Advertisement

Dorfpolitik pp 127-142 | Cite as

Das lokale Parteiensystem auf dem Lande

Dargestellt am Beispiel der Rekrutierung von Gemeinderäten
  • Karl-Heinz Naßmacher
  • Wolfgang Rudzio
Part of the Analysen book series (ANA, volume 22)

Zusammenfassung

Die Aufstellung von Kandidaten für den Gemeinderat ist ebenso eine wichtige Aufgabe lokaler Parteiorganisationen wie ein notwendiger Beitrag zur kommunalen Selbstverwaltung. Von daher liegt unser Thema im Schnittpunkt der von der Gemeindesoziologie und der empirischen Parteienforschung zu bearbeitenden Problemfelder. Wer allerdings von der verstärkten Hinwendung der Parteien zur Kommunalpolitik und der Sozialwissenschaft zur lokalen Politikforschung eine stärkere Beachtung dieses Gegenstandes erwartet hätte, wird enttäuscht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 2.
    So etwa Renate Mayntz: Parteigruppen in der Großstadt. Untersuchungen in einem Berliner Kreisverband der CDU, Köln 1959, insb. S. 64 ff.;Google Scholar
  2. 2a.
    Karl-Heinz Naßmacher: Funktionen politischen Personals in lokalen Vertretungskörperschaften (Kommunalparlamenten), in: ZParl, 1973, S. 550 ff.;Google Scholar
  3. 2b.
    Jörg Ueltzhöffer: Die kommunale Machtelite und der politische Willensbildungsprozeß in der Gemeinde, in: Kommunalpolitik, hrsg. v. Hans-Georg Wehling, Hamburg 1975, S. 95 ff., insb. S. 114–117; Peter Seibt u.a.: Kommunalpolitik konkret, Projekt an der Universität Bremen.Google Scholar
  4. 3.
    Terry N. Clark: Community Structure, Decision-Making, Budget Expenditure, and Urban Renewal in 51 American Communities, in: Community Politics, hrsg. v. CM. Bonjean, T.N. Clark, R.L. Lineberry, New York — London 1971, S. 294.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. Gemeindestatistik Niedersachsen 1970, Teil 2: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Heft 8 (= Statistik von Nieder Sachsen, Bd. 193), hrsg. v. Niedersächsischen Landesverwaltungsamt, Hannover 1973, S. 12, 15, 17, 25.Google Scholar
  6. 5.
    M. Rainer Lepsius: Parteiensystem und Sozialstruktur, in: Die deutschen Parteien vor 1918, hrsg. v. Gerhard Albert Ritter, Köln 1973, S. 68, 71. — Für die Verhältnisse im ähnlich strukturierten Raum Heilbronn s. Hans D. Klingemann: Bestimmungsgründe der Wahlentscheidung, Meisenheim 1969, insb. S. 49–58.Google Scholar
  7. 6.
    Vgl. hierzu Günther Franz: Die politischen Wahlen in Niedersachsen 1867–1949, Bremen 1951, S. 262.Google Scholar
  8. 7.
    Bei der Bundestagswahl 1976 lag die FDP in Westerstede mit einem Zweitstimm-anteil von 17,5% noch immer deutlich über ihrem Landes- und Bundesdurchschnitt.Google Scholar
  9. 8.
    Vgl. Karl Rohe: Liberalismus und soziale Struktur, in: liberal, 1976, S. 48, 115.Google Scholar
  10. 9.
    Vgl. Renate Mayntz: Lokale Parteigruppen in der kleinen Gemeinde, in: ZfP, 1955, S. 69;Google Scholar
  11. 9a.
    Heino Kaack: Die Basis der Parteien, in: ZParl, 1971, S. 27 (bzw. Geschichte und Struktur des deutschen Parteiensystems, Opladen 1971, S. 473); Gerhard Lehmbruch: Der Januskopf der Ortsparteien, in: Der Bürger im Staat, Heft 1/1975, S. 5.Google Scholar
  12. 10.
    Lehmbruch, ebd., S. 4.Google Scholar
  13. 11.
    Die Bedeutung dieses Kriteriums betont Ulrich Matthée: Elitenbildung in der kommunalen Politik, phil. Diss. Kiel 1967, S. 102 ff.Google Scholar
  14. 12.
    Herbert Schneider: Lokalpolitik in einer Landgemeinde, in: aus politik und Zeitgeschichte, B 3/1977, S. 27; anschaulich insb.Google Scholar
  15. 12a.
    Albert Jakob: Das Ende der Dorfpolitik, in: Der Bürger im Staat, Heft 1/1975, S. 26 f., 30 f. (wieder abgedruckt unter den Autorennamen Utz Jeggle/AlbertMen, Die Dorfgemeinschaft als Not-und Terrorzusammenhang, in diesem Reader)Google Scholar
  16. 12b.
    vgl. auch Renate Pflaum: Politische Führung und politische Beteiligung als Ausdruck gemeindlicher Selbstgestaltung, in: Das Dorf im Spannungsfeld industrieller Entwicklung, hrsg. v. Gerhard Wurzbacher, Stuttgart 1954, S. 266 ff.Google Scholar
  17. 13.
    So erhalten etwa die örtlichen Parteivorsitzenden in beiden Städten aussichtsreiche Listenplätze unabhängig von ihrer Verankerung im lokalen Vereinswesen.Google Scholar
  18. 14.
    Mayntz, a.a.O., S. 69.Google Scholar
  19. 15.
    Wahlanzeige der F.D.P., in: Westersteder Umschau, 12. Jg., Oktober 1976, Ausg. 8.Google Scholar
  20. 16.
    Mayntz, a.a.O., S. 70.Google Scholar
  21. 17.
    Protokollierte Interviews mit örtlichen Spitzenkandidaten und Parteifunktionären im Herbst 1976.Google Scholar
  22. 18.
    S.d. Naßmacher, a.a.O. (Anm. 2), S. 552, ff.Google Scholar
  23. 19.
    Mayntz, a.a.O., S. 70.Google Scholar
  24. 20.
    Vgl. Matthée, a.a.O., S. 66.Google Scholar
  25. 21.
    Für eine vergleichbare (wenn auch anders aufgewiesene) Situation der SPD in weiten Teilen Baden-Württembergs (und Bayerns) s. Uli Maurer: Sozialdemokratie in Süddeutschland — fremde Partei?, in: Die Neue Gesellschaft, 1977, S. 511 ff.Google Scholar
  26. 22.
    Eine andere Gemeinde, in der ebenfalls die SPD als Zuwandererpartei anzusehen ist, während CDU und FDP um die Rolle der Milieupartei ringen, untersucht Pflaum, a.a.O., insb. S. 253 f., 256, 270.Google Scholar
  27. 23.
    Ein ähnlicher Prozeß liegt der von Robert A. Dahl: Who governs? Democracy and Power in an American City, New Haven und London 1961, S. 32–51, beschriebenen Integration der irischen und italienischen Einwanderer in New Haven zugrunde.Google Scholar
  28. 24.
    Vgl. Benita Luckmann: Politik in einer deutschen Kleinstadt, Stuttgart 1970, S. 134,142.Google Scholar
  29. 25.
    Voraussetzung dafür ist allerdings, daß das Wahlverfahren den Wählern die Möglichkeit bietet, durch ihre Stimmabgabe nicht nur die Zahl der auf einen Wahlvorschlag entfallenden Mandate, sondern auch deren Zuweisung an bestimmte Kandidaten zu beeinflussen. Dies ist in Niedersachsen (wie in Baden-Württemberg) der Fall. Vgl. §§ 30, 36, 37 NKWG i.d.F. v. 24. Januar 1972 (GVB1. 1972, S. 27).Google Scholar
  30. 26.
    Erste Einsichten zu diesem Zusammenhang ergaben sich im Arbeitsvorhaben „Wahlkampf und Wahlverhalten in der Kommunalwahl 1976“an der Universität Oldenburg, vgl. Herbert Hagedorn: Die Kandidatenaufstellung zur Stadtratswahl 1976 in Cloppenburg, S. 8 f., 11 f. und Horst-Dieter Hinrichs: Die Kandidatenaufstellung zur Gemeinderatswahl 1976 in Westerstede“, S. 2–7, 12 (Wintersemester 1976/77).Google Scholar
  31. 27.
    Protokolliertes Interview mit einem örtlichen Spitzenkandidaten im Herbst 1976.Google Scholar
  32. 28.
    Jakob, a.a.O., S. 31 (vgl. Anm. 12); vgl. auch Pflaum, a.a.O., S. 238, 247.Google Scholar
  33. 29.
    Berücksichtigt man, daß in den Siedlungskernen die Abgrenzung der Stimmbezirke häufig nachbarschaftliche Zusammenhänge zerschneidet, dann ist zumindest in Cloppenburg der tatsächlich erreichte Grad der Abdeckung noch höher einzuschätzen.Google Scholar
  34. 30.
    Luckmann (a.a.O., S. 141) stellt die historisch entstandene ökologische Einheit und den Wandel der städtischen Gesellschaft als Grundlage zweier im Gemeinderat vertretener ideologischer Gundströmungen einander gegenüber, verzichtet allerdings darauf, diese konkreten Parteien zuzuordnen.Google Scholar
  35. 31.
    Nur diese Wahl fand ohne Wahlbezirke statt, so daß theoretisch alle Wahlberechtigten dem jeweiligen langjährigen Bürgermeister eine persönliche Stimme geben konnten. Von der im Text formulierten Regel wich jeweils ein Stimmbezirk ab.Google Scholar
  36. 32.
    Noch nicht quantitativ ausgewertete Beobachtungen aller Wahlveranstaltungen im letzten Kommunal- und Bundestagswahlkampf (Cloppenburg und Westerstede im Herbst 1976).Google Scholar
  37. 33.
    Vgl. dazu die Gemeindebegriffe bei Arno Klönne: Zum Begriff und zur Realität von politischer Gemeinde, in: Gemeinde als Alibi, hrsg. v. Ralf Zoll, München 1972, S. 249 f.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH 1978

Authors and Affiliations

  • Karl-Heinz Naßmacher
  • Wolfgang Rudzio

There are no affiliations available

Personalised recommendations