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Zusammenfassung

Mit dem Gesetz der Wiederholung, verantwortlich für Bewegung und Ruhe, für Wechsel und Dauer, für Differenz und Identität zugleich, ist ein Prinzip universeller Geltung angesprochen. Aller Weltvollzug, alle immer schon der Physis verdankte Lebensäußerung, jedwede Seiendheit qua Sein des Seinenden überhaupt und im Ganzen partizipiert an diesem Gesetz und ist prinzipiell erfahrbar nur dank seiner. Als tragendes Element von Assimilationsprozessen ist es zudem Mittel des Lernens und der Automatisierung von Funktionen sowie Fundament aller Übung und Gedächtnisproduktion. Wenn es richtig ist, daß kein physischer Zusammenhang, kein physiologischer Vorgang geschweige denn psychischer Prozeß vorstellbar ist, der der Komponente der Wiederholung enträt, gilt dies erst recht für alle Sprache, welche als die Repräsentationsinstanz eines Weltverhältnissses fungiert, das seiner inneren Logik nach eine Lektüre der Wirklichkeit ist. Sprache selber, als Rede, Text und Lektüre in dreifach potenzierter Zeitigung zusammengeschlossen, ist Redundanzphänomen schlechthin und als solches allpräsente, wirkungsmächtige Wiederholungsagentur. Das Gesetz der Wiederholung belehrt darüber, daß Parmenides und Heraklit nicht gegeneinander auszuspielen sind und ihr Konflikt den des Lebens exponiert.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. A. Haverkamp, Allegorie, Ironie und Wiederholung (Zur zweiten Lektüre), in: Text und Applikation. Theologie, Jurisprudenz und Literaturwissenschaft im hermeneutischen Gespräch, hrsg. v. M. Fuhrmann u.a. (Poetik und Hermeneutik IX), München 1981, S. 561ff; siehe auch: E. Lobsien, Wörtlichkeit und Wiederholung. Phänomenologie poetischer Sprache, München 1995, passim.Google Scholar
  2. 2.
    C. Rosebrock, Lektüre und Wiederholung. Zur philosophischen Deutung der Zeitkonstitution des Lesens (Kasseler philosophische Schriften Bd. 32), Kassel 1990, S. 12.Google Scholar
  3. 3.
    Zur linguistisch orientierten Stil-, Rhetorik- und Dialogforschung vgl.: E. Besch, Wiederholung und Variation. Untersuchung ihrer stilistischen Funktionen in der deutschen Gegenwartssprache, Frankfurt/M. 1989; Repetition, ed. by A. Fischer (Swiss papers in English language and literature, vol. 7), Tübingen 1994; Repetition in dialogue, ed. by C. Bassanella (Beiträge zur Dialogforschung, Bd. 11), Tübingen 1996Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. J.P. Sartre, Wahrheit und Existenz (1948), hrsg. v. A. Elkaim-Sartre u.a. (Paris 1989), Hamburg 1996, S. 112f. u. S. 155f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Dietrich Mathy

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