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Vermittlung von Fachkompetenz in der Berufsbildung

  • Günter Pätzold

Zusammenfassung

Die Bestimmung dessen, was „Vermittlung von Fachkompetenz in der Berufsbildung“ sein könnte, hängt zunächst davon ab, was unter Fachkompetenz verstanden wird und ob Berufsbildung in schulisch organisiertem Rahmen oder arbeitsplatzgebunden stattfindet. Berufsbildung vollzieht sich immer unter Bedingungen, die die Aktivitäten der Lernenden und die Vermittlungsmodi der Lehrenden beeinflussen. In einem Training on-the-job sind die Lernbedingungen andere als in einer Lehrwerkstatt oder in einem Unterrichtsraum der Berufsschule. Vermittlungsmethoden erhalten eine spezifische Ausprägung, wenn Lernen auf künftig zu bewältigende Situationen ausgerichtet ist und wenn durch sie die Aktivität des Lernenden favorisiert wird mit dem Ziel, den Aufbau, die Erweiterung oder die Modifizierung von Handlungsschemata durch ein selbständiges Handeln in Lern- oder Arbeitssituationen zu fördern. Hinweise auf einen sinnvollen Einsatz von Vermittlungsmethoden lassen sich zudem nur auf der Grundlage der Einsicht geben, daß nicht alle didaktisch-methodischen Arrangements ein und dasselbe Ziel in gleicher Weise zu erreichen helfen und ebenso nicht alle Ziele durch ein und dieselbe Methode erreichbar werden. Vielmehr wird eine bestimmte pädagogische Absicht nur unter Zuhilfenahme spezifischer Vermittlungsformen realisierbar. Vermittlungsbemühungen der Lehrenden sind immer in bezug auf den Lernenden zu diskutieren, auf dessen im Verlauf seiner Biographie entwickelten Einstellungen zum Lernen, wozu auch seine Beziehungen zum Lehrer, seine Lernbereitschaft und -aktivität sowie seine angeeigneten Lerntechniken gehören

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Günter Pätzold

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