher guten Gewissens gezwungen, mich als „kreativer Eklektiker“ zu verhalten, d.h. Anleihen bei relevanten Teiltheorien zu machen und diese möglichst plausibel zu verknüpfen.

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Literatur

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    Diese Hypothesen sind nur unter der üblichen ceteris-paribus-(constantibus)Klausel sinnvoll. Sie müßten bei ihrer empirischen Anwendung in einer Untersuchung „gegeneinander abgewogen“ werden. Dabei wären dann auch die Geltungsbreite und die genauere Art der jeweils behaupteten Beziehung zu spezifizieren.Google Scholar
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    Ich bin mir darüber im klaren, daß diese Aussage reifikationsverdächtig ist, da wir ja eigentlich über Konstrukte reden. Man verzeihe die vereinfachende Sprechweise: in Wirklichkeit werden immer nur situationsspezifische Elemente von Lebensstilen wahrgenommen und ausgetauscht. Realistisch ist aber auch die Vorstellung, daß die meisten Handelnden verinnerlichte komplexe, mehr oder minder stereotype Gesamtbilder von Lebensstilen in den Köpfen verfügbar haben, nach denen die beobachteten Elemente sortiert und zugeordnet werden.Google Scholar
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    Die (Auto-)Biographie bedeutet die individuelle Innensicht des (objektiven) Lebenslaufs bzw. dessen subjektive Interpretation durch Alter (oder Ego). Vgl. Fuchs (1984: 35ff.).Google Scholar
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    Zum Beispiel Bewegungen, Organisationen, Subkulturen, Religionen: vgl. Fuchs (1984: 51ff.).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Hartmut Lüdtke

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