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Neue Methoden betrieblicher Bildungsarbeit

  • Rolf Arnold

Zusammenfassung

Das Thema „neue Methoden betrieblicher Bildungsarbeit“ bedarf in einer zweifachen Hinsicht einer Präzisierung: Zum einen ist es naheliegend zu fragen, worin sich diese „neuen“ von etwaigen „alten“ Methoden unterscheiden und aus welchen Gründen und Motiven heraus sich viele Betriebe heute nicht mehr bzw. zunehmend weniger mit den überlieferten Methoden „zufriedengeben“. Zum anderen ist zu unterscheiden zwischen den Stufen und Formen der betrieblichen Bildungsarbeit. Herkömmlicherweise werden dabei die besonderen Belange der betrieblichen Ausbildung einerseits und die der betrieblichen Weiterbildung andererseits voneinander getrennt behandelt. Gleichzeitig setzt sich jedoch auch allmählich die Einsicht durch, daß die begrifflichen Separierungen zwischen der Aus- und Weiterbildung im Betrieb eigentlich selbst immer weniger zeitgemäß sind. In der Betriebspädagogik beginnt man vielmehr seit Ende der 80er Jahre zu verstehen, daß Bildung im Betrieb als integrales Element der notwendigen systemischen Wandlungsprozesse „lernender Unternehmen“ (vgl. Meyer-Dohm/Schneider 1991) konzipiert und gestaltet werden muß, wofür sich auch der Begriff des „Organisationslernens“ einzubürgern beginnt (vgl. Arnold 1994a; b; Arnold/Weber 1995; Geißler 1991). Bei einer solchen systemisch-ganzheitlichen Sicht betrieblicher Lernprozesse büßt schließlich auch die traditionelle Unterscheidung zwischen Lehren und Lernen viel von ihrer Bedeutung ein, wobei eine Sicht entsteht, die der Tatsache Rechnung trägt, „(...) daß Lehren eine weitgehend überschätzte Tätigkeit ist“ (Rogers 1979, S. 104).

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Liturature

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© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Rolf Arnold

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