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Marginalisierung aus der Weltwirtschaft — Keine Chance für regionale Integration: Das Beispiel Brasilien — Argentinien

  • Leopoldo Mármora
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Zusammenfassung

Während der in den 50er Jahren einsetzende Trend zur Marginalisierung der Entwicklungsländer aus der Weltwirtschaft in den 70er Jahren vorübergehend unterbrochen wurde, setzte er sich als Folge der Verschuldungskrise in den 80er Jahren fort und erreichte dramatische Ausmaße. Der Anteil der Entwicklungsländer am Welthandel betrug 1970 18,15%, stieg bis 1980 auf 25,75% und sank bis 1987 wieder auf 19,50% (UNCTAD 1989). Hinter diesen Zahlen verbergen sich große Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern. Die Tendenz zur Differenzierung der Dritten Welt beschleunigte sich durch die gesamte Periode hindurch. Süd- und Südostasien erlebten einen kontinuierlichen Aufstieg: 1970 lag ihr Anteil am Welthandel bei 5,30%, 1980 bei 7,30% und 1987 bei 9,6%. Dafür war in den anderen Regionen der Marginalisierungsprozeß umso stärker: Lateinamerikas Anteil fiel von 5,7% im Jahre 1980 auf 3,55%, damit lag es knapp vor Afrika und Westasien im Jahre 1987. Auch die Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen verringerten sich. 1982 erhielten die Dritte-Welt-Länder 30,2% aller weltweiten Direktinvestitionen, 1985 waren es nur 23,3% und seitdem sinken sie weiter (United Nations Centre of Transnational Cooperations). Der Rückgang bundesdeutscher Direktinvestitionen in die Dritte Welt ist besonders schwerwiegend.

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Literatur

  1. 1.
    Hier wird auf eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Protokollbestimmungen verzichtet, da dies schon an anderer Stelle erfolgt ist (Marmora 1987 u. 1989).Google Scholar
  2. 2.
    Nach der argentinischen Nomenklatur (NADE/NADI).Google Scholar
  3. 3.
    Der Differenzierungsgrad auf brasilianischer Seite wird etwas deutlicher, wenn man berücksichtigt, daß von den gesamten argentinischen Importpositionen NADI 537 in die Gemeinsame Liste aufgenommen wurden, während es auf der Seite der argentinischen Exporte nur 143 NADE-Positionen waren (PAT-BC 1988:5).Google Scholar
  4. 4.
    Obwohl nach den Bestimmungen des Protokolls Nr.l die Produkte der Gemeinsamen Liste zumindest 80% an nationaler Wertschöpfung enthalten müssen, wurde für den Subsektor der Werkzeugsmaschinen nach zähen Verhandlungen eine Ausnahmeregelung vereinbartGoogle Scholar
  5. 5.
    Der Begriff Zollpräferenzjen beinhaltet die gegenseitige Gewährung von Zollsenkungen bei Beibehaltung der bestehenden (hohen) Zölle gegenüber Drittländern. Wenn dabei die Zölle auf Null gesenkt werden, ist eine Freihandelszone (völlige Handelsfreiheit im bilateralen Verhältnis) errichtet worden. Zollunion wird eine Freihandelszone mit einem gemeinsamen Zollschutz nach außen genanntGoogle Scholar
  6. 6.
    Allerdings setzt eine nachteilige und aktive Weltmarktintegration nicht nur interne Strukturreformen in den lateinamerikanischen Landern, sondern auch eine Entschuldung und radikale Reform der bestehenden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen voraus (ausführlich darüber in Marmora/Messner 1989).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1991

Authors and Affiliations

  • Leopoldo Mármora

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