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Arbeit und Utopie

  • Andrea Maurer
Chapter
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 138)

Zusammenfassung

Auf den ersten Blick ist das moderne Alltagsleben von einem sehr weiten, abstrakten Arbeitsbegriff bestimmt, wir sprechen von Arbeitsamt, Arbeitsvertrag, Arbeitslosen, Sozialarbeit, Begriffsarbeit, Traumarbeit oder auch von arbeitsam, ar­beitswillig bzw. arbeitsunwillig. Und wir meinen mit der Frage: “Was tust Du?” in der Regel “als was arbeitest Du?”. Damit werden Individuen in ‘Arbeiter’ und ‘Nichtarbeiter’ unterteilt, und es werden Rückschlüsse auf ihren jeweiligen sozialen Sta­tus gezogen. Dieses Verhalten gehört zu einer spezifisch histori­schen Form der Arbeitsorganisation und einem bestimmten Den­ken über Arbeit, und kann auch nur in diesem Rahmen verstan­den werden.

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Literatur

  1. 2.
    Die Geschichte des Arbeitsbegriffs findet sich in Conze (1972) und in ähnlicher Form, wenn auch verkürzt, in Walther (1990) be­schrieben.Google Scholar
  2. 3.
    Die von Aristoteles vorgenommene Begriffsdifferenzierung und -hierarchisierung in ‘praxis’ und ‘poiesis’ erfuhr durch das Werk von Hannah Arendt (1985) im 20. Jahrhundert eine große Beachtung.Google Scholar
  3. 4.
    Dieser Prozeß und seine Konsequenzen wurden aus sozialwissen­schaftlicher Perspektive von Max Weber (1981) analysiert und fin­den sich hier in Kap. 3 ausführlich besprochen.Google Scholar
  4. 5.
    Die spezifische Stellung bzw. Wahrnehmung von Frauen in den politischen Utopien der Renaissance, insbesondere aber in den Werken von Morus, Campanella und Bacon, ist von Kraiker (1987, S. 99ff.) untersucht worden.Google Scholar
  5. 6.
    Vgl. dazu weiter die übergreifende Darstellung in Kap. 2.Google Scholar
  6. 7.
    Ich werde deshalb hier sowohl den von Marx (Kap. 2) als auch den von Weber (Kap. 2) entwickelten Arbeitsbegriff und dessen utopi­schen Gehalt ausführlich vorstellen und diskutieren.Google Scholar
  7. 8.
    Auf andere Formen menschlichen Tuns, z.B. das Denken, geht sie dagegen nicht weiter ein.Google Scholar
  8. 9.
    Zur Geschichte des Zeitverständnisses und insbesondere zur Linearisierung der Zeit vgl. hier Kap. 4.1.Google Scholar
  9. 10.
    Eine ähnliche Argumentationslinie zeichnet Elias (1985) für die Entstehungszeit der ‘Utopia’ nach, die gekennzeichnet war durch einen Gestaltungsverlust religiöser Ideen einerseits und einem Machtzuwachs des Staates andererseits.Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. zur Interpretation der ‘Utopia’ beispielhaft Neusüß (1986, S. 447ff) und Elias (1985). Einen guten Überblick über die neuzeitliche Utopiediskussion ermöglichen die dokumentierte Textzusammenstellung von Neusüß (1986) sowie die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsverbundes (Utopieforschung Bde. 1–3; 1985); darin findet sich auch eine von J. Fohrmann (1985) zusammengestellte Bibliographie.Google Scholar
  11. 12.
    Utopia entstammt dem Griechischen und meint wörtlich übersetzt soviel wie ‘kein Ort nirgendwo’. Spätere Utopien sind nicht mehr räumlich, sondern zeitlich entfernt angelegt.Google Scholar
  12. 13.
    Zur Vervollständigung sei an dieser Stelle noch auf die in der marxistischen Literatur -nahezu durchgängig negativ- geführte Utopiediskussion hingewiesen, wie sie sich bereits bei Engels, Marx und Lenin findet (vgl. Neusüß 1986; Philosophisches Wörter­buch 1974). Den Utopiegehalt im Werk Marx’ positiv herausstel­lende Darstellungen finden sich in Kilminster (1985) und Heubrock (1989). Vgl. dazu auch die Ausführungen in Kap. 2.Google Scholar
  13. 14.
    Daraus resultiert die intensive Beschäftigung mit dem Thema in der Literaturwissenschaft (vgl. Utopieforschung 1985), eine Beschäfti­gung, die aber bislang die Verbindung mit den Humanwissenschaf­ten vermissen läßt (vgl. Elias 1985).Google Scholar
  14. 15.
    Es sind nicht nur schriftlich fixierte Utopien bekannt, sondern auch mündliche Überlieferungen, die in bestimmten Bewegungen formu­liert werden und so erhalten bleiben (vgl. Elias 1985, S. 107; Hol-land-Cunz 1988).Google Scholar
  15. 16.
    Bewertend sind Utopien in dem Sinne, als die anvisierte Gesell­schaft sowohl positiv als auch negativ erscheinen kann (vgl. Vosskamp 1985, S. 7). Beispiele für literarische Dystopien sind im 20. Jahrhundert die von Orwell oder Huxley.Google Scholar
  16. 17.
    Wissenschaft wird demnach im weiter oben beschriebenen Sinne als kulturelle Elite begriffen. Elias hat, worauf wir bereits weiter oben Bezug genommen haben, darauf hingewiesen, daß in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wissenschaftliche Utopien vermehrt auftreten und an Bedeutung gewinnen (Elias 1985, S. 107). Er hat weiterhin darauf aufmerksam gemacht, daß die Grenzen zwischen literarischer, politischer und wissenschaftlicher Utopie fließend sind, eine Beobachtung, die sich auch in dem hier untersuchten Material bestätigt findet.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Andrea Maurer

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