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Dorfpolitik

Eine Einführung
  • Hans-Georg Wehling
Part of the Analysen book series (ANA, volume 22)

Zusammenfassung

Die Probleme ländlicher Räume werden in der Bundesrepublik bislang zu wenig beachtet, das Land wird stiefmütterlich behandelt. Das gilt für Poütik, politische Öffentlichkeit, aber auch für die Sozialwissenschaften. Das Land und seine ihm eigenen Probleme standen bislang ganz im Schatten der Probleme städtischer Agglomerationen, der Verdichtungsräume, die seit Jahren lauthals diskutiert werden und die in dem Ruf „Rettet unsere Städte jetzt!“ des Städtetags von 1971 ihre gängige und ins allgemeine Bewußtsein gedrungene Formel fanden. Dabei sind die Probleme der ländlichen Räume nicht geringer, sondern nur weniger beachtet. Ja, beide stehen sogar in enger Verknüpfung miteinander, sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille: Was auf der einen Seite zunehmende Verdichtung ist, bedeutet für die andere anhaltende Entleerung, die Sogwirkung des Ballungsraums führt zu Entvölkerung und im Gefolge damit zur „sozialen Erosion“ des Landes. Dieser Zusammenhang wird vielfach verkannt. Die Lösung der Probleme unserer Verdichtungsräume kann folgüch nicht isoüert in Angriff genommen werden, Politik muß beide zusammen, mit einer Gesamtkonzeption, zu lösen versuchen.1

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Literatur

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    Der bislang — soweit wir sehen — beste und immer noch allein dastehende Versuch, die Probleme ländlicher Räume zu fassen, ist das von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegebene und von dessen Institut für Kommunalwissenschaften verfaßte Buch: Entwicklung ländlicher Räume, Bonn 1974, auf das wir uns beziehen.Google Scholar
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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH 1978

Authors and Affiliations

  • Hans-Georg Wehling

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