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Selektive Kontexte. Umwelten von Kindern und Erwachsenen in Ost- und Westdeutschland

Chapter
Part of the Deutsches Jugendinstitut Familien-Survey book series (DJIFAM, volume 5)

Zusammenfassung

In ökologisch orientierten Perspektiven werden die räumlich-dinghaften Gegebenheiten in der alltäglichen Umwelt von Kindern häufig als bedeutsame Ein-flußfaktoren für deren Entwicklung angesehen, wie z.B. Spielzeug, Vorhandensein und Ausstattung eines Kinderzimmers, Verfügung über Wohnraum und Art der Wohnungsausstattung, Spielmöglichkeiten außerhalb der Wohnung und ähnliches mehr. Die Sozialisationsforschung hat solchen dinglich-materiellen Merkmalen der Umwelt von Kindern im Rahmen des “sozialökologischen Ansatzes” besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht, der seit den siebziger Jahren in Nordamerika und Westeuropa erheblichen Einfluß auf die Forschung ausgeübt hat. Diese Entwicklung in der Sozialisationsforschung ist vor allem mit den Arbeiten von Bronfenbrenner verknüpft, der das Konzept der “ecology of childhood” (1981) entwickelt hat. Das Kennzeichen dieser Forschungsrichtung ist das Bemühen um ein neues Umweltverständnis für die Erklärung kindlicher Entwicklungsverläufe: es gilt, die für das Leben und die Entwicklung von Kindern tatsächlichen und bedeutsamen “physikalischen, räumlichen und sozialen Umweltbedingungen” zu erfassen (Bertram 1981: 120).

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© Leske + Budrich, Opladen 1995

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