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„Spielbubis“ und „eingebildete Weiber“ — 13- bis 16jährige in Schule und peer-group

  • Klaus-Jürgen Tillmann
Chapter
Part of the Studien zur Jugendforschung book series (SZJUG, volume 10)

Zusammenfassung

In diesem Beitrag geht es um die Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen am Übergang von der Kindheit in die Jugendphase. Mit dem Ende der Latenzzeit und dem Eintritt in die Pubertät sind die 13bis 15jährigen in Kindheitskategorien nicht mehr angemessen beschreibbar, zugleich sind sie aber dem Erwachsensein noch sehr fern. Und auch gegenüber den Erscheinungsweisen der Jugendkultur sind sie noch sehr unsicher, von vielen attraktiven Schauplätzen (z. B. kommerziellen Diskotheken) sind sie noch ausgeschlossen; sie sind — wie Kieper (1984, S. 170) es ausdrückt — eine „statuslose Altersgruppe“. Zugleich müssen diese Heranwachsenden aber neue Aufgaben bewältigen und neue Orientierungen gewinnen: Die Distanzierung zum Elternhaus geht einher mit einer zunehmenden Bedeutung der Altersgruppe, die auch als ein Feld der Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht genutzt wird. Der hier angesprochene „Abschied von der Kindheit“ (Kaplan 1988) beginnt meist im 12. oder 13. Lebensjahr, wenn die Veränderungen der Pubertät unübersehbar werden. Spätestens mit 16 Jahren, wenn die Pflichtschulzeit beendet ist, sind die Heranwachsenden der Kindheit endgültig entwachsen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    In diese sekundäranalytische Betrachtung wurden alle bundesdeutschen Repräsentativstudien der 70er und 80er Jahre und alle für unsere Thematik relevanten qualitativen (Fall-)Studien des gleichen Zeitraums einbezogen. Dabei wird die (sicher nicht unproblematische) Unterstellung gemacht, daß es trotz des historischen Wandels in dieser Zeit möglich ist, all diese Untersuchungen aufeinander zu beziehen und zu einem gemeinsamen Bild zusammenzufügen.Google Scholar
  2. 2.
    Die Begriffe „Früh“ bzw. „Spätentwickler” sind hier nicht biologisch (miß-)zuverstehen. Sie beschreiben vielmehr das frühe/intensive bzw. späte/distanzierte Eintreten in die „Jugendszene“.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Klaus-Jürgen Tillmann

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