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Darstellung und Diskussion der Ergebnisse

  • Barbara Seewald
Chapter
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Part of the Psycholinguistische Studien book series (PLS)

Zusammenfassung

Wenngleich die Beschreibung agrammatischer Phänomene bis ins letzte Jahrhundert zurückreicht, konnte bisher noch nicht befriedigend geklärt werden, welches übergreifende Prinzip hinter der offensichtlichen Regelmäßigkeit agrammatischer Phänomene steht. Bereits in den 40er Jahren stellte Jakobson einen Ansatz vor, in dem er den geregelten Abbau von Phonemen in aphasischer Sprache entlang der unterschiedlichen Markiertheitswerte von phonologischen Oppositionen aufzeigt. Obwohl spätere Studien die Gültigkeit seiner postulierten Abbaureihenfolgen nachwiesen, erfuhr die Markiertheitstheorie außerhalb der Phonologie in den folgenden Jahren nur gelegentliche Aufmerksamkeit (z.B. Leuninger 1989:169). Einer der wenigen Versuche, grammatische Störungshierarchien mit Markiertheit zu beschreiben, stammt von Lapointe (1985). Lapointe vermutet „some sort of graded hierarchy“ (1985:113), die die Komplexität der einzelnen Verbformen bestimmt. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß Agrammatiker dazu tendieren, Verbformen „at the less complex end of this hierarchy“ (1985:113) zu produzieren. Neben diesen beiden Annahmen kommt Lapoinye auch zu dem Schluß, daß es nicht morphologische Einfachheit sein kann, die die angenommene Komplexitätshierarchie bestimmt, da Agrammatiker nicht immer die einfachere Form wählen und grammatische Morpheme weglassen. Der Autor verweist auf das Phänomen, daß grammatische Morpheme häufig durch andere, morphologisch durchaus komplexere Formen ersetzt werden, was zum Beispiel für die gerne präferierten Partizip II-Formen oder die englischen -ing-Formen des present progresssive oder past progresssive zutrifft. Weiterhin werden in diesem Ansatz eher semantische oder grammatische Faktoren als Steuerungsmechanismen der beobachteten bzw. vermuteten Störbarkeitsreihenfolgen angenommen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

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  • Barbara Seewald

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