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Dorfpolitik pp 18-30 | Cite as

Dorf und Stadt — ein traditioneller Gegensatz

Erscheinungsformen, Herkunft, sozialökonomischer Hintergrund und Rückwirkungen einer Ideologie
  • Hermann Bausinger
Part of the Analysen book series (ANA, volume 22)

Zusammenfassung

„Dorf und Stadt“ — das ist der Titel eines Bühnenstückes, das um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand und heute noch nicht ganz vergessen ist. Charlotte Birch-Pfeiffer, versierte Schauspielerin und Dramatikerin des Stuttgarter Hoftheaters, hatte aus den Motiven einer Erzählung von Berthold Auerbach ein paar wirksame Szenen gemacht, die all das enthielten, was seit eh und je das Publikum anspricht: Eifersucht und Liebe, Leidenschaft und Treue, Abschied und Heimweh, Wiedersehen und Happy End. Der Titel aber war nicht zufällig: Dorf und Stadt sind die beiden Pole des Spiels, die beiden Schauplätze der Szenen. Das „Lorle“, die Tochter des Dorfwirts, verhebt sich in einen jungen Kunstmaler aus der Stadt, der in das Schwarzwalddorf gekommen ist, um dort die Kirche mit einem Altarbild zu schmücken. In stiller Einfalt sitzt das Lorle Modell für das Marienbild, und wie das Mädchen seine Züge dem entstehenden frommen Bilde leiht, so hängt der Maler Reinhard bald mit religiöser Innigkeit an dem einfachen Mädchen. Die Verlobung wird gefeiert, und schon ein paar Wochen später zieht Reinhard, der inzwischen Direktor der städtischen Galerie geworden ist und den Professorentitel erhalten hat, mit seiner jungen Frau in die Stadt. Aber die Frau Professor fühlt sich dort nicht wohl.

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Literaturhinweise

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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH 1978

Authors and Affiliations

  • Hermann Bausinger

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