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Arbeitsmarktstrukturen und die Berufsverläufe von Facharbeitern

  • Hella Baumeister
  • Doris Bollinger
  • Birgit Geissler
  • Martin Osterland
Part of the Biographie und Gesellschaft book series (BUG, volume 13)

Zusammenfassung

In der beschäftigungspolitischen Diskussion wird nach wie vor den Facharbeitern relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Arbeiter mit einem qualifizierten Berufsabschluß scheinen im Gegensatz zu den sogenannten Problemgruppen des Arbeitsmarkts über ausreichende Arbeitsplatzalternativen zu verfugen. Ihre gute Ausbildung und der allseits beklagte „Mangel“ an Facharbeitern geben zu der Schlußfolgerung Anlaß, daß — zumindest jüngere — Facharbeiter sich auch in einer Beschäftigungskrise nach eigenen Kriterien einen Arbeitsplatz suchen und sich mit individuellen Strategien erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt bewegen können.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Bei der Beurteilung der nachfolgenden Daten ist zu berücksichtigen, daß nur ein Teil der offenen Stellen den Arbeitsämtern gemeldet wird. Trotzdem scheinen sie aber zur Ableitung tendenzieller Aussagen durchaus geeignet. Unklar ist allerdings, wie hoch der Einschaltungsgrad bei der Besetzung von Facharbeiterstellen liegt. Als durchschnittliche Einschaltquote wird etwa 50 % angesehen; vgl.: Friedrich/Henninges 1982: S.10 ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. ausführlich Friedrich/Henninges 1982; Frackmann 1982.Google Scholar
  3. 5.
    Eine ausführliche Darstellung des Verbleibs und der Berufswege von Facharbeitern gibt Hofbauer 1981; die angegebenen Zahlen aus: Hofbauer 1980. Problematisch erscheint allerdings in diesen Analysen die Zusammenfassung unterschiedlicher Arbeitsplätze in den Kategorien der Un- und Angelernten auf der einen Seite und der Angestellten auf der anderen. Der Wechsel aus einer Facharbeiterausbildung beziehungsweise -berufstätigkeit auf einen Arbeitsplatz als einfach Angelernter (in der IAB-Terminologie: Hilfsarbeiter/Ungelernter) hat im Berufsverlauf eine andere Bedeutung (und erfolgt häufig zu einem anderen Zeitpunkt und aus anderen Motiven) als der Wechsel auf einen Anlern-Arbeitsplatz als „Spezialarbeiter“ in einem Großbetrieb (zum Beispiel als Anlagenführer). Ähnliches gilt für die verschiedenen Niveaus von Angestelltenarbeitsplätzen. Die folgende Analyse differenziert im Anschluß an diese Kritik innerhalb der Statusgruppen ‘Angestellte’ und ‚Angelernte‘ und verweist auf Arbeitsmarktzwänge und individuelle Motive als Entscheidungskriterien für Berufswechsel oder Verbleib.Google Scholar
  4. 12.
    Für den Wechsel in eine andere Facharbeitertätigkeit bieten die Metall- und Elektroberufe bessere Voraussetzungen als die industrieferneren Berufe (zum Beispiel im Bau- oder im Ernährungsbereich). Sie sind flexibler sowohl im Hinblick auf einen anderen Beruf (vgl. Mertens/Kaiser 1981) wie auch im Hinblick auf Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn ein Facharbeiter des handwerklich-traditionellen Bereichs seinen Beruf aufgibt, steht ihm in der Regel nur eine Angelernten-Tätigkeit offen.Google Scholar
  5. 13.
    Die Ausbildungsintensität der Großbetriebe ist in den letzten Jahren gestiegen, so daß Jung-Facharbeiter aus dem Handwerk heute sehr viel schlechtere Einstellungschancen in der Industrie haben als in den sechziger und siebziger Jahren.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1991

Authors and Affiliations

  • Hella Baumeister
  • Doris Bollinger
  • Birgit Geissler
  • Martin Osterland

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