Advertisement

Außenpolitische Strategien und Zielkonflikte der Entscheidungsträger

  • Gustav Schmidt
Chapter
  • 25 Downloads
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB)

Zusammenfassung

Eine Analyse der Außenpolitik, die mehr leisten will als die Schilderung der Aufeinanderfolge von Ereignissen und Reaktionen auf Bedrohungen von außen, muß von der Annahme ausgehen, daß der Außenpolitik eine Strategie zugrunde liege1; der Begriff „Strategie“umspannt sowohl die innenpolitischen Orientierungen und Bedingungen der Außenpolitik als auch grundsätzliche Überlegungen über die Beziehungen zu anderen Mächten. Strategie im Sinne dieser Definition erlaubt die Verbindung verschiedener Komponenten zu einem Handlungs- und Verhaltensmuster, das es ermöglicht, die Faktoren herauszufiltern, die für die Außenbeziehungen eines Staates relevant sind. Die Analyse außenpolitischer Strategien stellt die historischen Perspektiven und Vorbelastungen im Selbstverständnis der politischen Handlungsträger heraus2, klärt den Stellenwert sowohl innenpolitischgesellschaftlicher Gegebenheiten und,,operative ideals“als auch zwischenstaatlicher bzw. internationaler Aspekte (Völkerrecht usw.) und Faktoren und erläutert schließlich das Instrumentarium und die Methoden der außenpolitischen Aktionen und Reaktionen. Für analytische Zwecke ist Strategie eine Denkfigur, die der Einbettung von Vorgängen, Aspekten und Strukturen in Zusammenhänge dient und helfen soll, langfristige Perspektiven zu erschließen. Sie bündelt die von den Entscheidungsträgern wahrgenommenen bzw. ausgewerteten Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen, die die innenpolitischen Voraussetzungen und die internationale Konstellation als Operationsfeld englischer Außen- und Sicherheitspolitik zu bieten schienen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Zum Strategiebegriff s. die Habil.-Schrift des Verf.; er orientiert sich vor allem an: Thomas C. Schelling, The Strategy of Conflict, Cambridge/Mass. 1960, S. 3–20; vgl. auch Krippen-dorff, Ist Außenpolitik Außenpolitik?, in: PVS, IV (1963), S. 265 f. Der Strategiebegriff entspricht in etwa den zeitgenössischen Vorstellungen, besonders denen der,,economic appeaser“im Foreign Office; s. Anm. 111/44. Die Annahme, daß der Außenpolitik eines Landes eine „Strategie“zugrundeliege, besagt zunächst nur, daß die Außenpolitik im eigenen Land sowie für,,Freund und Feind“im Ausland erklärt (rationalisiert) werden muß. Dafür bieten die konkurrierenden Einfluß-und Meinungsgruppen ihre Konzeptionen an. Wenn — wie im Folgenden — die Exponenten verschiedener Richtungen und Präferenzsysteme ihre „Strategien“im ständigen Meinungsaustausch des „Government by Committee“-Systems einander unterbreiten, kann man die Möglichkeit ausschließen, daß zwischen ‚subjektiv ehrlich’gemeinten Konzeptionalisierungen und tatsächlichem’ Verhalten und Handeln gravierende Unterschiede auftreten. Eine zweite Frage ist, ob die Regierungspolitik einer der vorgeschlagenen Strategien strikt folgt: sie wird bemüht sein müssen, der in den permanenten Strategie-Diskussionen jeweils verabredeten (konsensfähigen) Marschroute zu folgen.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Karl Rohe, Towards Commonwealth in Europe?, in: The Round Table, 1971, S. 129: „the values, cognitions and emotional commitments of a nation are to a large degree shaped by historical experiences which not only condition future action and thinking but also the process of future social and political learning. “Beispiele sind u. a. Vansittarts Regreß auf das „Old Adam“-Idiom (Crowe-Denkschrift vom 1.1.1907), Hankeys und Chatfields Analogieschluß von englischen imperialen Erfahrungswerten auf mögliche deutsche Erfahrungen im Fall eines „Drangs nach Osten“(s. Anm. II/60).Google Scholar
  3. 3.
    Diese vereinfachte Wiedergabe der Diskussion zur Theorie der Außenpolitik mag für die Zwecke der nachfolgenden Interpretationen genügen. Zur Genesis und zu den Aspekten des Machtverlustes des Foreign Office bereits vor 1914, unter Lloyd George und dann unter N. Chamberlain s. die Arbeiten von Zarah S. Steiner. — Die Kritik der Regierungschefs am FO ist zum großen Teil berechtigt; das FO berief sich auf Traditionen, ohne den Substanzverlusten, dem Statuswandel in der Weltwirtschaft usw. Rechnung zu tragen. Auf der anderen Seite gefährdeten sowohl Lloyd George als auch N. Chamberlain durch ihre Methoden ihre Außenpolitik, u. a. deshalb, weil sie sich auf diese Weise innenpolitisch isolierten; vgl. Rock, S. 29.Google Scholar
  4. 4.
    Zum Konflikt zwischen Hankey/Stabschefs und Vansittart/FO Ende Januar/Mitte Februar 1935 wegen des Luftpaktprojekts s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 155 ff. Zum Konflikt zwischen WO und FO in der Frage der Reform des Völkerbundes s. oben, Kap. I. Die Kritik an der pro-französischen Orientierung des FO zielt primär gegen die Devise, Verhandlungen stets ä trois zu führen; s. Anm. 11/21, 141.Google Scholar
  5. 5.
    Diese,,strukturelle“Komponente der Debatte wird übersehen, wenn man den Appeasern, besonders N. Chamberlain, anlastet, sie hätten nicht auf die warnenden Stimmen der „Opposition“gehört; s. Rock, S. 54,95;s. ferner Lafore, The End of Glory: An Interpretation of the Origins of the Second World War, 1970, S. 189 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Roskill, Hankey, Bd. III, S. 187.Google Scholar
  7. 7.
    Siehe oben Anm. E/52; vgl. Karl Rohe, Was ist Politik?, 1978, sowie ders., Politische Sozialisation und Sozialisation des Politischen, in: SociologicaInternationalis, XIII (1975), S. 39: „Was politisch ist in einer Gesellschaft und zwischen Gesellschaften bestimmt sich durch seinen manifesten und latenten Bezug zu Personengruppen und Institutionen, die in der Lage sind, verbindlich kollektive Entscheidungen über wichtige gesellschaftliche Angelegenheiten zu treffen und deren Durchführung direkt oder indirekt zu überwachen.“Dabei sei zu beachten, daß die bewußte Ausklammerung von „politisch Möglichem“aus Kapazitäts-verarbeitungsgründen ein Überlebensimperativ moderner politischer Systeme ist.Google Scholar
  8. 8.
    Die Regierung konnte schon aufgrund der „Freiräume“zwischen „Politik“und den Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft die außenpolitischen Aktivitäten inoffizieller, halboffizieller Stellen und Personen nicht „dirigieren“oder über alle Vorgänge informiert sein (bzw. sein wollen!). Gerade in Außenwirtschaftsfragen ließ sie den pro-deutschen Kräften (Tiarks, Tennant) — aber natürlich auch den auf andere Länder orientierten „interests“— „freie“Hand. Das bedeutete stets, daß sie ihrerseits „frei“entscheiden wollte, ob sie die ihr angetragenen Modelle für eine Lösung und Regelung der deutsch-englischen Beziehungen anhören, aufgreifen oder ablehnen wollte.Google Scholar
  9. 9.
    Ein entsprechendes Kapitel findet sich in der Habilitationsschrift des Verf.Google Scholar
  10. 10.
    Durch die genannten Kriterien unterscheiden sich die folgenden Interpretationen von den politischen Porträts, die Cowling vorgelegt hat. Chatfield, Hankey (beide rückten in den Rang von Kabinettsministern auf, 1938/40) und Vansittart (er wurde Ende 1937 „entmachtet”) waren in den Defence Committees der dreißiger Jahre, in den Japan- und Deutschland-Ausschüssen beratende oder Vollmitglieder. Warren Fisher, Permanent Secretary des Schatzamts und damit,,Head“des Civil Service, war,,der Vierte im Bunde“; zu seiner außenpolitischen Strategie und seinem Einfluß auf die Rüstungspolitik liegt bereits eine Studie von D.C. Watt vor (Personalities, Essay 3). Die Kabinettsprotokolle lassen aus zahlreichen Gründen eine Rekonstruktion der,,Strategien“nicht zu. Die Protokolle und Memoranden der „committees of officials“finden im Briefwechsel, in den Entwürfen der Ressortbeamten usw. eine wichtige Ergänzung. Da es dem Verf. darauf ankommt, die Einschätzung der für Englands Außenbeziehungen maßgeblichen Aspekte aus der Sicht der Machteliten darzustellen, empfiehlt es sich, die Analyse auf die Strategien „beamteter“Ratgeber zu konzentrieren. Die ausgewählten „officials“gehören zum engen Kreis der „Dauerdebat-ter“in der englischen Sicherheitspolitik. Ihr Einfluß ist vielfach bezeugt; s. zum Beispiel D. Marquand über R. MacDonald und Hankey; Gibbs über Chatfield, S. 613 u. a. O.Google Scholar
  11. 11.
    Zur Kampagne gegen Hankeys Einfluß und zur Kritik am CID-System s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 52 ff., 98 ff., 201 ff. Zu Hankeys Opposition gegen den Luftpaktvorschlags. Protokoll der Ministersitzung 1.2.1935, A. F. (B) (35), S. 11, Cab. 21–413;Hankey-Memo., 2. 2.1935, ebd.Google Scholar
  12. 12.
    Zu Hankeys Reaktion auf die Denkschrift Vansittarts vom Dezember 1936 und den Beratungen im COS und CID s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 237 ff., 243, 252, 264. Hankey und Vansittart setzten Anfang 1936 eine Änderung des Rheinzonen-Status als notwendig voraus. Der Disput ging mehr um die Ersatzlösung: Hankey lehnte die Übernahme neuer Obligationen ab, das FO spekulierte auf die abschreckende Wirkung einer englischen Beistandsverpflichtung (an Frankreich) auf Deutschland.Google Scholar
  13. 13.
    FO-Memo., The Proposed Aerial Convention, 21.2.1935, CID 1166-B, § 6; COS 364 = CID 1161-B, 8.2.1935, §§ 16, 17; Hankey-Note, 16.2.1935; A. F.(B) (35), 1.2.1935 (Protokoll Ministersitzung); C. P. 19 (35), 24.1.1935; C. P. 23 (35), 25.1.1935, alle vorgenannten Zeugnisse in: Cab. 21–413. Zur Luftpaktfrage vgl. Hauser, S. 120 ff.; Roskill, Hankey, III, S. 155 ff.; ferner Hankey an R. MacDonald,4.2. und 26.2.1935;Montgomery-Massingberd an Chatfield, 23.2.1935, Cab. 21–413.Google Scholar
  14. 14.
    Zum Einfluß vonChatfield s. neben Gibbs (S. 613) vor allem die Studie von Eva H. Harasz-ti, Treaty-Breakers or, Realpolitiker?, Boppard 1971; s. auch die Memoiren Chatfields, It Might Happen Again, London 1947. Chatfield erklärte sich gegen Stabsgespräche, gegen „Ost“-Bindungen, gegen Präzisierungen der Verpflichtungen gegenüber Frankreich — er lag auf der Linie der Mehrheitsmeinung im Kabinett; s. oben, Kap. I; COS 364, 8.2.1935, = CID 1161-B, in: Cab. 21–413; C. P. 19 (35), § 7.Google Scholar
  15. 15.
    Die im Folgenden erwähnten Punkte und Aspekte sind in den anderen Kapiteln eingehenderbehandelt; sie werden hier zusammengefaßt, um den Kontext der Debatte zu umreißen.Google Scholar
  16. 16.
    Siehe oben, Kap. I und Kap. IV, unten. — Vgl. Roskül, Hankey, Bd. III, S. 86 ff.; Gibbs, in: Forstmeier/Volkmann, Wirtschaft und Rüstung, S. 246; ders., Grand Strategy, Kap. I. Die Ten Years’ Rule ist von Howard (Continental Committent, S. 78 f.) als freiwillige einseitige Abrüstung mit der erzwungenen deutschen Abrüstung nach 1919 verglichen worden.Google Scholar
  17. 17.
    Zum Konflikt zwischen FO und Treasury 1928/29 s. auch M. Recker, England, S. 255 f.; Lindsay-Note, 8.3.1929, betr. Protest W. Fishers gegen ein von A. Chamberlain zirkuliertes Memorandum des Central Department „Foreign Trade, Finance and Foreign Office“vom 16.2.1929, C. P. 64 (29) = W 1846/1846/50, FO 800–263, S. 433 ff.;s. dazu Treasury-Minutes, T 175–34, T 175–4.Google Scholar
  18. 18.
    Zur Stresa-Konferenz 1932 s. Arndt, The Economic Lessons of the Thirties, S. 237; Nere, S. 107 ff.Google Scholar
  19. 19.
    Das FO kam in Fragen der politischen Rückwirkungen der Handelsvertragsverhandlungen mit den skandinavischen Ländern, Holland und Argentinien mit den Wirtschaftsministerien in Konflikt und ersuchte die Unterstützung der Premierminister bzw. Parteiführer. Es argumentierte, daß diese Länder im Konfliktfall — entsprechend den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg — für England einen hohen Stellenwert hätten und die englische Außenpolitik daher dafür sorgen müsse, daß das Stimmungsbarometer auf guten Willen gegenüber England eingestellt bleibe. Unter dem Druck der Agrar-Lobby und der Protektionisten bemühten sich Treasury und Board of Trade darum, die Handelsvertragsländer unter Ausnutzung der stärkeren englischen Ausgangsposition zu Konzessionen zu zwingen. Zu den Handelsverträgen und ihren ökonomischen Wirkungen s. H. W. Richardson, Economic Recovery, S. 260 ff.; H. J. Richardson, British Economic Foreign Policy, S. 102 ff., 176 ff. Wendt verdeutlicht, daß die Protektionisten ihre Forderungen nicht voll durchsetzen konnten. Im FO empfand man „Ottawa“, „embargo on foreign loans“und £-Block als Erschwernisse in der Gestaltung der Außenbeziehungen.Google Scholar
  20. 20.
    Hodsoll an Dill/Ludlow/Hewitt/King, 19.10.1934, Cab. 21–417. — Das FO hatte die Luft-waffengefahr im Auge, vor allem die größere Expansionsfähigkeit der deutschen Produktion (im Vergleich zu den Vorausschätzungen des Air Ministry); s. hierzu neben Roskill, Hankey, III, S. 168 ff., vor allem Gibbs, Kap. 14/15; s. auch M. Gilbert, Winston Sp. Churchill, Bd. V, 1922–1939, London 1976, Kap. 32.; zur Bewertung der englischen Schätzungen s. Overy. — Mit Rücksicht auf die Kapazitäten der englischen Rüstungsindustrie galt der 1.1.1939 als Zieljahr („target date“) der Rüstungsprogramme. Zweifel, ob die Programme termingerecht verwirklicht werden könnten, bestanden seit Mitte 1935.Google Scholar
  21. 21.
    Das FO bezichtigte insbesondere das War Office, weniger die Stabschefs insgesamt, Illusionen über den Zeitpunkt,,X“der deutschen Gefahr zu hegen. Das War Office und die Admiralität (Chatfield) konterten mit Vorwürfen gegen den Optimismus des FO hinsichtlich der militärischen Anstrengungen Frankreichs.Google Scholar
  22. 22.
    Zum Abschreckungs-Aspekt s. Anm. IV/41. Die Kurzlebigkeit der Programme für den Ausbau der RAF schildert R. Higham besonders drastisch. Nüchterner, aber nicht weniger kritisch, sind die Ausführungen von Postan, Gibbs, Meyers, Webster-Frankland sowie die Memoiren von Sir John Slessor, The Central Blue, London 1956Google Scholar
  23. 23.
    Als Kriegsminister versuchte D. Cooper, „continental commitment“als erste Priorität unter den Aufgaben des Heeres und pro-franzÖsische Prämissen der englischen Sicherheitsund Außenpolitik zur Deckung zu bringen. In zwei Anläufen wies N. Chamberlain die offene Kampfansage an die von ihm vertretene „limited Hability”-Doktrin zurück; s. den Denk-schriften-„Krieg“Ende November/Dezember 1936: — C. P. 326 (36), 3.12.1936, The Role of the British Army, C. P. 334 (36), 11.12.1936, N. Chamberlain, The Role of the British Army; C. P. 337 (36), Cooper, ebd., 14.12.1936, in: Cab. 24–265; die Beratungen im Kabinett am 16.12.1936, Cab. 75 (36) 6, Cab. 23–86; vgl. Dennis, Decision by Default, S. 81–98. Coopers Amtszeit im War Office trug nicht dazu bei, dieses in administrativ-organisatorischer und rüstungs-wirtschaftlicher Hinsicht im Argen liegende Ressort auf Vordermann zu bringen; das untergrub Coopers Stellung im Kabinett. Die anderen beiden Streitkräfte nutzten die „schwache“Verhandlungsposition des War Office besonders in Fragen der Kontrakt-Gespräche mit der Industrie.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Anm. 1/26 sowie unten, Kap. IV, Einleitung 1935/36 wollten die Militärs nicht auf der Basis von FO-Richtlinien arbeiten, sondern eine Entscheidung des Kabinetts gegen „collective security“herbeiführen: Gebe die Regierung den Mythos der kollektiven Sicherheit preis? In der Rheinzonen-Krise schloß sich das WO der „backyard“-These an. Im Foreign Policy Committee kritisierte das WO die Vorschläge des FO zur Reform des Völkerbundes; vgl. Howard (S. 94) zum Disput 1926 über dieselbe Frage. Zum Disput Ende 1937/ Anfang 1938 s. Dennis (S. 115 ff.). Das WO weigerte sich wiederholt, auf Fragenkataloge des FO militärisch-technische Antworten zu geben und unterbreitete statt dessen Thesen, die auf vom FO-Standpunkt abweichenden Prämissen beruhten; s. Cab. 21–441,,,Collective Security. Strategie Review of the Situation in Europe“, darin bes. Harris-Memo., Mai 1936, COS 491 (Joint Planning Staff); s. ferner FO 371–19 912, C 5951/4/18.Google Scholar
  25. 25.
    CID 1082-B, Annual Review of Imperial Defence, 1932; vgl. Gibbs, S. 78 ff.; Dennis, Decision by Default, S. 28 ff.Google Scholar
  26. 26.
    Cab. 21–369; vgl. Gibbs, S. 86 f., 96 ff., 120 ff.Google Scholar
  27. 27.
    Montgomery-Massingberd (an Hankey, 13.9.1933) sprach sich gegen einen Alarmruf im COS-Report aus, um nicht die Ablehnung der Vorschläge im CID und im Kabinett zu riskieren. Hankey (an Chatfield, 18.9.33) und Chatfield (an Hankey, 15.9.1933) wollten den „Politikern“reinen Wein einschenken; s. Cab. 21–369.Google Scholar
  28. 28.
    Hankey (an Chatfield, 18.9.1933, Cab. 21–369) wollte diese Möglichkeit nicht ausschließen; er erinnerte daran, daß sich das CID 1922 bewußt geweigert habe, einen Kriegsfall mit Frankreich auszuschließen. Eine These Balfours diente Hankey zur Begründung seines Standpunkts: Auch wenn es zu keinem Zusammenstoß käme, so könnte allein eine derartige Befürchtung unter bestimmten kritischen Umständen die englische Politik schwächen und Frankreich in Versuchung führen.Google Scholar
  29. 29.
    Montgomery-Massingberd an Hankey, 13.9.1933, Cab. 21–369. Vor allem W. Fisher versuchte, einen Vorbehalt gegenüber den USA in die englische Rüstungspolitik hineinzubringen:,,the worst of our defence deficiencies is our entanglement with the USA, with all its dangerous consequences“(Fisher an Hankey, 17.2.1934, Cab. 21–434). Fisher blieb im Kreis der „officials“isoliert. Es gelang Hankey, Fisher zur Zurücknahme entsprechender Passagen im Report zu bewegen; s. Briefwechsel Hankey-Fisher, 17.-20.2.1934, und Hankey-Chatfield, 20.2.1934, in: Cab. 21–434.Google Scholar
  30. 30.
    Hankey-Bericht an R. MacDonald, 9.11.1933, über Chiefs of Staff-Report und CID-Be-schluß vom 9.11.1933, Cab. 21–434;CID, 261. Sitzung; Cab. 62 (33) 5, 15.11.1933, Cab. 23–77; s. ferner Cab. 21–417; vgl. Dennis, S. 30ff.;Gibbs, S. 86 f.Google Scholar
  31. 31.
    Montgomery-Massingberd an Hankey, 13.9.1933, Cab. 21–369; vgl. CIGS-Memo., The Importance of Anglo-Japanese Friendship, C. P. 12 (36), 17.1.1936, Cab. 24–259; Louis, S. 212.Google Scholar
  32. 32.
    Chatfield an Montgomery-Massingberd, 15.9.1933; Chatfield an Hankey, 15.9.1933, Cab. 21–369; vgl. Gibbs, S. 94 ff.Google Scholar
  33. 33.
    Chatfield an Hankey, 15.9.1933. Daß die Admiralität mit ihrem gegenüber der Vansittart-Gruppe erfolgreichen Drängen auf den Abschluß eines Flottenabkommens mit dem Dritten Reich die englisch-französischen Beziehungen in einer ohnehin angespannten Situation noch mehr strapazierte, ist kein Einzelfall. Zum Interesse der Admiralität am Flottenabkommen mit Deutschland s. besonders die bei Haraszti, Treaty Breakers or Realpolitiker‘?, abgedruckten Dokumente, S. 181 ff.Google Scholar
  34. 34.
    Eine gewisse Ausnahme bildet die Flottenführung. So plädierte Marineminister Eyres-Mon-sell im CID anläßlich der Debatte über „Classification of defended ports abroad“dafür, „(not) to neglect the possibility of hostilities with France altogether“(Cab. 2–6/1, S. 259). Das CID billigte einen Plan, der verschiedene Kategorien bildete, u. a. auch Schutzmaßnahmen gegenüber Frankreich; hier blieben nur die USA ausgenommen. Monsell berief sich auf den Präzedenzfall Italien, das 1932/34 noch mit Frankreich und den USA auf eine Stufe gestellt worden war, nunmehr (Anfang 1936) aber ein Fall für kriegsähnliche Vorkehrungen geworden sei.Google Scholar
  35. 35.
    Vansittart an Hankey, 2.3.1934, Cab. 21–434. — Vansittart führt eine vom Board of Trade beantragte Note an Frankreich (Ankündigung von Gegenmaßnahmen gegen französische Importerschwerungen für englische Waren) als Beispiel dafür an, daß England Frankreichs Unterstützung und Schirmfunktion nicht als selbstverständlich voraussetzen dürfe. Simon hatte im Kabinett beantragt, mit Rücksicht auf die Regierungskrise und die Februar-Unruhen in Frankreich die Gegenaktion,,gedämpft“zu halten. — Hankey (an Vansittart, 5.3. 1934) schätzte die von der deutschen Luftwaffe drohenden Gefahren nicht so akut ein wie Vansittart. Zur Beratung im Kabinett über den Bericht des Hankey-Committee ab dem 7.3. 1934 und zur Kritik an den Empfehlungen s. Gibbs, S. 99 ff.; Dennis, S. 39 ff.; Meyers (Diss.), S. 91 ff.Google Scholar
  36. 36.
    Hankey an Chatfield, 18.9.1933, Cab. 21–369. Hankey bezog sich wahrscheinlich auf das Dilemma englischer Politik in der Ruhrkrise 1922/23 sowie die,,Ohnmacht“in der Krisensituation 1931/33.Google Scholar
  37. 37.
    Der Report des (Hankey) Defence Requirements Committee tendierte in diese Richtung. Im Kabinett wurden Zweifel geäußert, ob die Hoffnungen auf bessere Beziehungen mit Japan nicht zu optimistisch seien. FO und Board of Trade sahen keine Anknüpfungspunkte zur Verbesserung der Beziehungen mit Japan; s. Gibbs, S. 95 f.; s. Hankey an Vansittart, 8. 3.1934, Cab. 21–434; vgl. ferner Roskill, Hankey, III, S. 154; Shay, S. 33 ff.; Dennis, S. 35 ff.; Meyers (Diss.), S. 90 ff.Google Scholar
  38. 38.
    Roskill, Hankey, III, S. 103, 2.3.1934. — Im Disput zwischen Cooper und N. Chamberlain Ende 1936 um die Rolle der Armee engagierte sich Vansittart für die von französischer Seite aufgestellten „Bündnisforderungen“(s. Dennis, S. 89).Google Scholar
  39. 39.
    Hankey an R. MacDonald, 3.8.1934, Cab. 21–434.Google Scholar
  40. 40.
    Cab. 21–434; Hankey — an Chatfield, 27.2.1934, über die Sitzung vom 26.2.1934 — referiert die Ansichten von Vansittart und Fisher dahingehend.Google Scholar
  41. 41.
    Hankey an Vansittart, 5.3.1934, Cab. 21–434; Hankey argumentierte ähnlich wie das Air Ministry gegen Churchills Angriffe. Auch er betonte, daß Deutschland erst noch Piloten ausbilden müsse, daß die Reserven an Kampfflugzeugen unzureichend seien usw. Die Warnung bezog sich in erster Linie darauf, wegen der,,neuen“Gefahr (Bomberkrieg) nicht das Programm zu Lasten der Kriegsmarine und der Armee zu“verändern — was unter dem Einfluß von N. Chamberlain geschah; Hankey bezweifelte, ob Deutschland in fünf Jahren kriegsbereit sein könnte; mit diesem Argument wollte er die Forderung der Admiralität abstützen, wegen der künftigen deutschen Gefahr nicht die bestehende japanische (und sei es nur vorübergehend) zu vernachlässigen (wie es Chamberlains Strategie implizierte); s. unten Kap. IV, Einleitung; s. Gibbs, S. 99 ff.; Barnes/Middlemas, S. 765 ff.; Marquand, S. 758 ff.; Barnett, 344 ff.; Roskill, Hankey, III, S. 103 ff.Google Scholar
  42. 42.
    Hankey an Vansittart, 5.3.1934, Cab. 21–434; Hankey an Baldwin, 29.6.1934; Hankey an R. MacDonald, 3.8.1934, Cab. 21–434; Hankey an Baldwin, 15.1.1936, Cab. 21–422 A; Vansittart an Hankey, 2.3.1934; Cab. 21–434; Vansittart an Dill, 12.3.1934, ebd.Google Scholar
  43. 43.
    R. Meyers, Das Ende des Systems von Locarno, in: Colloques internationauxdu C. N. R. S., Nr. 563, Les Relations Franco-Allemandes 1933–1939, S. 307; vgl. auch die Literaturberichte des Verf., in: MGM 1971, 1973.Google Scholar
  44. 44.
    Siehe MGM XIII, S. 202 (Zitat Headlam-Morley).Google Scholar
  45. 45.
    Die wichtigsten Elemente kehren wieder in Äußerungen wichtiger Minister, leitender,,Beamter“im FO, bei den „Appeasern“(Lothian, s. unten, Kap. III); Swinton an Vansittart, 22.9.1936, FO 800–394, Ge/36/3;Cadogan, 28.5.1937, zu Lothian - Berichte 3621/270/ 18, (im Vansittart-Nachlaß: VNST 2/31); E. H. Carr, s. Newman, 378 ff. — Die Elemente sind: 1.,,no commitments in Eastern Europe“; 2. kein „colonial appeasement“; 3. keine Einbeziehung oder Beteiligung der Sowjetunion im „general european settlement“; 4. falls Hitler meine, einen Krieg führen zu müssen, um,,Raum“zu erobern, solle man ihn nach Osten ablenken.Google Scholar
  46. 46.
    Im Zusammenwirken mit Inskip — Minister for the Coordination of Defence, März 1936/39 — beeinflußte Hankey die Prioritäten für Strategie und Rüstungsproduktion (vgl. Shay, S. 168). Nachdem sich Inskip eingearbeitet hatte und mit dem Schatzamt kooperierte, ging Hankeys Einfluß (seit Anfang 1938) zurück.Google Scholar
  47. 47.
    Hankeys Verlangen, die englische Politik könne und solle sich gegenüber dem Schicksal „Zwischeneuropas“gleichgültig verhalten, wird unten, Kap. III, behandelt.Google Scholar
  48. 48.
    Die folgenden Ausführungen stützen sich insbesondere auf Hankeys Argumentation in den Debatten über den DRC-Report (Februar-Juni 1934); RAF-Expansionsprogramm (Mai/ Juni 1935); Vorbereitung des Ideal Scheme (Juli 1935-März 1936) und die Kontroversen Ende 1936/Anfang 1937 um die Rolle der Armee sowie Vansittarts Memo. „World Situation and British Rearmament“. Die einschlägigen Tagebucheintragungen hat Roskill publiziert.Google Scholar
  49. 49.
    Roskill, Hankey, Bd. III, S. 189, 191, 168, 177 ff., 97, 237 ff., 285, 291.Google Scholar
  50. 50.
    9.3.1934, Tagebuch (Roskill, Hankey, Bd. III, S. 119): Mahnung Hankeys, die deutsche Gefahr nicht zu überschätzen. Das Kabinett sei besessen („obsessed“) von der deutschen Gefahr; man solle Hiders Offerten testen (Verhandeln statt Wettrüsten): 3.4.1935,Cab. 63–50; vgl. Rosktil, Hankey, Bd. III, S. 177 ff. Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540; vgl. Roskül, S. 168. - CID 1161-B = COS 364, §§ 16, 17, verrät den Einfluß Hankeys; s. Hankey-Memo., 2.2.1935 = CID 1162-B, 14.2.1935, in: Cab. 21–413.Google Scholar
  51. 51.
    Roskill, Hankey, Bd. III, S. 39 f., 186 ff.Google Scholar
  52. 52.
    Aufzeichnung Hankeys, Februar 1935, S. 3, Cab. 21–413.Google Scholar
  53. 53.
    Hankey, 3.4.1935 an Simon, Cab. 63–50; Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540; „Political Situation vis-ä-vis Germany“, 1.4.1935, Cab. 21—417. Hankey identifiziert sich und den Generalstab mit den Ausführungen im o. g. Memorandum; er habe im gleichen Sinne mit Fisher, Vansittart, R. MacDonald gesprochen: Hankey-Kommentar, 1.4.1935, Cab. 21–419; vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 119, 154, 171 ff., 168, 177 ff.Google Scholar
  54. 54.
    Anfang 1934 befürworteten Hankey und die Stabschefs direkte Abrüstungsgespräche mit Deutschland bei gleichzeitiger englischer Aufrüstung, während Vansittart für eine Genfer Konvention eintrat. Hankey argumentierte: Da Hitler „Genf“verachte, müsse man andere Wege zum Ziel wählen als den über den Völkerbund (vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 97).Google Scholar
  55. 55.
    Hankey an Vansittart/Fisher, 24.5.1935, Cab. 21–540.Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. Anm. H/118. — Hankey trat für den Abschluß des Flottenabkommens ein (vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 97, 154, 171 ff.). Hinsichtlich des Luftpaktes argumentierte Hankey anders: Da Deutschland an diesem Punkt des Londoner Kommuniques interessiert sei, müsse man diesen Punkt als „bargaining lever“aufsparen. Hankey verbarg seine Aversion gegen den vom FO und von Frankreich verfochtenen Vorschlag hinter einem „taktischen” Argument; s. FO 800–291, S. 420; vgl. Hankeys „Entwurf“von Instruktionen für die englische Stresa-Konferenz-Delegation, 3.4.1935, FO 800–291, S. 241. In der Rüstungsbegrenzungsfrage empfahl Hankey englische Alleingänge gegenüber Deutschland, falls Frankreich sich den Vorstössen nicht anschließen wolle; A. F. (B) (35), 1.2.1935, S. 15 f., Cab. 21–413. Wenn sich nicht das ganze Paket verwirklichen ließe, solle England sich auf die Teillösungen einlassen, die den Frieden für einige Jahre erhalten helfen könnten.Google Scholar
  57. 57.
    Memo., 1.4.1935, S. 4, Cab. 21–417 (s. Anm. 11/53); A. F. (B) (35), 1.2.1935, S. 15–17, Cab. 21–413.Google Scholar
  58. 58.
    Hankey, 21.1.1936; vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 191; Hankey an Phipps, 2.1.1936, Phipps-MSS., Bd. 3/4; Hankey an Phipps, 9. und 15.10.1936, Cab. 21–540; Hankey-Memo., 21.12.1936, § 14; § 22, S. 11, zeigt, daß Hankey die Drohung aus Gründen des „bargaining“aussprechen wollte; s. auch Anm. H/70.Google Scholar
  59. 59.
    Siehe unten, Kap. III, Abschn. 5. Zum Hankey nahestehenden Standpunkt Cadogans (14. 10.1938) s. Dilks (Hrsg.), Diaries, s. 116 ff.; C 14471/42/18, FO 371–21 659; s. auch Lammers, S. 837. — Ein Grund für den „Optimismus“Cadogans lag in der Annahme, daß Deutschlands Aufnahmefähigkeit für die Erzeugnisse der wirtschaftlich abhängigen Gebiete begrenzt sei und daher auch die politische Oberhoheit Deutschlands ihre Schranken finden werde.Google Scholar
  60. 60.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, § 20, S. 10, Cab. 21–541; vgl. Lothian, an FO, 11.5.1937, C 3621/270/18; s. dazu Cadogan-Minute, 28.5.1937, FO 371–20 735, S. 239: „It cannot surely be suggested that Germany could conquer and rule so many diverse elements, and if she could, I should have thought her hands would be full enough without any adventures against us. “Google Scholar
  61. 61.
    Hankey an seinen Sohn Robin, 9.4.1938, s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 319, s. auch ebd., S. 192.Google Scholar
  62. 62.
    Hankey, 1.2.1935, A. F. (B) (35), Protokoll, S. 7, 15 f.; ähnlich Baldwin, ebd., S. 10; s. ferner Hankey-Memo., 2.2.1935, S. 6; Hankey-Memo. (Februar 1935, undatiert), S. 3–4, in: Cab. 21–413; Hankey-Memo., 21.12.1936, S. 11, § 23; zu vergleichbaren Positionen s. Anm. 11/45,59,60.Google Scholar
  63. 63.
    Roskill, Hankey, Bd. III, S. 189, 191, 285 ff., 291, 237 ff.Google Scholar
  64. 64.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, § 19, S. 9, Cab. 21–541.Google Scholar
  65. 65.
    Hankey an R. Hankey, 31.1.1937, s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 252, vgl. ferner S. 237 ff., 243. Hankey (Memo., 21.12.1936, § 12, S. 7) entspricht am deutlichsten dem Argumentationsschema Balfours in den Krisensituationen im Winter 1917/1918; s. dazu die Habil.-Schrift des Verf.Google Scholar
  66. 66.
    Die These, Deutschland könne aus inneren Schwierigkeiten die Flucht nach vorn suchen, gehört zu den Topoi des Meinungsbildungsprozesses der dreißiger Jahre (s. z. B. Sargent, 28.10.1933, C 9489/319/18, FO 371–16 728, S. 295 f.). Diese „Bonapartismus4’-These ist in der englischen politischen Tradition verankert.Google Scholar
  67. 67.
    Neben offiziellen Berichten erhielt Hankey auch „Privatbriefe“Phipps’ mit Informationen über Deutschland. Sein Sohn Robin war 1936 an der Berliner, später in der Pariser Botschaft tätig. Hankey-Memo., 21.12.1936, § 9 ff.; Phipps an Vansittart, 30.4.1935, Phipps-MSS., Bd. 2/17, S. 79 f.; Breen („Presseattache“an der Botschaft in Berlin) an FO, Dezember 1935, Kommentar zu Wigram/Sargent-Memo., in Phipps-MSS., Bd. 5/6, S. 45. Die Berichte sprechen davon,,,the financial stringency will cool even Hitler’s heated head“. Falls England durch seine Aufrüstung demonstriere, daß es nicht „dekadent-pazifistisch“sei, könne es das 3. Reich veranlassen, eine Rüstungsbegrenzungskonvention anzustreben; s. auch Anm. 11/70.Google Scholar
  68. 68.
    Hankey an R. MacDonald, 3.8.1934, S. 3, Cab. 21–434; vgl. A. F. (B) (35), 1.2.1935, Protokoll S. 7, 11, Cab. 21–413.Google Scholar
  69. 69.
    Siehe Anm. 11/13 zur Luftpaktkontroverse; A. F. (B) (35), 1.2.1935, Protokoll S. 9 f.; Hankey-Memo., 2.2.1935, S. 1 f., Cab. 21–413; Hankey-Memo., 14.2.1935, CID 1162-B, §§ 50, 55.Google Scholar
  70. 70.
    Hankey erblickte in der Bomberwaffe ein effektives Druckmittel auf Deutschland (Memo., 21.12.1936, § 9): Die deutschen Entscheidungsträger würden dem Risiko eines (Gegen-) Angriffs auf das Ruhr-/Saargebiet Rechnung tragen, d. h. wohl: im Westen nicht offensiv operieren. — Vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 236 ff.Google Scholar
  71. 71.
    Hankey, 9.3.1934, Roskill, Hankey, Bd. III, S. 119; Hankey, 21.1.1936, ebd., S. 191; zu Hankeys Reaktion auf einen Vorstoß Lothians s. ebd., S. 152 f.Google Scholar
  72. 72.
    Ebd., S. 271,265. Hankey, 3.4.1935, FO 800–291; Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540; Hankey tendierte dazu, Hitlers Friedensbeteuerungen und Vorschläge wie die anderer Politiker zu behandeln.Google Scholar
  73. 73.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, S. 5, § 9.Google Scholar
  74. 74.
    Hankey an Vansittart, 5.3.1934, Cab. 21–434;Hankey an Phipps, 9.10.1936, Cab. 21–540; Hankey-Memo., 21.12.1936, §§ 9, 10, S. 5 f. Er ging davon aus, daß Deutschland und England einander nur in einem langen Krieg würden in die Knie zwingen können. In diesem Fall würden sich die englischen Ressourcen auswirken. Er entdeckte keine Indizien für eine deutsche Vorbereitung auf einen langen Krieg. Die Vansittart besorgt stimmende größere Wahrscheinlichkeit von,,Blitzkriegen“beschäftigte Hankey weniger; er vertraute darauf, daß England eine Gegendrohung aufbieten und so Deutschland von Schlüsselzonen englischen Interesses fernhalten könne; s. Anm. 11/70.Google Scholar
  75. 75.
    Hankey an Simon, 3.4.1935, Cab. 63–50; Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540; vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 168, 177 ff.Google Scholar
  76. 76.
    Hankey an Fisher, 24.5.1935, Cab. 21–540, S. 2;s. auch Anm. 11/70.Google Scholar
  77. 77.
    Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540, S. 3; Vansittart an Hankey, 27.5.1935, ebd., S. 4. Vansittart kritisierte die Vertrauensseligkeit. Eine Rede mache noch keinen Beweis für den Einfluß vernünftiger („wise“) Elemente in der deutschen Politik aus; das spreche noch nicht dafür, daß das deutsche Interesse an,,time and peace“dem englischen ähnlich sei.Google Scholar
  78. 78.
    Hankey an Vansittart, 5.3.1934, Cab. 21–434;Hankey an Phipps, 9.10.1936, Cab. 21–540; Hankey-Memo., 21.12.1936, §§ 9, 10.Google Scholar
  79. 79.
    Hankey an Phipps, 9.10.1936, Cab. 21–540. In diese Richtung tendiert auch Swinton (an Vansittart, 22.9.1936, FO 800–394, Ge (36) 3); Hankey-Memo., 21.12.1936, Cab. 21–541, S. 11, § 22. Hankey hatte 1935 „Mein Kampf“gelesen, s. Hankey an Fisher, 24.5.1935, Cab. 21–540.Google Scholar
  80. 80.
    Vgl. Anm. IV/57. Hankey an Inskip, 23.11.1937,T 161/855/48431/01/1;s. ferner Roskill, Hankey, Bd. III, S. 189, 191. — Zu Besorgnissen über französische Präventivabsichten (seitens einer Nationalen Regierung in Frankreich) s. Air Ministry an Ellington, 13.12.1933, Cab. 21–417; s. oben, Kap. I, Abschn.„Frankreich“; s. ferner Kabinettssitzung vom 27.6. und 11.7.1934, Cab. 23–79, S. 216 f., 270 f.Google Scholar
  81. 81.
    Hankey-Memo., 21.12.36, Cab. 21–541, § 19(IV), S. 9.Google Scholar
  82. 82.
    Hankey, 3.4.1935, FO 800–291; Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540.Google Scholar
  83. 83.
    Hankey, 1.2.1935, A. F. (B) (35), Protokoll, S. 7, 18; Hankey-Memo. (Februar 1935), S. 3, Cab. 21–413.Google Scholar
  84. 84.
    Hankey an Vansittart, 24.5.1935; Hankey an Fisher, 24.5.1935, Cab. 21–540. — Vgl. Anm. 1/77 ff. (Wigrams und Sargents Rechtfertigungsgründe für ihren Initiativplan).Google Scholar
  85. 85.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, Cab. 21–541, Kommentar zu Vansittart, „World Situation and British Rearmament“.Google Scholar
  86. 86.
    Hankey an Vansittart, 24.5.1935, S. 5; Hankey an Fisher, 24.5.1935, Cab. 21–540; zum Flottenabkommen s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 154, 171; zur Frage der Abrüstungskonvention s. ebd., S. 97; s. ferner ebd., S. 168, 177 ff., 271.Google Scholar
  87. 87.
    Hankey an Vansittart, 5.3.1934, Cab. 21–434.Google Scholar
  88. 88.
    Zu Hankeys Einschätzung der Funktion des Maginotwalles und zur Rolle der englischen Field Force s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 188, 191, 237 ff., 285, 291; Shay, British Rearmament, S. 80 f., 139; Pownall-Diaries, I, S. 97 f., 73. - Hankey-Memo., 21.12.36, S. 6. Hankey meinte, Deutschland stände als Angriffswaffe vorerst die Luftwaffe zur Verfügung. Diese sei aber noch nicht „reif“für Aktionen gegen Frankreich. Die deutsche Kriegsmarine wertete er auf Jahre nicht als Gefahr. Da der deutschen Armee einsatzfähige mittlere und schwere Panzer noch fehlten, wäre ein deutscher Angriffskrieg gegen Frankreich nicht zu erwarten, denn dieser erschiene zu wenig aussichtsreich.Google Scholar
  89. 89.
    Zum „Defaitismus“-Argument s. Hankey-Memo., 21.12.1936, S. 4, § 7. Cab. 21–541. -In englischen Militärkreisen galt zum Beispiel Luftwaffenminister Cot als „Kommunist“, d. h. uninteressiert an der Stärkung nationaler Streitkräfte; das Matignon-Abkommen würde die ohnehin schleppende französische Rüstungsproduktion noch weiter zurückwerfen u. a. m. (Interviews Juni 1964; Privatinformationen).Google Scholar
  90. 90.
    Hankey war alarmiert durch die Berichte über den Verlauf der Stabsgespräche mit Frankreich im Dezember 1935, d. h. die Eingeständnisse französischer Militärs und Minister über den desolaten Zustand der Luftwaffe und der Ausrüstung der Streitkräfte sowie über die „lack of liaison“zwischen Quai d’Orsay und französischem Generalstab. Die Sorgen über den anfälligen französischen Partner klingen schon früher an, s. Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540, S. 4.Google Scholar
  91. 91.
    Zur französischen Situation in den Jahren 1934/37 s. Emmerson (Kap. 2, 4); Knapp; Bank-witz; Challener; R. Young.Google Scholar
  92. 92.
    Pownall-Diaries, I, S. 98, 13.1.1936: „the Army should be very grateful to Hankey.“; vgl. Shay, British Rearmament, S. 30 ff., 80 f.; 139; Gibbs, Grand Strategy, Bd. 1, S. 110 ff., Kap. XII. Roskill (Hankey, Bd. III, 237 ff., 285,291) zeigt Hankeys schwankende Haltung im Problemkomplex „continental commitment“/Frankreichs Schildfunktion/British Field Force. Hankey nutzte gelegentlich die Ausweitung der Reichweite von Militärflugzeugen als Argument gegen die Bereitstellung einer Expeditionary Force. Diese Argumente dienten auch dazu, sein Plädoyer für größere Reserviertheit gegenüber Frankreich zu untermauern;s. Hankey an Baldwin, 14.2.1936, Cab. 21–422 A (unter Berufung auf C. P. 27(36), Air Ministry-Memo.); Hankey an Baldwin, 15.1.1936, Cab. 21–422 A; s. auch Hankey an R. MacDonald, 3.8.1934, Cab. 21–434; Hankey an Vansittart, 13.3.1934, Cab. 21–434; Hankey-Note, 3.4.1935, FO 800–291; Hankey an Vansittart, 24.5.1935, Cab. 21–540.Google Scholar
  93. 93.
    Hankey an Vansittart, 13.3.1934, Cab. 21–434; Hankey an MacDonald, 3.8.1934, ebd. Die RAF suchte daher Hankeys Einfluß zu beschneiden (vgl. Shay, British Rearmament, S. 69). Zu Hankeys Einstellung zur Luftwaffe und RAF-Expansion s. Roskill, Hankey, III, S. 41 ff., 43, 103, 237 ff., 285, 291; Pownall-Diaries, I, S. 42 f. (9.5.34), 45 ff.; Barnes/Midd-lemas, Baldwin, S. 771 ff.Google Scholar
  94. 94.
    Shay, British Rearmament, S. 40 ff.; Roskill, Hankey, Bd. III, S. 109 ff.Google Scholar
  95. 95.
    Hankey an Baldwin, 15.1.1936, Cab. 21–422 A, Pownall-Diaries, S. 97 ff.; zu Rüstungskäufen in Deutschland s. CID-Subcommittee on DPR, 26.11.1935, Cab. 2–6/2; C. P. 220 (35), S. 5, Cab. 24–257. — Der Vorschlag,,,anti-aircraft guns and ammunition“in Deutschland zu kaufen, wurde abgelehnt. Deutschland wäre nicht in der Lage, England mit Munition für Kanonen zu versorgen; Kanonen habe England selbst genügend. Vorschläge, zwecks Beschleunigung der englischen Aufrüstung eventuell Werkzeugmaschinen und Rüstungsgüter aus Deutschland zu importieren, kamen auch anläßlich der Defence Deputation Ende Juli 1936 zur Sprache (s. Anm. IV/6). Anfang März 1936 weilte Lord Riverdale in Deutschland (Berlin), um deutsche Angebote, Waffen an England zu liefern, zu prüfen; Riverdale an Hankey, 9.3.1936, C 1831/4/18; Phipps an Hankey, 12.3.1936, im FO 371–19 891.Google Scholar
  96. 96.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, Cab. 21–541, § 14; zum Fragenbereich Rüstung/Wirtschaftsstruktur/Exportindustrie s. unten, Kap. IV, Abschn. 1 u. 6.Google Scholar
  97. 97.
    Vgl. Niedhart, Großbritannien und die Sowjetunion, S. 58, 375.Google Scholar
  98. 98.
    Es braucht nur angedeutet zu werden, daß dies Vansittart, dem,,Sündenbock“des Hoare/ Laval-Debakels, schlecht anstand.Google Scholar
  99. 99.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, S. 4, §6, Cab. 21–541; zu Hankeys Haltung zum Völkerbund s. Roskill, Hankey, III, S. 39 f., 186 ff.; Hankey an Baldwin, 10.7.1936, Cab. 21–441.Google Scholar
  100. 100.
    Diary, 25.11.1935, zit. bei: Roskill, Hankey, Bd. III, S. 187 (gegenüber Außenminister Hoare).Google Scholar
  101. 101.
    Hankey behauptete, Ölsanktionen würden gegenüber Deutschland unnütz sein, also wäre ihr Test gegenüber dem „kleineren“Diktator deplaziert und englischen Interessen abträglich. Wie Phipps und Vansittart sowie (vor 1935) Simon und MacDonald wies Hankey Italien eine Schlüsselrolle in der Deutschlandpolitik zu. Die Tagebucheintragung ist zit. bei: Roskill, Hankey, Bd. III, S. 189.Google Scholar
  102. 102.
    Zur Regierungspolitik im Wahlkampf 1935 s. Mowat, S. 553 ff.; Feiling, S. 312 f.; Taylor, S. 382 f.; J. C. Robertson (The British General Election of 1935, in: JCH 1974/1, S. 149–164) versucht nachzuweisen, daß die Regierung auf die Völkerbundsfrage als Hauptthema des Wahlkampfes auswich, aber den Termin so wählte, daß die Erfahrung, wie einflußlos der Völkerbund auf den Ausgang der Abessinien-Krise sei, nicht die Erörterung innenpolitischer Themen trübte.Google Scholar
  103. 103.
    Seit September 1935 liefen die Vorbereitungen für das Ideal-Scheme, im Anschluß an den Beschluß Ende Juli 1935, Ende des Finanzjahres 1938/39 „each Service should have advanced its state of readiness to the widest necessary extent in relation to the military needs of national defence and within the limits of practicability” (s. Gibbs, S. 180). Zu den Prioritäten im Wahlkampf 1935 s. Feiling, S. 312f.; Barnes/Middlemas, S. 862 ff.; Cab. 23–82, 23.10.1935, Top. 6; Cab. 27–591/592, Government Policy Committee.Google Scholar
  104. 104.
    W. J. Reader, The Weir Group. A Centenary History, 1971; W. J. Reader, Architect of Air Power. The Life of the First Viscount of Eastwood, 1877–1959, London 1968. Zum Einfluß Weir’s s. die inzwischen gedruckte Dissertation von Peden;Peden hat gleichzeitig mit dem Verf. die Weir-Papers, Churchill College, Cambridge, ausgewertet.Google Scholar
  105. 105.
    Hankey-Memo., 21.12.1936, § 14, Cab. 21–541; „A speeding up of armament production, so far as feasible without bringing economic and financial disaster in its train, is certainly necessary in order to add to the deterrents for war“. Hankey war im Mai/Juli 1935 für „defence loan“eingetreten. Er fand Unterstützung bei Baldwin, doch setzte N. Chamberlain den Standpunkt des Schatzamts, unterstützt von Premierminister MacDonald, durch; s. unten, Kap IV, Abschn. 1 u. 6.Google Scholar
  106. 106.
    Hankey an Inskip, 14.1.1938 (betr. Außenpolitik und Verteidigungsmaßnahmen), Cab. 63 — 53.Google Scholar
  107. 107.
    Siehe auch Anm. 11/105; Hankey an Robin Hankey, 22.12.1936, in: Roskill, Hankey, Bd. III, S. 238.Google Scholar
  108. 108.
  109. 109.
    Hankey an R. MacDonald, 3.8.1934, Cab. 21–434. In seinem Bericht stellt Hankey zu Recht fest, daß N. Chamberlain mit seinen Ansichten über ein Appeasement Japans allein stand. Chamberlain wollte damit seine Prioritätenliste rechtfertigen, die das Vorschlagspaket des Hankey-Committee aus den Angeln hob; s. hierzu Gibbs, S. 124 ff.; Dennis, S. 40 ff.; Meyers (Diss.), S. 90 ff.Google Scholar
  110. 110.
    Shay, S. 33, 35, 41; Roskill, S. 192, 319; Ministerial Committee on Disarmament (D.C.M. [32]), 50. Sitzung, 25.6.1934, Cab. 16–110; Gibbs, S. 103 ff. — Ähnlich wie N. Chamberlain 1932 und 1934 gab Hankey — Memo., 21.12.1936, Cab. 21–541, S. 2 — den USA einen Hauptteil der Schuld am,,Bruch“der englisch-japanischen Allianz von 1902, deren Verlängerung 1922 anstand; die USA hätten 1921/22 ihre finanziell-wirtschaftliche Überlegenheit genutzt, um England eines guten Außenpostens zu berauben. Eine ähnliche Verantwortung lastet Hankey denen an, die auf Betreiben der League of Nations Union England zum Vorreiter gegen Japan in der Mandchureikrise 1931/33 machen (wollten). Den Regimewechsel in Japan gab Hankey als Grund dafür an, daß er die Aussichten auf die Wiederherstellung der „alten“Beziehungen für entfernt (remote) hielt.Google Scholar
  111. 111.
    Vgl. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 154.Google Scholar
  112. 112.
    Das betrifft vor allem Lothian. Eine enge Konsultation zwischen Hankey und Lothian (Ph. Kerr), die unter Lloyd George relativ gut harmoniert hatten, ist in den dreißiger Jahren nicht festzustellen. Lothian versuchte zwar, auch Hankey für seine Konzeption und seine „Missionen“zu interessieren, fand aber nur „höfliche“Resonanz. Lothians Prämisse, englische Politik müsse eine Wiederholung der Situation verhindern, in der England und Deutschland kämpften, während Frankreich und Rußland, die die Konflagration mitausgelöst hätten,,.passiv“wurden, „paßte“in Hankeys Weltbild. Zur These, England dürfe Deutschland nicht „provozieren“, den Schlieffen-Plan neuaufzulegen, s. Lothian, August 1935, „The Peace Aspect of Reconstruction“; s. ferner Lothian an Smuts, 5.7.1935. Hankey war — ebenso wie Lothian — bereit, die Ernsthaftigkeit deutscher Vorschläge zu testen und gegebenenfalls bilaterale Sondierungen durchzuführen.Google Scholar
  113. 113.
    Aus Hankeys Sicht begünstigte die amerikanische Neutralitätspolitik die Diktatoren; er empfahl, die USA auf diesen Punkt aufmerksam zumachen: Dez. 1936 —Memo., § 18 (N. Chamberlain tat dies gegenüber Morgenthau und N. Davis im März und Juni 1937, s. oben, Kap. I). — Hankey hatte 1928/1930 die amerikanische Haltung in der Streitfrage über die Auslegung der „Belligerent Rights“/,,Freiheit der Meere“-Seerechtsklauseln kritisiert. Er war deswegen mit Außenminister Henderson 1930 aneinander geraten. Zu Hankeys Haltung gegenüber den USA im Ersten Weltkrieg und 1919/22 s. die Habil.-Schrift des Verf.; zur Washington-Konferenz s. Fry, Illusions of Security; Roskill, Anglo-American Rivalry; R. A. Dayer, British War Debts, Nish.Google Scholar
  114. 114.
    Roskill, Hankey, Bd. III, S. 319.Google Scholar
  115. 115.
    Ebd., S. 182 ff., 187 ff., 238 ff., 264, 270; Hankey an Phipps, 2.1.1936, Phipps-MSS., Bd. 3/4.Google Scholar
  116. 116.
    Hankey-Memo., 21.12.36, S. 2 f. Zum Wandel des Verhältnisses Chamberlain -Hankeys. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 74 ff., 119 ff., 163, 175, 264, 270.Google Scholar
  117. 117.
    Die Idee der Schicksalsgemeinschaft mit Frankreich ist auch bei Hankey anzutreffen. Eine Defensivallianz mit Frankreich, die auf englische Interessen abgestimmt wäre, lag in der Konsequenz seiner Auffassungen; er bevorzugte jedoch die Position,,sitting on the hedges“.Google Scholar
  118. 118.
    Vgl. Anm. H/56. - Smuts an Fisher (H.A.L.), 1.3.1935, Fisher-Papers, Box 2 (über Lot-hians Berlin-Besuch Ende Januar 1935) — äußerte sich hoffnungsvoll hinsichtlich einer Verbesserung der Situation, falls die englische Regierung den Faden fortspinne. Hankey teilte weniger die positiven Erwartungen als die Vorbehalte gegenüber Frankreich.Google Scholar
  119. 119.
    Chatfield-Memo., 25.12.1936, Ge (36) 6, FO 800–394; ders., 5.1.1937, an Hankey, Cab. 21–541; zu Chatfield s. Thorne, The Limits of Power, passim; Gibbs.Google Scholar
  120. 120.
    Ge (36) 6, S. 1. — Maßgeblich war dabei die Überlegung, daß die deutschen Kolonien im Kriegsfall eher eine Geisel („hostage“) in der Hand der führenden Seemacht gewesen seien und bleiben würden. Aus ähnlichen Überlegungen heraus hatten englische Politiker in den Krisen des Ersten Weltkrieges (Gedanken an einen Patt-Frieden) ein Kolonialarrangement als relativ gefahrlose Konzession an Deutschland erwogen.Google Scholar
  121. 121.
    Chatfield an Hankey, 5.1.1937, S. 8 f.;Ge (36) 6, S. 4, FO 800–394, S. 16.Google Scholar
  122. 122.
    Zur Begründung des Two Power Standard-Programms s. Gibbs, S. 119 ff., 376 ff.; Roskill, S. 194 ff.; Shay, S. 82 f.; Postan, S. 26 ff., — Chatfield (an Fisher, 16.7.1934, Cab. 21434, S. 3 f.) protestiert gegen die Bestrebungen, England (Flotte) auf den Status einer zweitrangigen Macht zu reduzieren. Ähnlich wie Chatfield erklärte sich auch Handelsminister Runciman gegen Verwicklungen in Europa, damit England — mit Blick auf Japan —seine Flottenmacht restaurieren könne (s. unten, Anm. IV/411). Für Runciman spielte dabei die Überlegung mit, daß die Geltung als stärkste Seemacht dem englischen Handel den Weg bereiten könne. Auch R. MacDonald setzte sich aus Prestigeüberlegungen für einen Vorrang der Flottenrüstung ein.Google Scholar
  123. 123.
    Chatfield wies zu Recht darauf hin, daß ein Land zwar eine Luftwaffe aus dem Boden stampfen könne, die Effizienz der Kriegsmarine hingegen von langfristigen Planungen, Kontinuität und zeitraubenden Bauprozessen abhänge. Kein Marineminister könne dem Bau einer „bogey“-Flotte (analog zum Paritätsprinzip für die RAF-Expansion, die als „window-dressing“diffamiert wurde) zustimmen. Mit der Marine könne man nicht wie bei der Expansion der RAF verfahren.Google Scholar
  124. 124.
    Chatfield-Memo., 25.12.1936, Ge (36) 6, S. 2. — Chatfield wünschte daher, daß die Regierung Frankreich klar machte, daß England Frankreich in Mittel- und Südosteuropa keine Unterstützung gewähren könne; eine Belastung im Fernen Osten und in Europa sei für England zu viel.Google Scholar
  125. 125.
    Ge (36) 6, S. 2. — Die Fortführung der Außenpolitik auf der Basis von ad hoc-Entscheidun-gen —,,hurriedly made as the situation developed“— entsprach nicht den Bedingungen der Flottenstrategie und ihrer Rüstungsplanung. Die Flotte betonte, daß zum Kontinuitätsaspekt auch die Fixierung auf bestimmte Feindbilder/Kriegsschauplätze gehöre; das bedeute nicht, daß man nicht parallel zu den Aufrüstungsmaßnahmen eine Normalisierung der Beziehungen zu Japan versuchen sollte.Google Scholar
  126. 126.
    Chatfield an Hankey, 5.1.1937, Cab. 21–541, S. 9.Google Scholar
  127. 127.
    Dieser Einfluß hängt damit zusammen, daß die isolationistische Grundtendenz (s. unten, Kap. IV) die englische Politik aufnahmebereit machte für,,Rationalisierungen“, die dem Stimmungsbild entsprachen. Das bedeutet nicht, daß die Schwerpunkte der imperialen Strategie — Flottenbauprogramm der Admiralty — gleichfalls akzeptiert wurden; dem wirkte entgegen, daß die Dominions und Indien eher als Belastung denn als Kräftereservoir eingeschätzt wurden. Im Folgenden geht es darum, Vansittarts Gegenposition zur imperialen Strategie Hankeys und Chatfields zu verdeutlichen.Google Scholar
  128. 128.
    Vansittarts Aussagen über den „militarist spirit“sind als Teil der Kriegs- und Nachkriegspropaganda auch in die Geschichtsschreibung der ersten Nachkriegsjahre eingeflossen; Wendt, München 1938. England zwischen Hitler und Preußen; ferner Hauser; Herzfeld; Newman; Colvin, Vansittart in Office; Cowling, S. 155 ff. Vansittarts Memoiren (Mist Procession; Lessons of My Life) stecken voller Vorurteile gegenüber anderen Nationen, aber auch gegen die Politiker seiner Zeit. Für die englische Außenpolitik war es sicher nicht von Vorteil, daß Vansittart von 1930 bis 1937 an seinem Amt,,klebte“und den Wechsel auf einen Botschafterposten (Paris, Washington) anders als seine Vorgänger ablehnte. Die Frage nach seiner Verantwortung für die Personalpolitik und für die Schwächen in der administrativen Leitung des FO kann nur angedeutet werden.Google Scholar
  129. 129.
    Ähnliche Auffassungen kehren in Taylors Deutung der Ursprünge des Zweiten Weltkrieges wieder (s. Anm. E/4). Vansittart an Hankey, 27.5.1935, Cab. 21–540; Vansittart stützt sich auf Deutungen von Phipps (der englische Botschafter in Berlin war Vansittarts Schwager). Die Auffassungen Vansittarts wurden geteilt von Selby (beamteter Privatsekretär von A. Chamberlain, R. MacDonald, dann Botschafter in Wien) und von Wigram: Selby-Memo., 23.11.1928, FO 800–263, S. 67 ff.; Wigram, 1934-Vortrag, FO 800–292, S. 79 ff.; Wigram-Minute, 18.7.1934, zu: C 4613/1/18, FO 371–17 684, S. 35 f.Google Scholar
  130. 130.
    Vansittart, Minutes, 6.4.1935 u. 16.1.1936, VNST 2/28.Google Scholar
  131. 131.
    Vansittart an Hankey, 27.5.1935, S. 7–8, Cab. 21–540.Google Scholar
  132. 132.
    Daß in Deutschland hinter der NS-Fassade die alte Phalanx regiere, propagierte Poliakoff im Daily Telegraph, s. C 9489/319/18, FO 371–16 728; zum Preußen-Deutschland-Bild s. Wendt (Anm. 11/128); Herzfeld; Lundgreen; Gannon; Kieser. — Vansittart — Minutes: 12.5. 1933, 28.5.1933, in: VNST 1/14, zu C 4949/62/18, FO 371–16695, S. 124; 2.7.1934, VNST 2/15; 25.7.1934, VNST 2/19; 10.7.1934, zu C4839/29/18 (Sargent/Christie-Brief-wechsel); 28.7.1934, zu C 5219/247/18, VNST 2/18 (betr. Ostpakt); 11.7.1934, VNST 2/ 17, zu C 4391/29/18; Vansittart-Memo., 21.2.1935, N 880/315/38, § 4, Cab. 21–413.Google Scholar
  133. 133.
    Vansittart, World Situation, Dezember 1936, S. 17, § 24; vgl. Sargent, 29.8.1935, FO 371–18 858, S. 393. — Vansittart-Minute, 27.3.1936, FO 371–19 892, S. 211: „we risk nothing by (being cautious), for the German General Staff is not going to take any major adventure on insufficient supplies, and we shall therefore have automatically the necessary time for testing“(deutsche politische Verhandlungsbereitschaft re Neu-Locarno-Abkommen). Van-sittart vertraute auf die Reichswehr als stabilisierenden Faktor und als Gegengewicht zur Gefahr frühzeitiger „Abenteuer“, zu denen Hitler aus inneren Schwierigkeiten — unter Nutzung der von Mussolini (1935/36) oder Japan (1937) geschaffenen Situation — Zuflucht nehmen könnte. In anderem Zusammenhang betonte Vansittart die Gefahren, die im Gefolge eines von der Reichswehr und den ‚preußischen‘Elementen in der deutschen Politik gewünschten Rapprochement mit Rußland (auch mit der Sowjetunion) für die Westmächte entstehen könnten. 134 Vansittart, 30.6.1934, BD, VI, S.969; Vansittart, 4.7.1934, BD, S.988; Minutes, 12. u. 16.5.1933, in: VNST l/14;Sargent anPhipps, 28.10.1933, C9489/319/18, FO 371–16 728, S. 295 ff. - Phipps an FO, 6.12.1934, FO 800–289, S. 419 f.; Vansittart an Dill, 12.3.1934, Cab. 21 -434; Vansittart gibt zu verstehen, daß er keine Anhaltspunkte für die Vermeidbarkeit eines deutsch-englischen Konflikts sehe. Auf deutscher Seite erkannte er kein vorrangiges Interesse an einem Arrangement mit England zu für England akzeptablen Bedingungen (besonders nach den Erfahrungen in den Sondierungen über ein „New Locarno“), s. Dezember 1936-Memo., S. 10, § 14 u. S. 16, § 22.Google Scholar
  134. 135.
    D. C. M. (32), 50. Sitzung, 25.6.1934, Cab. 16–110; Dezember 1936-Memo., S. 3, § 4, C 8898/4/18, FO 371–19 949.Google Scholar
  135. 136.
    Vgl. Pownall-Diaries, I, S. 70 (23.4.1935); S. 76 (15.7.1935); S. 88 (21.11.35); S. 113 (25. 5.36); Vansittart-Minutes: 6.4.1935, 29.7.1935, 5.7.1935, in: VNST 2/28; 16.6.1936, zu C 4103/4/18, FO 371–19 906; 26.5.1936, zu C 4009/4/18, FO 371–19 906; 18.11.1935, zu C 7508/134/18 (Phipps an FO, 6.11.1935), FO 371–18 860, S. 123 (a). — Vansittart ging davon aus, daß Deutschland nicht erst losschlagen werde, wenn es hundertprozentig kriegsbereit sei. Es würde vielmehr versuchen, Situationen vorher auszunutzen. Dabei berief er sich auf Berichte des Militärattaches in Berlin und auf „hohe deutsche Stellen“; s. 6.11. 1935, C 7568/134/18, FO 371–18 860; s. ferner 3.4.1936, C 2733/4/18, FO 371–19 901.Google Scholar
  136. 137.
    Vansittart-Minute, 7.7.1933. Vansittart verlangte daher eine Diplomatie ä trois (England, Frankreich, Deutschland, möglichst noch unter Beteiligung Italiens). Vansittart und seine Mitstreiter beriefen sich hierbei auf Erfahrungen der Vorkriegsdiplomatie; dieser Rückgriff auf „Erbweisheiten“englischer Sicherheitspolitik setzte Ende der zwanziger Jahre ein, war also keine spezifische Antwort auf die NS-Außenpolitik; s. zum Beispiel Lindsay-Rundde-pesche, 12.12.1927; Selby-Memo., 23.11.1928, Anglo-American Relations, FO 800–263, S. 67 ff. - Hoare (Troubled Years, S. 126 f.) beschreibt Vansittarts „Strategie“sehr zutreffend: Da England noch nicht die militärische Stärke besitze, um Hitler entgegenzutreten, müsse man — aus Schwäche — die alliierte Front diplomatisch halten und Rüstungsbegrenzungsabkommen mit Deutschland suchen.Google Scholar
  137. 138.
    Dezember 1936-Memo., S. 16 ff., §§ 23 ff.Google Scholar
  138. 139.
    Vgl. Roskill, Hankey, Bd. HI, S. 103 (2.3.1934). — Vansittart-Minutes: 16.6.1936, FO 371–19 906; C 4103/4/18; Minutes vom 6.4.1935, 5.7.1935,12.10.1935, VNST 2/28.Google Scholar
  139. 140.
    Vansittart, 5.7.1935 u. 3.2.1936, VNST 2/28.Google Scholar
  140. 141.
    Hankey, 2.2.1935, S. 5, Cab. 21–413; ders., Protokoll A. F. (B) (35), 1.2.1935, S. 15 f. -Hankey verwahrte sich gegen den Vorwurf, die Entente gegen ein Bündnis mit Deutschland eintauschen zu wollen; gegenüber Vorschlägen in dieser Richtung verhielt er sich „non-committal“(s. Roskill, S. 152 f.). Für Vansittart galt Hankeys Distanz zur französischen Politik schon als „pro-deutsch“. Vansittart beharrte gegenüber Hankey, Jones, O’Malley, Cran-borne u. a., die Alleingänge nach Berlin befürworteten, darauf, daß alle Sondierungen nach vorheriger Konsultation mit Frankreich stattfinden müßten; dies macht die pro-französische Linie des FO aus: Vansittart an Lord Wigram (Georg V.), 7.11.1935, VNST 2/27, s. auch FO 371–18 860, S. 142 ff.; Vansittart an Eden, 20.1.1936, C 418/4/18, FO 371–19 883, S. 168 ff.Google Scholar
  141. 142.
    Zur Westblockstrategie s. oben, Kap. I; Sargent-Minute, 27.5.1937, zur Lothian-Eingabe, C 3612/270/18, FO 371–20 735, S. 236 (a).Google Scholar
  142. 143.
    Dezember 1936-Memo., §§ 11 ff.; Minute, 28.7.1934, zu C 5219/247/18, VNST 2/18; Vansittart an Georg V., 7.11.1935, FO 371–18 860, S. 142 ff.; zu den innenpolitischen Aspekten s. unten, Kap. IV; 26.10.1936, Aufzeichnung für Eden, FO 800–394, S. 23 f.; Van-sittart-Memo., International Position of the Soviet Union in relation to France, Germany and Japan, 21.2.1935, Cab. 21–413, N 880/135/38.Google Scholar
  143. 144.
    Dezember 1936-Memo., S. 18 ff.Google Scholar
  144. 145.
    Vansittart-Note (fur Eden), 26.10.1936, FO 800–394, S. 24.Google Scholar
  145. 146.
    Vansittart, 21.2.1935, N 880/135/38, §§ 3,4, Cab. 21–413. — Vansittart zufolge hatten es Deutschland bzw. Japan jederzeit in der Hand, Rußlands Befürchtungen zu zerstreuen. Daher müsse England sich um Rußland bemühen. Die Gefahren einer deutsch-russischen oder gar einer deutsch-russisch-japanischen Kombination könne England nur bannen, indem es seine eigenen Beziehungen zu Rußland positiv gestalte. Ähnlich argumentierte Vansittart zur Verteidigung seiner,,pro-französischen“Linie, daß man einer Wiederholung der,,Cail-laux“-Politik am besten durch die Diplomatie a trois entgegenwirke. Vansittart bezeichnete gelegentlich den Antikommunismus Deutschlands und Japans als Camouflage (s. Dezember 1936-Memo., §§ 12 ff., S. 6 ff. u. § 22, S. 16; 21.2.1935-Memo., § 4). Er veranschlagte den Einfluß der Reichswehr und der Schwerindustrie auf die deutsche Politik so hoch, daß das Dritte Reich im Krisenfall den ideologischen Ballast abwerfen und einen „Russen”-Pakt anstreben würde. Den Wettlauf um die Gunst Berlins würde Rußland vor England gewinnen, denn England könne nicht die Konzessionen machen, die Hitler verlangte; mit diesem Argument erklärte sich Vansittart gegen die von Sargent/Wigram im November 1935 angeregte Initiative, Kommentar 1.12.1935, § 17, VNST 2/24, S. 3.Google Scholar
  146. 147.
    Vansittart an N. Henderson, 19.6.1935, FO 800–268, S. 125. — Eden teilte die Auffassung, daß mit Rußland als Aggressor nicht zu rechnen wäre und die Gefahr von Deutschland ausginge; s. Eden, Facing the Dictators, S. 155 ff, 176 ff. Im Unterschied zu Vansittart erklärte sich Eden gegen die Rückkehr zur Allianzpolitik der Vorkriegszeit, auch unter der Etikette „kollektive Sicherheit”; so auch Eden gegenüber Botschafter Hoesch, GD, C-IV, 27.2. 1936, S. 1208. Zum Hintergrund s. Nicolson-Diary, 1933–1939, S. 236, 13.2.1936; s. oben, Kap. I.Google Scholar
  147. 148.
    Dezember 1936-Memo., § 7, S. 3 f. — Minute zu R 7366/1/22 (4.12.1936), VNST 2/30; s. ferner ebd., 15.12.1936 u. 15.1.1937. — Vansittarts Vorschläge stießen auf die Kritik von Eden und Cranborne, die keinen Grund sahen,,,dem weniger wild dreinschauenden Hund zuerst Knochen vorzuwerfen”. Vansittart wollte Kredithilfe an Italien nicht ausschlies-sen;s. auch Vansittart-Minute, 17.5.1936, VNST 2/28.Google Scholar
  148. 149.
    Dazu gehören neben Hankey und Chatfield vor allem N. Chamberlain und Hoare.Google Scholar
  149. 150.
    Vansittart an Hankey, 27.5.1935, S. 6, Cab. 21–540; Dezember 1936-Memo., §§ 10f. Zum Konflikt Hankey/Vansittart Anfang 1934 über die Genfer Abrüstungskonvention s. Roskill, Hankey, Bd. III, S. 97.Google Scholar
  150. 151.
    Dezember 1936-Memo., S. 6 f. Im Gegensatz dazu steht Vansittarts Verhalten in der Abes-sinien-Krise. Er hatte ein Appeasement Italiens befürwortet und den Sanktionskurs unterminiert, obwohl die Labour Party und der TUC sich gerade erst zu diesem Sanktionskurs durchgerungen hatten, u. a. mit der Parole (Dalton), Sanktionengegen den „kleineren” Diktator zu testen und England an die Schalthebel des Systems der kollektiven Sicherheit zu bringen.Google Scholar
  151. 152.
    Vansittart-Minute, 30.6.1935, VNST 2/28;Colvin, S. 118 f.Google Scholar
  152. 153.
    Die beste Darstellung zur Außenpolitik der Labour-Party und ihres Konzepts der,,pooled security”, die Dissertation von Davis, ist ungedruckt geblieben; s. ferner Nay lor; Burridge; Miller; die Dalton-Tagebücher hat Niedhart ausgewertet.Google Scholar
  153. 154.
    Vansittart, 9.8.1934, VNST 2/28; Vansittart an Lord Wigram, 7.11.1935, FO 371–18 860, S. 142 ff.; s. ebd., Minute, 16.11.1935, S. 136 (a); Dezember 1936-Memo; Vansittart, 17. 5.36, VNST 2/28; s. ferner C. P. 42 (36), § 38, §§ 41, 42, Cab. 27–599; zu dieser Kabinettsvorlage s. Vansittarts politischen Vorbehalt, Minute 3.2.1936, VNST 2/28; vgl. Col-vin, Vansittart in Office, S. 92 ff., 53 ff. — Pownall-Diary, 3.3.1936, S. 103: „Van’s memorandum gave up the demilitarized zone as a lost cause and strongly urged the handing back of colonies as well.” 1936/1938 gab es viele Stimmen, die einer Koloniallösung den Vorzug gaben, u. a. Botschafter N. Henderson, vor allem N. Chamberlain, dessen Plan vom Januar 1938 auf einer „politischen” Lösung (im Unterschied zu den “open door“-Vorschlägen) beruhte, nämlich einer deutschen Beteiligung an einer neugeordneten Form der Kolonialverwaltung (internationaler Status, Demilitarisierungsbestimmungen); s. dazu Middlemas, Diplomacy of Illusion, S. 139 ff. — Vansittart-Minute, 9.1.1936, VNST 2/28 (England müsse sich darüber klarwerden, ob man eine Übereinkunft mit Deutschland erreichen wolle; wenn ja, dann müsse man im Auge behalten, daß Deutschland nur Abmachungen halten werde, die Deutschland einen Vorteil brächten).Google Scholar
  154. 155.
    Vansittart-Kommentar, 1.12.1935, zu Wigram/Sargent-Memo., S. 10, VNST 2/24; Vansit-tart an Lord Wigram, 7.11.1935, FO 371–18 860, S. 143; Vansittart-Minute, 16.11.1935, FO 371–18 860, S. 136. Vansittarts Haltung ist nicht widerspruchsfrei: In der Kabinettsvorlage vom 11./14.2.1936 — C. P. 42 (36), § 29 — argumentierte er, daß eine Befriedigung der deutschen Kolonial-„partei“die Exponenten des „Drangs nach Osten“nicht zum Stillhalten veranlassen werde et vice versa; im Dezember 1936-Memorandum spekulierte er auf die innenpolitisch dämpfende Wirkung eines „colonial appeasement“in Deutschland.Google Scholar
  155. 156.
    Vansittart nahm Frankreich davon nicht aus. Auch nach 1933 meinte er, daß die Kräfte, die einen Ausgleich mit Deutschland anstrebten (wie das Comite des Forges), in Frankreich Oberwasser bekommen würden, sobald England seinerseits versuchte, sich mit Deutschland bilateral zu arrangieren. Das war zum Teil eine Redefigur, um die „pro-deutschen“Einflüsse auf englischer Seite zur Rücksichtnahme auf Frankreich zu ermahnen; Vansittart an Dill, 12.3.1934, Cab. 21–434; Vansittart-Minute, 30.6.1935, VNST 2/28, S. 3 f. (Warnung davor, den Fehler des Flottenabkommens im Fall der Luftpaktverhandlungen zu wiederholen); Vansittart-Minute, 27.5.1937, zum Lothian-Bericht C 3621, 11.5.1937, VNST 2/31.Google Scholar
  156. 157.
    Dezember 1936-Memo., S. 19, § 26; Minute, 27.5.1937, VNST 2/31.Google Scholar
  157. 158.
    C. P. 42 (36), §§ 38 ff.; Dezember 1936-Memo., S. 18 ff., § 26; Colvin, S. 118 f. — Die Wirkung der Konzession in puncto „Ottawa“war mehr auf die USA als auf Deutschland berechnet; s. dazu unten, Kap. III. Zur Haltung Vansittarts in der „Mitteleuropa“-Frage und zur Diskrepanz zwischen seiner Kritik am „passiven Pragmatismus“der Regierungspolitik und der Scheu, die Konsequenzen aus seiner Kritik zu ziehen, d. h. einen interventionistischen Kurs zu empfehlen, s. Newman, Origins of Munich, S. 376 ff.Google Scholar
  158. 159.
    Vansittart-Minute, 3.2.1936, VNST 2/28; s. unten, Kap. III/C.Google Scholar
  159. 160.
    Vansittart-Minute, 27.5.1937, VNST 2/31.Google Scholar
  160. 161.
    Vansittart an Lord Wigram, 7.11.1935.Google Scholar
  161. 162.
    Vgl. Anm. II/155. — Vansittart-Note fur Eden, 26.10.1936 (Kommentar zu Messerschmidt, US-Attache in Berlin, Analyse der europäischen Situation), FO 800–394, S. 29; Dezember-1936-Memo., §§ 12 ff., 24 ff. - Die Formel, den Gemäßigten in Deutschland durch,,Zugeständnisse“bzw. Offerten und Gesten zu helfen, ihren Einfluß auf Hitler zu behaupten, nutzte jeder für seine Version eines „political approach“oder „colonial or economic appeasement“. Das Foreign Office setzte auf die Möglichkeit, daß Göring ein Arrangement in der Kolonialfrage anstrebte, d. h. England auf diesem Gebiet zu einer Regelung pressieren wollte; Sargent-Aufzeichnung, 8.6.1937, C 4135, FO 371–20721; zum Hintergrund — Imperial Conference — s. Tamchina, In Search of Common Cause, in. Journal of Imperial and Commonwealth History, 1/1972, S. 87 ff.Google Scholar
  162. 163.
    Dezember 1936-Memo., §§ 13 ff., 26 f.Google Scholar
  163. 164.
    Die Zielkonflikte hatten Richtungsänderungen in der Aufrüstung zur Folge, die hier nicht geschildert werden können. Die einander ablösenden Bauprogramme für die RAF, die Kriegsmarine und das Heer sind ausführlich gewürdigt in den Arbeiten von R. Higham, Gibbs, Roskill, Dennis, Barnett, Shay, Postan, Meyers, Hancock/Gowing.Google Scholar
  164. 165.
    Zum Halifax/Göring-Gesprächsprogramm s. L. G. Schwoerer, Lord Halifax’ Visit to Germany. November 1937, in: Historian, XXXII/3 (1970), S. 353–375; Middlemas, Diplomacy of Illusion, S. 133 ff.; Roskill, Hankey, S. 265.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Gustav Schmidt

There are no affiliations available

Personalised recommendations