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Die Effekte des Verfahrens

  • Peter C. Dienel

Zusammenfassung

Das hier vorgestellte Verfahren muß sich vor allem in zwei Richtungen auf seinen Effekt hin befragen lassen: Wie ist es um seinen output an Planungsleistungen bestellt? Und inwiefern erweitert es die Partizipationsmöglichkeiten des Einzelnen?

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Anmerkungen zu Kapitel VI

  1. 1.
    Die beiden Situationen entsprechen den Phasen I und III des im Kapitel IX, B vorgelegten Phasen-Scen arios.Google Scholar
  2. 2.
    So Paschen mit dem Beispiel einer (rückblickend für 1960 angenommenen) Technology Assess-ment-Studie zu den Folgen des Pkw-Verkehrs (Abgas, Verkehrstod, Wirtschaftswachstum). Vgl. Studiengruppe für Systemforschung, Mitteilungen Nov. 1973, S. 22.Google Scholar
  3. 3.
    „Forschungen auf dem Gebiet politischer Repräsentation lassen vermuten, daß eines der möglichen Motive zur Unterstützung eines demokratischen Systems im Gefühl seiner Bürger liegt, am Regierungsgeschehen repräsentativ beteiligt zu sein.“ G. R. Boyton u. G. Loewenberg. Der Bundestag im Bewußtsein der Öffentlichkeit 1951–1959, in: Politische Vierteljahresschrift 1/1973, S. 15.Google Scholar
  4. 4.
    Es gibt andere Verfahren der Bildung von Meinungsdurchschnitten, die die negativen Auswirkungen einer Emotionalisierung noch stärker eingrenzen. Solche Verfahren, z.B. die Delphi-Methode, verzichten allerdings im Gegensatz zur Planungszelle auf Gruppenpräsenz. Einzelmeinungen werden der Kritik des anderen ausgesetzt, ohne daß es zur personalen Begegnung kommt. Ein derartiges Verfahren kann auch im Zusammenhang mit der Planungszelle verwendet werden.Google Scholar
  5. 5.
    Ein Tabuproblem ist z.B. die unbefriedigende Verteilung von Wohnraum zwischen den Generationen der Mittelklasse. Die junge Familie (nur Anfangsgehälter, nur ein Verdiener, zusätzliche Ausgaben für Haushaltsgründung und Kinderaufzucht) hat zu wenig Raum. Ältere Leute (Gehaltsprogression auf dem Höhepunkt, 2 Verdiener) wohnen allein mit reichlich Raum. Der hier fällige „weiße Plan“ (Subventionierung der Kinderaufzucht) ist nicht leicht durchsetzbar.Google Scholar
  6. 6.
    Bei einer Sanierung z. B., so meint Curdes, „ist jeder Planer von der Komplexität der vorhandenen Erfahrungs- und Bedürfnisstrukturen überfordert ...“. Umweltzerstörung durch Planung, Vortrag vom 30.3.1973, S. 20.Google Scholar
  7. 7.
    Wenn die Feststellung, bürgerschaftliche Partizipation diene der Identifikation mit der Verwaltung, auf einem verwaltungswissenschaftlichen Kongreß (XV. Internationaler Kongreß für Verwaltungswissenschaften, Rom, September 1971, bei der Diskussion des Themas 3 „Die Beteiligung der Benutzer oder der unmittelbar interessierten Personen an der öffentlichen Verwaltung, einschl. der Schulverwaltung“) Zustimmung findet, dann signalisiert das, welchen Effekt man sich hier von der Partizipation erhofft. Es kennzeichnet aber gleichzeitig die erkannte Schadensstelle.Google Scholar
  8. 8.
    Solche Einsichten werden, obgleich sie auch in der Presse erscheinen (vgl. z.B.: Heddy Neumeister, Bestechung durch die Enkel, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.2.1969), heute kaum für das Massenverhalten wirksam.Google Scholar
  9. 9.
    Zur Funktion und zur Geschichte dieser Eingangsformel vgl. H. Hattenhauer, Die Kritik des Zivilurteils, Frankfurt/Berlin 1970, S. 54. Dort wird auch die andersartige englische Praxis erörtert; ebend., S. 35 f.Google Scholar
  10. 10.
    Hieran hat bisher zumeist die ,Reprasentativitäts‘-Diskussion angesetzt. Den Ton gab Rousseau an: „Das englische Volk glaubt frei zu sein, es irrt sich sehr. Es ist nur frei während der Wahl der Parlamentsmitglieder; sobald diese gewählt sind, ist es Sklave.“ (Der Gesellschaftsvertrag III, Kap. XV).Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. für den Schulbereich den Katalog der Qualifikationen und Lernziele, in: Der Kultusminister der Landes NRW (Hrsg.), Richtlinien für den Politischen Unterricht, Düsseldorf/Stuttgart 1973.Google Scholar
  12. 12.
    So schon beim Wiederaufbau unserer politischen Ordnung, vgl. z.B. Entwurf einer deutschen Gemeindeordnung, Schriften des Deutschen Städtetages, Braunschweig 1947, oder etwa die Rede des Baden-Württembergischen Innenministers Ulrich 1954 anläßlich der Einbringung der Gemeindeordnung im Landtag.Google Scholar
  13. 13.
    Nach den Untersuchungen von Michael Young würden Bürger in „Nachbarschaften“ an der Kommunalverwaltung mitwirken. Vgl. M. Young, The Hornsey Plan: A Role for Neighbourhood Councils in the New Local Government. National Suggestions Centre, 1970. Hierzu auch G. Gallup, (1965), S. 141 ff.Google Scholar
  14. 14.
    Von dieser Annahme ausgehende Entwürfe hat in den zwanziger und dreißiger Jahren A.Mahraun vorgelegt. Vgl. W. Lohmüller (Hrsg.), Ein neues Ordnungsbild. Überschaubare Willensbildung im modernen Staat, Gießen 1960. Damit werden Intentionen des Freiherrn v. Stein (Nassauische Denkschrift) umgesetzt. „Diese Erziehung bewirken Einrichtungen, die der Tätigkeit des einzelnen einen freien Spielraum anweisen und ihm Gelegenheit geben zur Sammlung von Erfahrungen, indem er die Angelegenheit seiner Gemeinde verwaltet und so den Grund legt zur Empfänglichkeit für die Liebe zum Allgemeinen.“Google Scholar
  15. 15.
    Z.B. Vilmar (1973), Bd. I, S. 33 („Die Strategie der Gesamtdemokratisierung: eine überschaubare, permanent auszuweitende Transformationsaufgabe für jeden Schüler, jede Hausfrau, jeden Arbeiter und Beamten, jeden Wissenschaftler und Pfarrer, jeden Arzt und Lehrer und Lehrling und Mieter.“)Google Scholar
  16. 16.
    Möglicherweise nach einem Muster, das ebenfalls Thukydides beschreibt: „Sind sie endlich versammelt, so erwägen sie kurze Zeit die gemeinsamen Anliegen, in der Hauptsache betreiben sie ihre Sondergeschäfte.“ Geschichte des Peleponnesischen Krieges, ebd.Google Scholar
  17. 17.
    Diesen Begriff verwendet z. B. Dieter Ciaessens, Familie und Wertsystem, Berlin 1972 (3. Aufl.), S. 94 ff. Andere Begriffe für vergleichbare Sachverhalte benutzen H. Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob, Leipzig 1924, S. 161 („logischer Optimismus“) oder E. H. Erikson, Kindheit und Gesellschaft, Zürich/Stuttgart 1957, S. 228 („Ur-Vertrauen“).Google Scholar
  18. 18.
    In einzelnen Untersuchungen werden unterschiedliche Komponenten dieser komplexen Relation herausgestellt. Man spricht z. B. von der „symbolischen Ortsbezogenheit“ (Heiner Treinen, Symbolische Ortsbezogenheit, Köln und Opladen, 1966) oder vom „Gefühl der räumlichen Identität“, das „fundamental für das menschliche Verhalten ist“ (Marc Fried, Grieving for a Lost Home, in: Leonhard J. Duhl (Hrsg.), The Urban Condition, New York 1963, S. 365.Google Scholar
  19. 19.
    Je stärker die soziale Kohäsion einer Gruppe ist, um so größer sind die Veränderungen, die von den Gruppenmitgliedern im Verhalten der anderen Mitglieder ausgelöst werden können. Vgl. L. Festinger, S. Schachter, K. Back, Social Pressures in Informal Groups, New York 1950, S. 72–100.Google Scholar
  20. 20.
    Hans Jürgen Eberle, schlägt vor, daß solche qualifizierenden Aktivitäten im „Bildungspaß“ des einzelnen mit aufgeführt werden sollten. Vgl. Eberle, Abkömmlichkeit und Arbeitsplatzsicherung als Probleme der Planpflicht — dargestellt am Beispiel der Wehrübung, Diplomarbeit, Wuppertal 1972 (maschinengeschrieben) , S. 143.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Peter C. Dienel

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