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„Heiraten — das kann ich mir noch nicht vorstellen“ — Das psychosoziale Moratorium bei Jungen und Mädchen in der Oberstufe

  • Ulrike Popp
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Part of the Studien zur Jugendforschung book series (SZJUG, volume 10)

Zusammenfassung

„Jugend“ wird in der Literatur übereinstimmend als turbulente Zeit beschrieben, in der sich wichtige, lebenswegrelevante Einstellungen und Kompetenzen herausbilden. Eine genaue Definition von Jugend sowie eine altersspezifische Eingrenzung dieser Lebensphase ist nahezu unmöglich. Entwicklungspsychologisch akzentuierte Arbeiten skizzieren jugendspezifische „Entwicklungsaufgaben“ (vgl. Oerter / Montada 1982), in soziologischen Studien wird Jugend als Übergangszeit definiert, in der sich Wertvorstellungen ändern und die Integration in die jeweilige Gesellschaft erfolgt (vgl. Hurrelmann u.a. 1985, Sinus-Studie 1984, Zinnecker 1989).

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Anmerkungen

  1. 1.
    Wenn im weiteren von der Ablehnung der „weiblichen Geschlechtsrolle“ oder des „weiblichen Normalitätskonzepts” die Rede ist, gilt das nur für die Segmente der weiblichen Rolle, die mit den Reproduktionstätigkeiten, mit den weiblichen Familienarbeiten nach dem traditionellen Modell der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in Zusammenhang stehen. In diesem Beitrag werden keine weiblichen Geschlechtsrollenanforderungen diskutiert, die mit dem äußerlichen Erscheinungsbild, der Mode oder dem Sprachverhalten von Frauen assoziiert werden.Google Scholar
  2. 2.
    Dieser Schulmodellversuch ist als doppelt-qualifizierender Bildungsgang konzipiert worden und orientiert sich am Konzept des Kollegschulmodells in Nordrhein-Westfalen (vgl. Blankertz 1982). SchülerInnen haben hier erstmals in Hamburg die Gelegenheit, die Allgemeine Hochschulreife (oder Fachhochschulreife) zu erwerben und sich gleichzeitig beruflich zum „kaufmännischen Assistenten“ zu qualifizieren. Neben dem bekannten allgemeinbildenden Fächerkanon der Oberstufe wird eine kaufmännische Berufsausbildung mit Datenverarbeitung als Schwerpunkt geboten. In diesen Bildungsgang sind weibliche und männliche Jugendliche mit unterschiedlicher schulischer Vorbildung eingetreten. Es handelt sich zum einen um Realschülerinnen mit Abschluß der Klasse 10, weiterhin um Gymnasiastinnen und Ge- samtschülerinnen mit der Versetzung in die 11. Klasse, bzw. dem entsprechenden gymnasialen Zugang.Google Scholar
  3. 3.
    Zum ersten Erhebungszeitpunkt (Oktober 1989) waren die Schülerinnen zwischen 16 und 20 Jahre alt. Die zweite Interviewrunde erfolgte im Januar 1991; bis dahin hatten auch die Jüngsten dieses Bildungsganges das 18. Lebensjahr vollendet. Für 1992 und 1993 sind weitere Interviewrunden geplant, da dieser Schülerjahrgang bis zum Abschluß der Allgemeinen Hochschulreife wissenschaftlich begleitet wird. Bisher konnten im Längsschnitt keine Einstellungsänderungen nachgewiesen werden. Daher bleibt dieser Aspekt weitgehend unberücksichtigt.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Ulrike Popp

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