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Langfristeffekte

  • Peter C. Dienel

Zusammenfassung

Bestimmte Auswirkungen der Planungszelle können als „Langfristeffekte“ bezeichnet werden, weil sie größere gesellschaftliche Zusammenhänge betreffen, denen gegenüber die spezifischen Wirkungen dieses Modells sich erst nach und nach und aus einzelnen je für sich zeitkonsumierenden Einzelwirkungen aufbauen. Langfristeffekte setzen damit einen relativ häufigen, mitunter sogar schon massenhaften Einsatz von Laienplanergruppen voraus.

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Anmerkungen zu Kapitel VII

  1. 1.
    Vgl. den Spiegel-Report „Gebietsreform: Alle Macht den Bürokraten“, in: Der Spiegel 31 (1977), Nr. 23, S. 74–91. — Der Zusammenschluß der neuen Stadt Lahn verletzte sowohl bestimmte Erwartungen der Bürger der Industriestadt Wetzlar wie der Universitätsstadt Gießen. „Die Frage, warum mit einem Zweckverband nicht das gleiche erreicht worden wäre, wenn man doch die Städte mit ihren Verwaltungen nahezu erhalten wolle, ist ohne zufriedenstellende Antwort geblieben.“ Le Blanc, Viel Acker zwischen den beiden Stadtzentren, FAZ, 24.8.1976.Google Scholar
  2. 2.
    „Die Mehrheit kann der politischen Klasse nicht entraten. Diese aber kann nur einen Bruchteil der Gesellschaft umfassen.“ Robert Michels, Soziologie des Parteiwesens, Stuttgart 1925, S. 20.Google Scholar
  3. 3.
    „In der an Mitteln und Energie knappen Gesellschaft waren Macht-, Verfügungs- und Geltungsrollen ebenfalls knapp. Die steigende Produktivität ... erweitert... auch die Anzahl von Macht-, Verfügungs- und Geltungsrollen.“ Dieter Ciaessens 1969, S. 276.Google Scholar
  4. 4.
    Der Bund stockte hier vor wenigen Jahren die Investitionen eines Landes mit einer Zugabe von 100% auf. Niedersachsen, das über wenig Mittel verfügte, konnte sein Projekt Oldenburg/Osnabrück nicht vorantreiben. Statt dessen gingen damals die Gelder in die Länder, die Gründungsmaßnahmen einleiten konnten.Google Scholar
  5. 5.
    “... participation without redistribution of power is an empty and frustrating process for the powerless. It allows the power holders to claim that all sides were considered, but makes it possible for only some of these to benefit. It maintains the status quo.“ Sherry Arnstein, A Ladder of Citizen Participation, in: Journal of the American Institute of Planners, July 1969, S.216 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Ansätze in dieser Richtung sind z.B. in den Leitungsgremien des „Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk“ (SVR) institutionalisiert. Für ihre Erweiterung plädiert das Dortmunder Gutachten „Partizipation an der Gebietsentwicklungsplanung“. Eine Untersuchung im Auftrag des SVR durchgeführt von der AG. KOP an der Univ. Dortmund, 1973.Google Scholar
  7. 7.
    Auf die Möglichkeit einer Verwendung der Partizipation als „systemerhaltende Beschäftigungstherapie“ wird immer wieder hingewiesen. — „Strategien zur Umverteilung gesellschaftlicher Macht, die sich auf die Gemeindeebene beschränken, sind im Ansatz verfehlt, da es wenig Macht gibt, die auf dieser Ebene noch umverteilt werden könnte.“ Körber/Siebel, Versuche mit parteilicher Planung, in: Müller/Nimmermann, Stadtplanung und Gemeinwesen arbeit, S. 152.Google Scholar
  8. 8.
    Einen wichtigen Schritt in der Beschreibung der Situation bildeten die Arbeiten von Mancur Olson und Anthony Downs.Google Scholar
  9. 9.
    Dieser Rückgang trifft in der Bundesrepublik zusammen mit einer absoluten Abnahme der Gesamtbevölkerung sowie gleichzeitig mit einer absoluten Zunahme der erwerbstätigen Bevölkerung:Erwerbstätige (in Mio) Gesamtbevölkerung (in Mio) 1975 36.5 57.8 1985 38.9 56 Die oben dargelegte Entwicklung wird durch diese beiden Trends verschärft.Google Scholar
  10. 10.
    „Die Intellektuellen sind nicht eine soziale Klasse, in dem Sinne, wie die Bauern oder Industriearbeiter soziale Klassen bilden; sie kommen aus allen Ecken ... der sozialen Welt, und ein großer Teil ihrer Tätigkeit besteht darin, sich gegenseitig zu bekämpfen und Lanzen zu brechen für Klasseninteressen, die nicht ihre eigenen sind.“ Eines ihrer Kennzeichen ist „das Fehlen einer direkten Verantwortlichkeit für praktische Dinge“. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, S. 236 f.Google Scholar
  11. 11.
    Benne, Bradfort und Lippitt raten „interkulturelle Klienten“ als Zielpopulation für die Laboratoriumsmethode an.Google Scholar
  12. 12.
    Heterogene soziale Zusammensetzung erträumt Richard Sennett (The Uses of Disorder. Personal Identity and City Life, London 1971, S. 190 f.) für die Stadtbezirksschulen seiner neuen Gesellschaft. Glaser erwartet ähnliche Effekte („Gesellschaft in die Lage versetzen, ihren Pluralismus zu leben ...“) von seiner „Schule für alle“. Hermann Glaser 1970, S. 104f.Google Scholar
  13. 13.
    Die Planungszelle wird auch auf andere Weise vorurteilsbegrenzend wirksam werden können, z.B. durch die Thematisierung entsprechender Aufgabenstellungen. Diese Möglichkeit der Konfliktprophylaxe wird hier nicht weiter verfolgt.Google Scholar
  14. 14.
    Sollte sich die Planungszelle tatsächlich auch als brauchbar für eine Beeinflussung von Rassenvorurteilen erweisen — was hier behauptet wird —, so dürfte diesem Instrument schon wegen dieser seiner konfliktprophylaktischen Eigenschaft, etwa in den USA, eine nicht uninteressante Entwicklung vorausgesagt werden können.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Peter C. Dienel

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