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Dorfpolitik pp 143-150 | Cite as

„Altes Dorf“ und neue Siedlung

Konstanz und Wandel im politischen Prozeß der kleinen Gemeinde im Ballungsraum
  • Hans-Georg Wehling
  • Axel Werner
Part of the Analysen book series (ANA, volume 22)

Zusammenfassung

„Kleine Gemeinde in einem großstädtischen Ballungsraum zu sein, bedeutet vor allem: einem tiefgreifenden und schnellen sozialen Wandlungs-prozeß unterworfen zu sein.“2 Für jeden äußerlich sichtbar wird dieser Wandel im veränderten Ortsbild: der alte bäuerliche Ortskern wird überlagert und verdeckt durch eine Fülle „städtischer“ Mietshäuser, die Bungalows der Wohlhabenden und die „skyline“ der Hochhäuser, die dem ehemaligen Bauerndorf das Aussehen einer Vorstadt geben. Sozial erfahrbar wird dieser Wandel im problematischen Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, vor allem der Einheimischen — die zu einer kleinen Minderheit geworden sind — und der neu Zugezogenen, wobei von einem „Zusammenleben“ eigentlich nicht mehr gesprochen werden kann, sondern nur noch vom Nebeneinanderherleben. Ablesbar sind diese Erscheinungen am Rückgang von dorföffentlichen Veranstaltungen, an der Reduktion des Vereinslebens u.a. mehr.3

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Literatur

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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH 1978

Authors and Affiliations

  • Hans-Georg Wehling
  • Axel Werner

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