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Arbeitsmarkt, Beschäftigungssystem und Berufsbildung

  • Walter Georg
  • Ulrike Sattel

Zusammenfassung

In der bildungspolitischen Diskussion um das Verhältnis von Berufsbildung und Beschäftigung steht üblicherweise die Frage im Vordergrund, welche Anforderungen das Beschäftigungssystem an die Qualifikationen der Arbeitskräfte und an das System der beruflichen Qualifizierung stellt. Als Aufgabe staatlicher Bildungspolitik erscheint dann die Umsetzung der prognostizierten Qualifikationsanforderungen in die strukturelle und curriculare Gestaltung der Bildungsgänge, um so für eine möglichst weitgehende Kongruenz zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot zu sorgen. In der Bundesrepublik Deutschland haben vor allem die wechselnden Mangellagen und Überfüllungen auf den Arbeitsmärkten für Akademiker und Facharbeiter immer wieder heftige Diskussionen über die Notwendigkeit einer intensiveren Abstimmung zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem ausgelöst. Im Mittelpunkt dieser Diskussionen steht die Frage, ob und inwieweit die Qualifikationsstruktur der Ausbildungsabsolventen nach dem Qualifikationsniveau, gemessen am formalen Niveau des Bildungsabschlusses, und nach den Qualifikationsinhalten, gemessen an der absolvierten Fachrichtung, mit der Verteilung der Arbeitsplätze und den Qualifikationsanforderungen übereinstimmt. Diese Definition des Abstimmungsproblems impliziert die Notwendigkeit einer engen Zuordnung von Abschlüssen und Anforderungen, aus der die Bewertung einer Beschäftigung als ausbildungsadäquat oder -inadäquat resultiert.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Walter Georg
  • Ulrike Sattel

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