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Bestimmung des emotionalen Klimas von Gesellschaften

  • Heinz-Günter Vester
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Zusammenfassung

Die vorangehenden Kapitel haben auf unterschiedlichen Ebenen versucht, Facetten des Phänomens Emotionen zu beschreiben. In Kapitel 5 wurden einige Leitmotive und Themata der kulturellen Codierung von Emotionen sowie Ansätze des interkulturellen Vergleichs emotionaler Erfahrung dargestellt. Sowohl ethnographische Fallstudien als auch quantitative Untersuchungen sind mit methodologischen Schwächen versehen, die eine zufriedenstellende Beschreibung oder gar Erklärung des Systems der Emotionen unter verschiedenen soziokulturellen Bedingungen als Fernziel erscheinen lassen. Wie oben gezeigt wurde, ist die Charakterisierung einer Kultur als “Scham-”, “Liebes-”, “Haß-Kultur” oder dergleichen unbefriedigend, da eindimensional. Die Charakterisierung einer Kultur oder Gesellschaft durch Persönlichkeitsmerkmale oder Nationalcharaktere ist von nur geringer Validität und stellt zumeist eine Simplifizierung des wesentlich komplexeren, d.h. mehrdimensionalen emotionalen Profils dar. Wäre es schon auf der Ebene des Individuums eine zu reduktive Vorgehensweise, wollte man das emotionale Profil oder die Stimmungslage des Individuums eindimensional mit nur einer Emotion beschreiben, so gilt das erst recht auf der Ebene von sozialen Systemen und Kulturen. Desiderata sind leicht formuliert; der Soziologie der Emotionen bleibt aber das Problem, Methoden zu entwickeln, die geeignet sind, das “emotionale Profil” oder “emotionale Klima” einer Gesellschaft zu beschreiben.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1991

Authors and Affiliations

  • Heinz-Günter Vester

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