Advertisement

Metaphern des Ich

Romaneske Entgrenzungen des Subjekts bei D’Annunzio, Svevo und Pirandello
  • Rudolf Behrens

Zusammenfassung

In dem Roman Pirandellos, der in Benjamins Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit zu einem Kronzeugen für die These vom Verlust der Aura gemacht wird, ist an einer Stelle die Rede von der Metapher des Ich. Wenn man sich nur „(...) für einen Augenblick von dieser Metapher des eigenen Ich befreien könnte, die sich unweigerlich aus unseren zahllosen, bewußten und unbewußten Rollen ergibt“, heißt es in Die Aufzeichnungen des Kameramanns Serafino Gubbio (1915/25), „(...) dann würde man sofort bemerken, daß dieser Er ein anderer ist, ein anderer, der mit ihm selbst wenig bis gar nichts zu tun hat.“1 Die Aufsplitterung des Ich in zahllose Facetten, Rollen und Schichten war bis dahin schon vielfach von Pirandello in seinem Theaterwerk und in seiner Erzählprosa vorgeführt worden. Wenn er hier die Konzeption des Ich, das nur in einer Metapher zusammengehalten wird, aufruft, so ist dies 1915 schon fast eine abgegriffene Polemik gegen einen substantialistischen Subjekt-Begriff. Sigmund Freuds Entdeckung der „Topologie“ des Unbewußten und damit die Auffächerung des Ich in einzelne ‚Regionen‘ liegt immerhin schon einige Jahre zurück. Die dritte narzißtische Kränkung, die die moderne Anthropologie nach der „kopernikanischen Wende“ und Darwins Evolutionstheorie in der Behauptung sehen kann, das Ich sei ‚nicht Herr im eigenen Haus‘,2 hatte also längst ihren Anfang genommen. Georg Simmels These von der „Achsendrehung im Begriff des Menschen“,3 1907 in Hinblick auf Schopenhauers Willenslehre formuliert, evoziert dieses Bild der ‚kopernikanischen Wende‘, die Pirandello selber wiederum in seinem Roman Il fu Mattia Pascal (1904) als eine erste Verunmöglichung des Erzählens vom menschlichen Subjekt ausgewiesen hatte. Simmel weist damit auf einen Ahnherrn, der schon zu Beginn des Jahrhunderts Kants Behauptung, ein „Ich denke“ müsse alle unsere Vorstellungen begleiten, mit dem Satz beiseite geschoben hatte: „(...) das Ich ist eine unbekannte Größe, d.h. sich selber ein Geheimnis.“4 Friedrich Nietzsche, seinerseits wieder ein Vordenker für Pirandellos Theorie des gespaltenen Ich im Umorismo-Essay (1908), hatte dem längst kursierenden Theorem von den pluralen Dimensionen des Ich, wie sie sich in der französischen Psychiatrie des fin de siècle bei Alfred Binet und Théodule Ribot darstellen, in Der Wille zur Macht (1901) dann die entscheidende Wendung gegeben, die die Rede von der Metaphorizität des Ich erst ermöglicht: Die Einheit des menschlichen Charakters, der als Konglomerat und Schnittpunkt unterschiedlicher Triebe, Regungen und Bewußtseinsbilder bestehe, sei „nur als Organisation und Zusammenspiel Einheit“. Es handle sich folglich um „ein Herrschaftsgebilde, das Eins bedeutet, aber nicht Eins ist.“ 5 Mit anderen Worten: Unter dem Zwang zur lebensnotwendigen Fiktionsbildung sind Begriffe wie Charakter, Subjekt und Ich nur Signifikanten. Sie verweisen von weitem auf eine Einheit ihres Signifikats. Über eine sprachliche Deviation stellt sich nur der Eindruck eines Ganzen her, die Sache selbst ist als ein Integral ganz ungedeckt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Luigi Pirandello: Die Aufzeichnungen des Kameramanns Serafino Gubbio. Aus dem Italienischen von Michael Rössner, Mindelheim 1986, S. 147. Der italienische Titel, 1925 in seiner definitiven Form publiziert, lautet: Quaderni di Serafino Gubbio operatore. Unter dem Titel Si gira… war er 1915 in mehreren Folgen in einer Zeitschrift erschienen,bevor er 1916 unter diesem alten Titel zum ersten Mal in Buchform erschien.Google Scholar
  2. 2.
    Sigmund Freud: Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse, in: Ders.: Gesammelte Werke, Bd. XII, London 1947, S. 11.Google Scholar
  3. 3.
    Georg Simmel: Schopenhauer und Nietzsche (1907), Hamburg 1990.Google Scholar
  4. 4.
    Arthur Schopenhauer: Werke in zehn Bänden, Bd. III. Zürich 1977, S. 162.Google Scholar
  5. 5.
    Friedrich Nietzsche: Der Wille zur Macht. Versuch einer Umwertung aller Werte, hrsg. von Peter Gast, Stuttgart 1964, S. 383 (Nr. 561).Google Scholar
  6. 7.
    Diesen Zusammenhang deutlich und detailliert herausgearbeitet zu haben, ist das Verdienst von Ezio Raimondi, der in der neuen D’Annunzio-Ausgabe im Mondadori-Verlag (I Meridiani) sowohl in einer umfänglichen Einleitung als auch in seinem begleitenden Kommentar die französischen Quellen dargelegt hat. Vgl. E.R.: Alla ricerca del romanzo’modernó (Introduzione), in: Gabriele D’Annunzio: Prose di Romani, volume primo, Milano 1988, S. XIII-XLII.Google Scholar
  7. 8.
    Zum Zusammenhang von Literatur, Psychonanlyse und deren Vorgeschichte im Wiener Kontext unter diesem Stichwort sei verwiesen auf Michael Worbs: Nervenkunst. Literatur und Psychoanalyse im Wien der Jahrhundertwende, Frankfurt/M. 1983.Google Scholar
  8. 9.
    Hinsichtlich der deutschsprachigen Literatur sei auf folgende Arbeiten verwiesen, die zum Teil sehr pointiert die Bedeutung Bourgets herausarbeiten: Renate Werner: Skeptizismus, Asthetizismus, Aktivismus. Der frühe Heinrich Mann, Düsseldorf 1972; Gisa Briese-Neumann: AsthetDilettant-Narziß. Untersuchungen zur Reflexion der fin de siècle-Phänomene im Frühwerk Hofmannsthals, Frankfurt/M./Bem/New York 1985;Google Scholar
  9. 9.
    Ulrich Schulz-Buschhaus: Der Tod des Dilettanten. Über Hofmannsthal und Bourget, in: Aufstieg und Krise der Vernunft. Komparatistische Studien zur Literatur der Aufldänmg und des Fin-de-Siècle. Hans Hinterhäuser als Festschrift zum 65. Geburtstag, hrsg. von Michael Rössner und Birgit Wagner, Wien/Köln/Graz 1984, S. 181–195.Google Scholar
  10. 10.
    Neben der vorzüglichen Kommentierung durch Ezio Raimondi (vgl. Arun. 7) ist auch zu verweisen auf Guy Tosi: L’Influence de Bourget dans l’ceuvre de D’Annunzio, in: Paul Bourget et l’Italie. Publié à l’occasion du cinquantenaire de la mort de Paul Bourget sous la direction de M.G. Martin-Gistucci, Genève 1985, S. 173–201.Google Scholar
  11. 11.
    Eine gewisse Verlegenheit der Literaturgeschichtsschreibung gegenüber D’Annunzio ist angesichts seiner maßgeblichen Rolle bei dem Entwurf einer faschistischen Ästhetik zu Beginn des Jahrhunderts nur allzu verständlich. Seine Integration in den gattungsgeschichtlichen Kontext des Romans um die Jahrhundertwende ist deshalb zugunsten der viel weiter in die Moderne hineinreichenden Autoren Svevo und Pirandello vernachlässigt worden. Einzig unter ideologiekritischen Perspektiven und dem übergreifenden Dekadenzbegriff, der wiederum nur partiell auf das Romanwerk Pirandellos und Svevos sinnvoll anwendbar ist, hat Leone de Castris in einer Arbeit die drei Autoren miteinander verklammert; Arcangelo Leone de Castris: Il Decadentismo italiano. Svevo, Pirandello, D’Annunzio, Bari 1974.Google Scholar
  12. 12.
    Charles Baudelaire: Le Peintre de la vie moderne, in: OEuvres complètes, hrsg. von Claude Pichois, Paris 1976, Bd. 2, S. 695.Google Scholar
  13. 13.
    Zum ideengeschichtlichen Zusammenhang zwischen „modernité’ und „dilettantisme“ sei verwiesen auf Jean-François Hugot: Le Dilettantisme dans la littérature française de Renan à Ernest Psichari, Paris 1984.Google Scholar
  14. 15.
    Dazu vor allem Ulrich Schulz-Buschhaus: Bourget oder die Gefahren der Psychologie, des Historismus und der Literatur, in: Lendemains VIII (1983), S. 36–45.Google Scholar
  15. 16.
    Zur Einordnung dieses Romans in den weiteren Kontext dekadentistischer Literatur künstlicher Reizstimulierung vgl. Jürgen Sanger: Aspekte dekadenter Sensibilität. Joris-Karl Huysmans’ Werk von „Le Drageoir aux épices“ bis zu „A rebours”, Frankfurt/M./Bern/Las Vegas 1978.Google Scholar
  16. 17.
    Hamlet et OEdipe, in: J.S.: ceil vivant H. La relation critique. Paris 1970, S. 286–319, hier S. 301.Google Scholar
  17. 18.
    Stellvertretend für andere Studien seien zumindest zwei erwähnt, die das Hamlet-Syndrom des fin de siècle in bezug auf verschiedene Autoren ausloten, Peter Brooks: The Rest is Silence. „Hamlet“ as Decadent, in: Jules Laforgue. Essays on a Poet’s Life and Work, hrsg. von Warren Ramsey, Carbondale/Edwardsville 1969, S. 93–110; Paul Pelckmans: OEdipe, Hamlet et le mensonge romantique. Une lecture d’„André Cornelis” de Bourget, in: Neohelicon VII,2 (1980), S. 245–281.Google Scholar
  18. 19.
    Friedrich Nietzsche: Werke in zwei Bänden. Bd. II, München 1967, S. 285.Google Scholar
  19. 20.
    Hugo von Hofmannsthal: Gabriele D’Annunzio (1893), in: H. v. H.: Gesammelte Werke in 10 Einzelbänden. Reden und Aufsätze I/1891–1913, Frankfurt/M. 1979, 5.174–184, hier S. 176.Google Scholar
  20. 21.
    An Forschungsliteratur seien hier aus Platzgründen nur wenige Titel genannt. Eine seriöse biographisch orientierte Einführung bietet neuerdings Eurialo De Michelis: Guida a D’Annunzio, Torino 1988; bei den älteren Gesamtdarstellungen der Romane wird man angesichts der ansonsten enkomiastisch ausgreifenden Forschungsliteratur immer noch zurückgreifen auf die bescheidene Arbeit von Jacques Goudet: D’Annunzio romanziere, Firenze 1976 (Biblioteca di „Lettere italien“ XV); unsere Deutung tangierende Studien sind besonders Hans Hinterhäuser: Fin de siècle. Gestalten und Mythen, München 1977;Google Scholar
  21. Wolfgang Drost: Negative Idealität im Denken Gabriele D’Annunzios: eine Lektüre des Romans „Il Piacere“ (1889), in: Italienische Studien 3 (1980), S. 45–57;Google Scholar
  22. Pietro Aragno: Des Esseintes e Andrea Sperelli: assenza e presenza della donna nell’iter edonistico di due „vinti“ decadenti, in: Annali d’Italianistica 5 (1987), S. 237–244;Google Scholar
  23. Olga Ragusa: Punti di raffronto tra „II Piacere“ e „A rebours”, in: Kentucky Foreign Language Quarterly 6 (1959), S. 126–131;Google Scholar
  24. D’Annunzio a Yale. Atti del convegno (Yale University,26–29 marzo 1988), hrsg. von Paolo Valesio, Milano 1989;Google Scholar
  25. D’Annunzio a cinquant’anni dalla morte. Atti dell’XI convegno internazionale di studi dannunziani, 2 Bde., Pescara 1989.Google Scholar
  26. 22.
    Die einschlägigen Ausführungen dazu finden sich bei Ralph-Rainer Wuthenow: Muse, Maske, Meduse. Europäischer Ästhetizismus, Frankfurt/M. 1978.Google Scholar
  27. 23.
    Vgl. Gabriele D’Annunzio: Prose di romanzi I, Milano 1988, S. 35f.Google Scholar
  28. 25.
    Unverzichtbar für diesen Kontext des Transgressiven ist immer noch Mario Praz: La carne, la morte e il diavolo nella letteratura romantica, Firenze 1930.Google Scholar
  29. 26.
    So auch die Deutung bei Giusi Oddo de Stefans: L’Innocente. II mito del superuomo e il mondo della ‘trascendenza deviata’, in: Forum Italicum 20,1 (1986), S. 83–99.Google Scholar
  30. 27.
    Zur Entwicklung des Scheiterns, das dem Protagonisten die eigene Unfähigkeit angesichts seiner nietzscheanischen Visionen vor Augen führt, vgl. die Interpretation bei Ettore Paratore: II Trionfo della morte, in: Lettere italiane XXXIII,4 (gennaio-marzo 1981), S. 509–528; und Arturo Mazzarella: II Trionfo della morte contro la ‘volontà di potenza’, in: Atti dell’Accademia di scienze morali e politiche XCI ( 1980 ), Napoli 1981, S. 429–481.Google Scholar
  31. 30.
    Dies ist zuletzt vorzüglich dargelegt bei Helene Harth und Erhard Stölting: Ästhetische Faszination und Demagogie. Zur Entstehung des „faschistischen Stils“ in Italien, in:Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte 11 (1987), Heft 1/2, S. 119–145.Google Scholar
  32. 31.
    Dieses rekurrente Bild bei D’Annunzio, das auch und gerade in Il fuoco immer wiederkehrt und die Ambivalenz zwischen erotisierender Faszination und visionärer Position gegenüber der „masse“ auf einen Nenner bringt, verfolgt Lea Ritter-Santini: Die Kralle der Chimäre. Gabriele D’Annunzios sprachliche Invention, in: Dies.: Lesebilder. Essays zur europäischen Literatur, Stuttgart 1978, S. 212–250.Google Scholar
  33. 32.
    Vgl. Hans-Günther Funke: Das Thema der ‘senilità’ im Romanwerk Italo Svevos, in: Italienische Studien 2 (1979), S. 91–107; das Verhältnis von Una vita zum französischen Desillusionsroman klärt Dietrich Schlumbohm: Svevo und Stendhal. Zur Interpretation von ‘Una vita’,in: Romanistisches Jahrbuch 20 (1969), S. 91–112.Google Scholar
  34. 33.
    So die Deutung bei Verf.: Svevos ‘Inettï als Dilettanten. Eine Umwertung im Horizont von Dilettantismusthematik und Modernitätskritik, in: Italo Svevo. Ein Paradigma europäischer Moderne, hrsg. von Rudolf Behrens und Richard Schwaderer, Würzburg 1990, S. 109–130.Google Scholar
  35. 35.
    Für diese These machen sich vor allem stark Giuseppe Antonio Camerino: Il concetto d’inettitudine in Svevo e le sue implicazioni mitteleuropee ed ebraiche, in: Lettere italiane 25,2 (1973), S. 190–214; Brian Moloney: Italo Svevo as a Jewish Writer, in: Italian Studies 28 (1973), S. 52–63.Google Scholar
  36. 36.
    Zu diesem Zusammenhang vgl. bes. Ciampolo Borghello: La coscienza borghese. Saggio sulla narrativa di Svevo, Roma 1977;Google Scholar
  37. Mario Lavagetto: L’impiegato Schmitz e altri saggi su Svevo, Torino 1975.Google Scholar
  38. 38.
    Von den prominentesten Studien dieses Zusammenhangs seien genannt Edoardo Saccone: Svevo, Zeno e la psicanalisi, in: Modern Language Notes 85 (1970), S. 67–82;Google Scholar
  39. Ders.: Malattia e psicanalisi nella ‘Coscienza di Zeno’, in: Modern Language Notes 88 (1973), S. 1–43;Google Scholar
  40. C. Fonda: Svevo e Freud, Ravenna 1978;Google Scholar
  41. Mario Fusco: Italo Svevo: conscience et réalité, Paris 1973;Google Scholar
  42. Elio Gioanola: Un killer dolcissimo, Genova 1979;Google Scholar
  43. Deutlich sieht dagegen die ironische Verarbeitung der Psychoanalyse Brian Moloney: Psychoanalysis and irony in ‘La Coscienza di Zeno’, in: The Modern Language Review 67,2 (1972), S. 309–318.Google Scholar
  44. 39.
    In wirkungsästhetischer und gattungstheoretischer Hinsicht ist gegen diese ungerechtfertigte Vorrangstellung der Psychoanalyse als normativem Bezugsrahmen der Deutung pointiert argumentiert worden bei Roland Galle: Wissenschaft und Kunsterfahrung. Zum Verhältnis von Romanform und Psychoanalyse in Svevos ‘La Coscienza di Zeno’, in: Aspekte des Erzählens in der modernen italienischen Literatur, hrsg. von Ulrich Schulz-Buschhaus und Helmut Meter, Tübingen 1983, S. 125–142.Google Scholar
  45. 40.
    Italo Svevo: Zeno Cosini, aus dem Italienischen von Piero Rismondo, Hamburg 1959, S. 419.Google Scholar
  46. 42.
    Italo Svevo: Racconti, saggi, pagine sparse, hrsg. von Bruno Maier ( Opera omnia III ), Milano 1968, S. 816.Google Scholar
  47. 43.
    Die hier vorgelegte Deutung kann sich stützen auf die Darstellungen bei Eduardo Saccone: Commento a ‘Zeno’. Saggio sul testo di Svevo, Bologna 1973, S. 17ff. und Jean Spizzo: Svevo ou la pratique auto-analytique de l’écriture, in: Italo Svevo. Ein Paradigma europäischer Moderne, hrsg. von Rudolf Behrens und Richard Schwaderer, Würzburg 1990, S. 189–204.Google Scholar
  48. 44.
    Italo Svevo: Die Erzählungen, Bd. 2, Reinbek bei Hamburg 1984, S. 228.Google Scholar
  49. 47.
    Vgl. die einschlägigen Darlegungen im Artikel „Originalität“ in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hrsg. von Joachim Ritter und Karlfried Gründer, Bd. 6, Darmstadt 1984, Sp. 1373–1378.Google Scholar
  50. 49.
    Wie Pirandello seine literarische Arbeit als Zersetzungsarbeit am Mythos versteht und gleichwohl diese Dekonstruktion wieder in neue Mythen einmünden läßt, hat zuletzt Michael Rössner gezeigt: Pirandello Mythenstürzer. Fort vom Mythos. Mit Hilfe des Mythos. Hin zum Mythos, Wien/Köln/Graz 1980.Google Scholar
  51. 51.
    Verwiesen wird ausdrücklich auf Alfred Binets Hauptwerk: Les altérations de la personnalité (1892).Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. Luigi Pirandello: Der Humor. Essay; aus dem Italienischen von Johannes Thomas, Mindel-heim 1986, S. 193ff.Google Scholar
  53. 56.
    Luigi Pirandello: Einer, keiner, hunderttausend; aus dem Italienischen von Piero Rismondo, Mindelheim 1986, S. 52.Google Scholar
  54. 57.
    Debenedetti bezeichnet den Protagonisten von 11fu Mania Pascal deshalb als einen “personaggio in disponibiltll: il che vuol dire che non ha fini propri, e non li ha perché ignora il quid pia profondo, originale, originario dise stesso, quella che potremmo chiamare la specifica vocazione della propria energia vitale.”, Giacomo Debenedetti: IL romanzo del novecento. Quaderni inediti, Milano 1981, S. 317.Google Scholar
  55. 59.
    Einen direkten Vergleich der beiden Protagonisten-Typen bieten mehrere Aufsätze in dem Sammelband: 11 romanzo di Pirandello e Svevo. Introduzione di Enzo Lauretta, Firenze 1984; zur Kontrastierung von Pirandellos Konzept des ‘humoristisch’-krisenhaften Bewußtseins mit D’Annunzios Verklärung des „superuomo“ vgl. Carlo Salivari: Miti e coscienza del decadentismo italiano (D’Annunzio, Pascoli, Fogarraro e Pirandello ), Milano 1960.Google Scholar
  56. 60.
    Vgl. dazu die Darstellung bei Johannes Thomas: Anmerkungen zum „umorismo“ in Luigi Pirandellos ‘L’esclusâ. Verismus-Debatte: Ein Streit um nichts, in: Ders. (Hrsg.): Pirandello und die Naturalismus-Diskussion. Akten des II. Paderborner Pirandello-Symposiums, Paderborn/München/Wien/Zürich 1986, S. 105–124;Google Scholar
  57. vgl. auch die erhellenden Ausführungen zu Strategien der „Desorientierung des Lesers“, exemplarisch vorgeführt bei Ulrich Schulz-Buschhaus: Sozialkritik und Rationalitätskritik bei Pirandello. Das Beispiel der Novelle ‘Quand’ero matto’, in Michael Rössner, Frank-Rutger Hausmann (Hrsg.): Pirandello und die europäische Erzählliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts, Bonn 1990, S. 77–93.Google Scholar
  58. 61.
    So bei Walter Geerts: ‘Il fu Mattia Pascal’ in the Picaresque Tradition, in: Gian Paolo Biasin, Nicolas J. Perella (Hrsg.): Pirandello 1986. Atti del simposio internazionale, Roma 1987, S. 127–134.Google Scholar
  59. 62.
    Zur Einordnung von Einer, keiner, hunderttausend in den weiteren Kontext des humoristischen Romans (Laurence Sterne) vgl. Giancarlo Mazzacurati: Pirandello nel romanzo europeo, Bologna 1987.Google Scholar
  60. 63.
    Vgl. Gavriel Moses: „Gubbio in Gabbia“. Pirandelló s Cameraman and the Entrapments of Film Vision, in: Modern Language Notes 94,1979 ( Italian Issue ), S. 36–60.Google Scholar
  61. 65.
    Luigi Pirandello: Mattia Pascal; aus dem Italienischen von Piero Rismondo, Mindelheim 1987, 5. 12.Google Scholar
  62. 67.
    Ausführlich ist diese komplexe Reinkarnation dargelegt bei Frank-Rutger Hausman: Doppelung und Spaltung in Luigi Pirandellos Roman ‘II fu Mattia Pascal’, in: Italienische Studien 2, 1979, S. 67–90, hier bes. S. 75f.Google Scholar
  63. 70.
    Im Sinne einer „Verfremdung, um die Suche nach einer verlorenen authentischen Kommunikation einzuleiten“ wird Moscardas Handeln als absichtsvolle Provokation gedeutet bei Karl Hölz: Doppelsinn und Widerspruch. Theorie und Praxis der Modernität im Werke Luigi Pirandellos, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift 31, 1981, S. 173–190, hier 5.180.Google Scholar
  64. 71.
    Vgl. die Belegstellen aus verschiedenen Interviews der 20er Jahre bei Gaspare Giudice: Luigi Pirandello, Torino 1963.Google Scholar
  65. 72.
    Vgl. die verdienstvolle Argumentation bei Johannes Thomas: Dialektik der Dekadenz. Faschismus und utopische Rettung bei Luigi Pirandello, in: Italienische Studien 6, 1983, S. 73–93.Google Scholar
  66. 73.
    In diese Richtung argumentiert grundsätzlich auch Franz Rauhut: Der junge Pirandello oder das Werden eines existentiellen Geistes, München 1964.Google Scholar
  67. 74.
    Ausdrücklich und ausführlich tut das Mazzacurati: Pirandello nel romanzo europeo (in dem Kapitel: „Ombre e nasi: da Tristram Shandy a Vitangelo Moscarda“, S. 269–303).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Rudolf Behrens

There are no affiliations available

Personalised recommendations