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Vergleichende Parlamentarismusforschung als Schlüssel zum Systemvergleich. Vorschläge zu einer Theorie- und Forschungsdebatte

  • Werner J. Patzelt
Part of the Zeitschrift für Parlamentsfragen book series (ZPARLS)

Zusammenfassung

Heute besitzen die meisten Staaten der Erde ein Parlament1 oder wenigstens eine Art Parlament.2 Ganz verschiedenen Typen politischer Systeme dürfte es also Vorteile bringen, über eine solche Institution zu verfügen.3 Parlamente wieder abzuschaffen, gilt denn auch so gut wie nirgends als erstrebenswert.

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Literatur

  1. 1.
    Der in diesem Beitrag benutzte Parlamentsbegriff wird im Abschnitt 111/1 expliziert. Zur Begriffsgeschichte siehe Hans Boldt, Parlamentarismus, in: Otto Brunner u.a. (Hrsg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 4, Stuttgart 1978, S. 649–676.Google Scholar
  2. 2.
    Unter den in „The Statesman’s Year Book“ aufgelisteten Staaten hatten zu Anfang der 90er Jahre weniger als 15% kein Parlament; siehe Philip Norton (Hrsg.), Parliaments in Western Europe, London 1990, S. 1. Norton fährt fort: „The number of countries that never had one (predominantly in the Middle East) can be counted on one’s fingers. Legislatures predominate on every continent. Indeed, wherever there is an inhabited land mass, there is usually a legislature. Even Pitcairn Islands, with fewer than 100 inhabitants, has one”.Google Scholar
  3. 3.
    Any organization so venerable and so prevalent must perform some very basic political functions“, formulierten Gerhard Loewenberg/Samuel C. Patterson,Comparing Legislatures, Lanham u.a. 1979, auf S. 7.Google Scholar
  4. 4.
    Colin Wells,Das Römische Reich, München 1985, berichtet allerdings auf S. 266 von einem „Landtag der Städte Kleinasiens, der schon vor Augustus bestand“ und „die Interessen der Städte gegenüber Rom und — später — dem Kaiser” vertrat. Siehe auch Jürgen Deininger,Die Provinziallandtage der römischen Kaiserzeit von Augustus bis ztim Ende des dritten Jahrhunderts n. Chr., München 1965, und Jakob A. Larsen,Representative Government in Greek and Roman History, 1955.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. hierzu Roman Herzog, Staaten der Frühzeit. Ursprünge und Herrschaftsformen, München 1988.Google Scholar
  6. 6.
    Politik wird im folgenden stets verstanden als jenes menschliche Handeln, das auf die Herstellung und Durchsetzung allgemein verbindlicher Regelungen beziehungsweise Entscheidungen in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt. Eine ausführliche Diskussion dieses Politikbegriffs findet sich in Werner J. Patzelt, Einführung in die Politikwissenschaft, 2. Aufl. Passau 1993, S. 13–22.Google Scholar
  7. 7 Bernard Crick,Grundformen politischer Systeme. Eine historische Skizze und ein Modell, München 1975, S. 15–98.Google Scholar
  8. 9.
    Äußere Anzeichen hierfür sind die 1991 erfolgte Begründung des Research Committee of Legislative Specialists innerhalb der International Political Science Association, sowie das Erscheinen einer Reihe wertvoller Sammelbände zur vergleichenden Parlamentarismusforschung allein im Jahr 1994, nämlich: Attila AIgh (Hrsg.), The First Steps. The Emergence of East Central European Parliaments, Budapest 1994; Gary W. Copeland/Samuel C. Patterson (Hrsg.), Parliaments in the Modern World: Changing Institutions, Ann Arbor 1994; und Lawrence D. Langley (Hrsg.), Working Papers on Comparative Legislative Studies, Appleton 1994.Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. Gerhard Loewenberg (Hrsg.), Modern Parliaments: Change or Decline? Chicago 1971.Google Scholar
  10. 11.
    Verwiesen sei nur auf zwei Sammelbände: Ulrike Liebert/Maurizio Cotta (Hrsg.), Parliament and Democratic Consolidation in Southern Europe, London/New York 1990, und AÍgh,First Steps, a.a.O.Google Scholar
  11. 12.
    Der Begriff der ‚dichten Beschreibung’ stammt aus dem Bereich der qualitativen Sozialforschung. Gemeint sind sorgfältige Schilderungen des jeweiligen Gegenstandes anhand der Kategorien einer von ihm selbst abgeleiteten und ihm darum gewissermaßen auf den Leib geschneiderten gegenstandsbezogenen Theorie (,grounded theory`). Siehe etwa B.G. Glaser/A. Strauss, The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research, Chicago 1967; dies, Die Entdeckung gegenstandsbezogener Theorie: Eine Grundstrategie qualitativer Sozialforschung, in: Chr. HopflE. Weingarten (Hrsg.), Qualitative Sozialforschung, Stuttgart 1979, S. 91–111.Google Scholar
  12. 13.
    Vgl. Loewenberg,Comparative Legislative Research, a.a.O., S. 4f: „Comparative research imposes a concern with theory, because comparison can take place only within a common theoretical framework. The failure to undertake extensive comparative research has permitted the neglect of theory“.Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. Werner J. Patzelt,Formen und Aufgaben von,Theorieforschung` in den Sozialwissenschaften, in: Ethik und Sozialwissenschaften 4, 1993, S. 111–123.Google Scholar
  14. 15.
    Kaum Theorie, bloß Kumulation, dazwischen wenig echter Vergleich“ — so bilanziert Schüttemeyer,Vergleichende Parlamentarismusforschung, a.a.O., auf S. 173. Und Philip Norton,Parliaments in Western Europe, a.a.O., S. 1, kam unlängst zum Ergebnis, es gelte trotz vielerlei Detailkenntnissen über zumal westliche Parlamente: „We know relatively little about legislatures as a particular species of institution. Country-specific knowledge has not been assimilated on any comprehensive and systematic basis to allow a substantial body of generalizations to be drawn”.Google Scholar
  15. 16.
    Vgl. die zusammenfassende Darstellung von Kurt Kluxen, Zur Theorie des Parlamentarismus, in: ders, Geschichte und Problematik des Parlamentarismus, Frankfurt 1983, S. 175–196. Eine adäquate und fruchtbare, doch weitgehend nicht systematisch explizierte Theorie des Parlamentarismus findet sich hingegen in Heinrich Oberreuter, Kann der Parlamentarismus überleben? Bund-Länder-Europa, 2. Aufl. Zürich 1987.Google Scholar
  16. 17.
    Siehe Jean Blondel,Comparative Legislatures, Englewood Cliffs 1973, S. 136ff.; Michel Mezey,Comparative Legislatures, Durham 1979; Nelson W. Polsby,Legislatures, in: F.J. Greenstein/ders (Hrsg.), Handbook of Political Science, Bd. 5, Reading/Mass. 1975, S. 257–319, v.a. S. 262277; und Winfried Steffani,Amerikanischer Kongreß und deutscher Bundestag — ein Vergleich, in: ders,Parlamentarische und präsidentielle Demokratie, Opladen 1979, S. 327–345, bzw. ders,Das präsidentielle System der USA und die parlamentarischen Regierungssysteme Großbritanniens und Deutschlands im Vergleich, ebenda, S. 61–104.Google Scholar
  17. 18.
    Siehe entsprechende Diskussionen in Oberreuter,Kann der Parlamentarismus überleben?, a.a.O., S. 44–50; Robert A. Packenham,Legislatures and Political Development, in: Allan Kornberg/Lloyd D. Musolf (Hrsg.), Legislatures in Developmental Perspective, Durham NC, 1970; und Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 43–67; Steffani,a.a.O., S. 121ff.Google Scholar
  18. 19.
    Als Überblicksdarstellungen zur vergleichenden Systemforschung siehe Jürgen Hartmann,Vergleichende Regierungslehre und vergleichende politische Systemforschung, in: Berg-Schlosser/ Müller-Rommel,Vergleichende Politikwissenschaft, a.a.O., S. 25–44 (mit umfangreichen Literaturangaben); Stein Rokkan,Cross-Cultural, Cross-Societal and Cross-National Research (orig. 1970), in: Historical Social Research 18, 1993, S. 6–54; sowie Richard Rose,Comparing Forms of Comparative Analysis, in: Political Studes 39, 1991, S. 446–462.Google Scholar
  19. 20.
    John C. Wahlke/Heinz Fulau/William Buchanan/LeRoy C. Ferguson,The Legislative System. Explorations in Legislative Behavior, New York/London 1962.Google Scholar
  20. 21.
    Institutionen werden im folgenden durchweg aufgefaßt als Gefüge aus routinemäßig aufeinander abgestimmten Rollen.Google Scholar
  21. 22.
    Erstens werden Rollen im folgenden nicht nur als Rollenorientierungen,sondern stets auch als konkretes Rollenverhalten aufgefaßt; vgl. hierzu auch die forschungspraktischen Forderungen in Loewenberg,Comparative Legislative Research, a.a.O., S. 9. Zweitens bedarf das Rollenmodell von Wahlke et al. einiger Modifikationen, soll es nicht allein dem US-amerikanischen System angemessen sein; siehe hierzu Werner J. Patzelt,Wahlkreisstil und Abgeordnetenrollen: Grundzüge eines Forschungsprogramms, in: ZParl, 20. Jg. (1989), H. 1, S. 114–150.Google Scholar
  22. 23.
    Zur Kritik dieser Trias von Rollenorientierungen siehe Werner J. Patzelt,Wie fassen Abgeordnete ihr Amt auf? Wider zwei Legenden, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 20, 1991, S. 191–211.Google Scholar
  23. 24.
    In Deutschland wurde selbst der in jener Rollentrias noch enthaltene Theoriegehalt von der eingefahrenen Debatte um,freies` vs.,imperatives’ Mandat weitgehend erstickt.Google Scholar
  24. 25.
    Eine Darstellung seiner Grundgedanken findet sich in Werner J. Patzelt,Abgeordnete und Repräsentation. Amtsverständnis und Wahlkreisarbeit, Passau 1993, S. 46–55:,Die Linkage-Perspektive der Repräsentationsforschung’. Dieser Linkage-Ansatz wird beispielsweise durchgeführt in Chong Lim Kim u.a., The Legislative Connection: The Representative and the Represented in Kenya, Korea, and Turkey, Durham 1984, und in Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 167–195.Google Scholar
  25. 26.
    Warren E. Miller/Donald E. Stokes,Constituency Influence in Congress, in: American Political Science Review 57, 1963, S. 45–56.Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. den Literaturbericht von Patzelt,Der Abgeordnete — ein unbekanntes Wesen?, a.a.O.Google Scholar
  27. 28.
    Richard E Fenno,U.S. House Members in Their Constituencies: An Exploration, in: The American Political Science Review 71, 1977, S. 883–917.Google Scholar
  28. 29.
    Sie ermöglicht es, der vergleichenden Parlamentarismusforschung komplexere Fragestellungen aufzugeben, als sie Schüttemeyer,Vergleichende Parlamentarismusforschung, a.a.O., auf S. 171 formuliert: „Welche Rolle spielen Parlamente im politischen Prozeß? Was können sie leisten? Womit sind sie überfordert?“ Das Ziel bleibt indessen unverändert: „eine empirische Theorie des Parlamentarismus […], die Existenz, Struktur und Funktionen von Parlament[en] erklärt” (ebenda, S. 172).Google Scholar
  29. 30.
    Als Skizze dieses Ausbreitungsmusters siehe Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 13–19.Google Scholar
  30. 31.
    Anklänge einer solchen Betrachtungsweise finden sich im entwicklungsgeschichtlichen Eingangskapitel von Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., v.a. auf S. 10 und 19: „Like the people who serve in them, political institutions have inherited features. These are the genetic properties of legislatures which have made them distinctive and recognizable wherever they have subsequently appeared.… But the instution is not endlessly pliable, even though it is constantly subject to changing environments. As we noted earlier, institutions have genetic characteristics. These characteristics are continously reinforced by a process called institutionalization“.Google Scholar
  31. chen Grundlagen der Vernunft, Berlin/Hamburg, 1979; und ders,Die Spaltung des Weltbilds. Biologische Grundlagen des Erklärens und Verstehens, Berlin/Hamburg 1985. Versuche, die Evolutionäre Erkenntnistheorie für eine Vielzahl von Disziplinen zu erschließen, finden sich im aus dem 2. Internationalen Symposium zur Evolutionären Erkenntnistheorie hervorgegangenen Sammelband von Rupert Riedl/Manuela Delpos (Hrsg.), Die Evolutionäre Erkenntnistheorie im Spiegel der Wissenschaften, Wien 1995 (im Erscheinen); speziell siehe darin Werner J. Patzelt,Zum politikwissenschaftlichen Nutzen der Evolutionären Erkenntnistheorie.Google Scholar
  32. 33.
    Dieser Begriff bezeichnet jene biologischen Strukturen, die es Lebewesen ermöglichen, in einer auf ihr Überleben zugeschnittenen Perspektive den dafür unverzichtbaren Ausschnitt ihrer Umwelt abzubilden und zur Grundlage eigenen Verhaltens zu machen. Siehe Lorenz,Rückseite des Spiegels, a.a.O., S. 17ff. und passim.Google Scholar
  33. 34.
    Als soziales System wird im folgenden verstanden ein stabiles Gefüge sozialer Rollen, z. B. eine Institution oder Organisation.Google Scholar
  34. 35.
    Diese Beispiele zeigen, daß mit einer evolutionstheoretischen Forschungsperspektive keineswegs eine historizistische Geschichtstheorie verbunden sein muß. Eine solche führte ohnehin in die Irre; siehe hierzu Karl R. Popper, Das Elend des Historizismus, Tübingen 1979.Google Scholar
  35. 36.
    Die britische Verfassungsgeschichte seit dem Hochmittelalter zeigt, wie ein derartiger Lernprozeß eines politischen Systems mit wenigen Ausnahmen — Rosenkriege, Bürgerkrieg, Glorreiche Revolution — ohne größere Krisen verlaufen mag. Umgekehrt lehrt die französische Verfassungsgeschichte seit der Großen Revolution, wie mit rasch wechselnden Staatsstrukturen solange experimentiert werden kann, bis — im System der III. beziehungsweise V. Republik — eineGoogle Scholar
  36. 37.
    Vgl. hierzu Mancur Olson,Dictatorship, Democracy and Development, in: American Political Science Review 87, 1993, S. 567–576.Google Scholar
  37. 38.
    Analoges ist in Großunternehmen und multinationalen Konzernen zu beobachten, die hierin politischen Systemen ähnlich und an derartiger,Widerständigkeit` gegenüber Umwelteinflüssen ja auch vielen Staaten überlegen sind.Google Scholar
  38. 39.
    Karl W. Deutsch,Politische Kybernetik. Modelle und Perspektiven, Freiburg 1973. Zur Rezeption derartiger Denkfiguren in der deutschen Parlamentarismusforschung siehe auch Uwe Thaysen,Parlamentsreform in Theorie und Praxis. Zur institutionellen Lernfähigkeit des parlamentarischen Regierungssystems, Opladen 1972.Google Scholar
  39. 40.
    Responsivität meint die Empfänglichkeit, Anregbarkeit, Reaktionsbereitschaft und Reaktionsfähigkeit eines Systems.Google Scholar
  40. 41.
    Vgl. Riedl,Biologie der Erkenntnis, a.a.O., S. 50ff.Google Scholar
  41. 42.
    Der Begriff einer genetischen Typologie wird gewählt, weil die,genetische Verwandschaft` von Systemteilen als typenbildendes Kriterium benutzt werden soll. Siehe hierzu im Abschnitt IV/1 die Diskussion der Untersuchung von Homologien.Google Scholar
  42. 43.
    Mit dem Begriff der,Fulguration` (von lat. fulgur,Blitzstrahl) bezeichnete Konrad Lorenz das plötzliche Entstehen neuer Systemeigenschaften, zu dem es bei der Kopplung von Systemen kommen kann, in welchen selbst die neuen Eigenschaften nicht einmal in Ansätzen vorhanden waren; siehe Lorenz,Rückseite des Spiegels, a.a.O., S. 47–55.Google Scholar
  43. 44.
    Hier ist von den aristotelischen Ursachenformen der causa formalis und der causa materialis die Rede; siehe Riedl,Spaltung des Weltbildes, a.a.O., S. 80–98 und Werner J. Patzelt,Sozialwissenschaftliche Forschungslogik, München/Wien, S. 174f.Google Scholar
  44. 46.
    Von selbst versteht sich, daß gemeinsam mit dem Typ eines politischen Systems, in dem ein Parlament operiert, sich auch dieses wandelt: nicht nur der Teil wirkt auf das Ganze, sondern auch das Ganze auf seine Teile ein. Doch die Existenz eines neuen und dann beibehaltenen Subsystems beschneidet der Entwicklung des Gesamtsystems ihre Freiheitsgrade.Google Scholar
  45. 47.
    So verfährt auch Schüttemeyer,Vergleichende Parlamentarismusforschung, a.a.O., S. 170. Die Plausibilität der folgenden Argumentation sollte von einer Zustimmung zu den eingeführten Arbeitsdefinitionen freilich unabhängig sein.Google Scholar
  46. 48.
    Am Ende des Abschnitts III/3 wird überdies der Begriff des,Parlaments im engeren Sinn’ eingeführt, welcher dem üblichen politikwissenschaftlichen Wortgebrauch entspricht.Google Scholar
  47. 49.
    Dieser Parlamentsbegriff entspricht weitgehend jenem, den Antonio Marongiu bei seiner vergleichenden Untersuchung mittelalterlicher Parlamente benutzte. Auch dessen Abgrenzungskriterium war „the exclusion of any direct and immediate participation by the inhabitants in the government because of the size of the territory, and hence the need of forms of representation“; siehe Antonio Marongiu,Medieval Parliaments. A Comparative Study. London 1968 (italienische Originalausgabe 1949), S. 48. Marongius Gesamtwürdigung dieses neuen Institutionstyps paßt vollständig zu den Leitgedanken der Linkage-Perspektive der Parlamentarismusforschung: „Once the new institution had arisen, it tended to act as an institutional link between the king and his subjects, while its members acted as personal links between all the subjects and the general representative body. By now this assembly or parliamentary institution was an important element in the organisation of the state. Its convocation and sessions assumed an entirely different value…: it signified the recognition and exercise of the principle of representation, combined with those of collaboration and consent” (ebenda, S. 46).Google Scholar
  48. 50.
    Implizit wird zwar eine demokratische Wahl dieses Parlaments unterstellt; sie ist in systematischer Hinsicht aber nicht zwingend erforderlich, falls es nur um Parlamentarismus, nicht aber um parlamentarische Demokratie geht.Google Scholar
  49. 51.
    Siehe Mezey,Comparative Legislatures, a.a.O.Google Scholar
  50. 52.
    Bisweilen wird im folgenden aus rein sprachlichen Gründen statt,Parlamentarismus` auch,parlamentarisches System’ formuliert. Dieses darf aber keinesfalls mit dem parlamentarischen Regierungssystems verwechselt werden.Google Scholar
  51. 53.
    Hierzu siehe den Abschnitt II1/3.Google Scholar
  52. 54.
    Diese trotz (oder wegen?) ihrer Offensichtlichkeit bislang selten thematisierte Tatsache machte zur Grundlage einer soziologischen Repräsentationstheorie Johannes Weife Stellvertretung. Überlegungen zu einer vernachlässigten soziologischen Kategorie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 36, 1984, S. 43–55. Sie trägt auch die Argumentation in Polsby, Legislatures, a.a.O., S. 262ff.Google Scholar
  53. 55.
    Aus diesem Sachverhalt ergibt sich das Bestehen einer Obergrenze sinnvoller Arbeitsteilung. Sie wird regelmäßig etwa in den Debatten um eine,Überbürokratisierung’ erörtert.Google Scholar
  54. 56.
    Siehe etwa Patzelt,Einführung in die Politikwissenschaft, a.a.O., S. 123–142.Google Scholar
  55. 57.
    Siehe die knappe Überblicksdarstellung bei Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 7–42:,The Development of Legislatures’. Ferner sei verwiesen auf William O. Aydelotte (Hrsg.), The History of Parliamentary Behavior, Princeton 1977; das von John B. Henne-man 1982 herausgegebene Sonderheft des Legislative Studies Quarterly, A.R. Myers,Parliaments and Estates in Europe prior to 1789, London 1975; sowie die in Heinz Rausch (Hrsg.), Die geschichtlichen Grundlagen der modernen Volksvertretung, Die Entwicklung von den mittelalterlichen Korporationen zu den modernen Parlamenten, 2 Bände, Darmstadt 1974 und 1980, versammelten Aufsätze.Google Scholar
  56. 58.
    Polsby,Legislatures, a.a.O., gibt auf S. 282 drei Vorbedingungen für deren Entstehen an: „(1) the spread of prosperity sufficient to make widespread taxation feasible as a method of supporting central government; (2) the spread of arms sufficient to make it necessary for the central government to bargain over, rather than unilaterally impose, tax burdens; (3) some readiness to bargain about the rational restriction of arms and the supply of services to the populace“. Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 9f, argumentieren ergänzend: „Today’s legislatures arose in response to the need for communication among the scattered holders of power in medieval Europe, a need which could be met only by assembling representatives of the principal social groups at the king’s palace. In the societies of that time, kings generally could not coerce their most powerful subjects. Consulting leaders to obtain their consent was the only way of conducting effective central government. Assemblies therefore arose from the need to represent the principal social groups in a territory, including its many separate communities, and from the need for consultation and consent on government policy. From the start, state building and consent to policy were the functions of assemblies; a representative membership and taking collective actions through the use of distinctive procedures were their structural characteristics”.Google Scholar
  57. 59.
    Polsby,Legislatures, a.a.O., S. 301, nennt Vertretungskörperschaften entsprechend „an independent link between the populace and the government“.Google Scholar
  58. 60.
    Dies wird etwa in der folgenden Vergleichsstudie herausgearbeitet: Robert Fawtier,Das englische Parlament und die französischen Generalstände im Mittelalter, in: Rausch,Geschichtliche Grundlagen, a.a.O., Bd 1, S. 346–358.Google Scholar
  59. 61.
    Ein wie weites Feld dies ist, wird sichtbar in den seit so langem geführten Diskussionen um konstitutionelle vs. parlamentarische Monarchie, um präsidentielles vs. parlamentarisches Regierungssystem, oder um Repräsentations-vs. Räteprinzip.Google Scholar
  60. 63.
    Zur Funktionsentstehung durch Strukturbildung siehe die Ausführungen zu Beginn des Abschnitts IV.Google Scholar
  61. 64.
    Oft wird hier von der,Artikulationsfunktion` beziehungsweise,Repräsentationsfunktion` des Parlaments gesprochen.Google Scholar
  62. 65.
    Dies wird meist auf den Begriff der,Öffentlichkeitsfunktion’ gebracht.Google Scholar
  63. 66.
    Siehe als empirische Studie eines solchen Entwicklungsprozesses Werner J. Patzelt,Societal Roots of New Parliaments: The Case of East Germany. Paper presented at the 16. World Congress of the International Political Science Association, Berlin 1994.Google Scholar
  64. 67.
    Bisweilen wird dem entsprechend der Begriff der,Rekrutierungsfunktion` von Parlamenten eingeführt.Google Scholar
  65. 68.
    Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., bringen dies auf S. 44–51 auf den Begriff der Linkage-Funktion von Parlamenten. Auf S. 292f. formulieren sie erläuternd: „One way of viewing a political community is in terms of patterns of communication.… Legislatures, because of their distinctive ability to link territorially scattered people with their government, promote… common allegiance. By defining their constituencies, legislatures establish the geographic boundaries of the political system.… In effect the process [der Entstehung des englischen Parlaments] established a pattern of communication between the government and its most influential citizens, and in so doing, gave to the participants a sense of their shared political community“.Google Scholar
  66. 69.
    Zur Analyse des hier gegebenen Kausalzusammenhanges reichen die üblicherweise herangezogenen Kategorien der Antriebs-sowie der Zweckursache (,Weil-Motive` beziehungsweise,Umzu-Motive’ in der Begrifflichkeit von Alfred Schütz) nicht aus; vielmehr erweisen sich vor allem die Betrachtungsweisen der causa formalis und der causa materialis als erkenntniserschließend; vgl. die in Anm. 44 angegebene Literatur.Google Scholar
  67. 70.
    In der Sprache Evolutionärer Erkenntnistheorie ist auch jenes Netzwerk von,Satelliteninstitutionen’ der Parlamente als,erkenntnisgewinnendes System’ zu bezeichnen, welches in sich, als Vorbedingung seiner Funktionstüchtigkeit, die für sein Agieren relevanten Merkmale der gesellschaftlichen Umwelt ebenso,abgebildet` hat wie die Gestalt des Wals die Fortbewegungsmöglichkeiten im Wasser.Google Scholar
  68. 71.
    Hierfür ist die Rede von der,Legitimitationsfunktion’ der Parlamente geläufig.Google Scholar
  69. 72.
    In der Sprache Evolutionärer Erkenntnistheorie läßt sich formulieren: Auf diese Weise tragen Parlamente zur Anpassung jener politischen Systeme, deren Teil sie sind, an ihre gesellschaftliche Umwelt bei; und folglich sind sie als Analoga funktionstüchtiger,Weltbildapparate` von Organismen aufzufassen.Google Scholar
  70. 73.
    Siehe hierzu etwa Yves M.-J. Congar,Quod omnes tangit ab omnibus tractari et approbari debet, in Rausch,Geschichtliche Grundlagen, Bd. 1, a.a.O., S. 115–182, und Antonio Marongiu,Das Prinzip der Demokratie und der Zustimmung, ebenda, S. 183–211.Google Scholar
  71. 74.
    Vgl. Polsby,Legislatures, a.a.O., S. 264, sowie Norton,Parliaments in Western Europe, a.a.O., S. 1: Vertretungskörperschaften haben „one core-defining function: they give assent, on behalf of a political community that extends beyond the executive authority, to binding measures of public policy“.Google Scholar
  72. 75.
    Die in Anm. 58 zitierten Erläuterungen von Loewenberg und Patterson verweisen freilich auch darauf, daß erst eine relative Schwäche von Herrschern es Vertretungskörperschaften erlaubte, überhaupt zu Machtfaktoren zu werden.Google Scholar
  73. 76.
    Bis zum Aufkommen und Erstarken von Vertretungskörperschaften waren die meisten komplexeren politischen Systeme autoritäre Diktaturen, bei denen eine kleine Gruppe von Regierenden ohne institutionelles Widerlager sich der politischen Machtmittel bedienen konnte. Vgl. Polsby,Legislatures, a.a.O., S. 263f.Google Scholar
  74. 77.
    Vgl. die Beschreibung dieser Prozesse bei Kluxen,Geschichte und Problematik des Parlamentarismus, a.a.O., S. 15–172.Google Scholar
  75. 78.
    Vgl. Marongiu,Medieval Parliaments, a.a.O., S. 37–41:,The representative principle in the organisation of religious orders’.Google Scholar
  76. 79.
    Vgl. Lowenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 292–299:,Legislatures and nation building’, und Abdo I. Baaklini/James J. Heaphey,Legislative Institution Building in Brazil, Costa Rica, and Lebanon, Beverly Hils/London 1976, v.a. S. 5–15.Google Scholar
  77. 80.
    Siehe Anm. 17. Vgl. bei Polsby,Legislatures, a.a.O., auf S. 266-.296 auch die Beschreibung des Nutzens, den ganz verschiedene Parlamentsarten in unterschiedlichen Systemen stiften.Google Scholar
  78. 81.
    Vgl. Pols by,Legislatures, a.a.O., S. 266–268.Google Scholar
  79. 82.
    So, als einer unter vielen, Polrby,Legislatures, a.a.O., S. 301–303:,In conclusion: legislatures as multipurpose institutions’. Seine Schlußbemerkung lautet denn auch: „What in the end seems most intriguing about legislatures is their all-purpose flexibility. They are not so efficient as a secret police in gaining for a ruling clique the short-run popular obedience that is necessary for them to govern. Yet in many systems they do the job of gaining legitimacy for government tolerably well and in addition serve as training grounds for future elites. Undoubtedly an experienced corps of experts can explore policy alternatives and select solutions to problems more expeditiously and more intelligently than a legislature, but legislatures have learned to do this, too, tolerably well and in addition can test alternatives against the demanding criterion of political acceptability in ways not readily available to experts. A modern, well-equipped army can generally stave off a revolt, but so may a legislature, by providing a regular forum fot the hearing and, occasionally, the redress of grievances. It is the fact that legislatures in different times and circumstances do all these things, and sometimes all of them at once, that makes them so baffling to the analyst. It also makes them fascinating and instructive organizations and commends them to the student of man’s long and difficult struggle for self-government“ (S. 302f.).Google Scholar
  80. 83.
    So die einschlägigen Begriffe von Mezey,Comparative Legislatures, a.a.O.Google Scholar
  81. 84.
    Natürlich läßt sich das Funktionspotential einer Vertretungskörperschaft aber nicht einfach,auf Knopfdruck’ nutzen. Vielmehr hängt es wesentlich auch von der Kompetenz der Akteure, von sonstigen strukturellen Rahmenbedingungen und von vielerlei historischen Glücksumständen ab, ob ein Parlament in seiner neuen Funktionserfüllung wirklich Stabilität erreicht.Google Scholar
  82. 85.
    Die folgende Argumentation fußt auf jener sorgfältigen Analyse des Repräsentationskonzepts, die vor knapp dreißig Jahren Hanna F. Pitkin,The Concept of Representation, Berkeley/Los Angeles 1967, vorlegte. Eine Darlegung von Ansatz und Ergebnissen dieses bedeutenden Werks politikwissenschaftlicher Theorieforschung findet sich in Patzelt,Abgeordnete und Repräsentation, a.a.O., S. 19–40. Ganz ohne Zweifel ist Pitkins Buch weit mehr als „eine klug kommentierte Kollektion unterschiedlicher Repräsentationskostüme“; so Uwe Thaysen,Repräsentation in der Bundesrepublik, in: ders./Roger H. Davidson/Robert G. Livingston (Hrsg.), US-Kongreß und Deutscher Bundestag. Bestandsaufnahmen im Vergleich, Opladen 1988, S. 73–101, hier S. 73.Google Scholar
  83. 86.
    So auch — wenngleich bezogen auf systembedingte Typen von Parlamenten, nicht aber auf die differentia specifica zwischen Vertretung und Repräsentation — Polsby,Legislatures, a.a.O., S. 298: „Only for legislatures in open, specialized regimes is representation a problem. In closed regimes, as we have seen, the purpose of a legislature is essentially cosmetic, although it may also be an agency of cooptation, which increases in effectiveness as significant groups in the society are represented there. In open, unspecialized regimes there is no clear or permanent line between governors and governed or between the act of legislating and the ceremonial invocation of agreed-on customary norms, and the polity is in important aspects coextensive with the legislature“.Google Scholar
  84. 87.
    Zum Responsivitätsbegriff siehe Anm. 40. Die Art der unter Beweis zu stellenden Responsivität läßt sich präzise und empirisch operationalisierbar in Form von vier,Responsivitätskomponenten’ bestimmen. Es handelt sich dabei um Politik-, Allokations-, Service-und symbolische Responsivität; siehe Heinz Eulau/Paul D. Karps, The puzzle of representation: specifying components of responsiveness, in: Heinz Eulau/John C. Wahlke (Hrsg.), The Politics of Representation. Continuities in Theory and Research, Beverly Hills/London 1978, S. 55–71; vgl. auch Patzelt, Abgeordnete und Repräsentation, a.a.O., S. 43–46.Google Scholar
  85. 88.
    Hier befindet sich die Anschlußstelle zu jenen Argumentationen der Pluralismustheorie, welche das Vorliegen von Minimalkonsens über Werte, Verfahren und Strukturen als Voraussetzung freiheitssichernden Streites begründen.Google Scholar
  86. 89.
    Gemeint ist: die Repräsentanten müssen hinsichtlich der Anliegen und Wünsche der Repräsentierten ansprechbar und sensibel, reaktionswillig und handlungsfähig sein.Google Scholar
  87. 90.
    Gemeint ist: die Repräsentanten müssen fähig sein, ihre Haltungen und Entscheidungen vor den Repräsentierten plausibel zu machen und zu erklären, und ferner müssen sie von sich aus aktiv nach Handlungsbedarf suchen, Problemlösungsvorschläge ausarbeiten, sie den Repräsentierten unterbreiten, verständlich machen, um Unterstützung für sie werben und sie auch ins Werk setzen.Google Scholar
  88. 91.
    Schließlich muß den Repräsentanten auch abverlangt werden, sich über bekundete Wünsche der Repräsentierten hinwegzusetzen,wenn sie nämlich zum Urteil kommen, kurzfristiger Wunsch und langfristiges Interesse paßten nicht zusammen! Ernst Fraenkel sprach diesbezüglich von der,Veredelung des empirisch vorfindbaren Volkswillens’.Google Scholar
  89. 92.
    Dem damaligen Evolutionssprung politischer Systeme dürfte an Bedeutung allenfalls die Entstehung der elektronischen Massenmkommunikationsmittel gleichkommen.Google Scholar
  90. 93.
    Loewenberg,Comparative Legislative Research, a.a.O., formuliert auf S. 20f. diese ForderungGoogle Scholar
  91. 94 Zur hier angesiedelten sozialwissenschaftlichen Theoriedebatte um das korrekte Verhältnis von Funktions-and Strukturanalyse siehe die Beiträge in Walter L. Bühl (Hrsg.), Funktion and Struktur. Soziologie vor der Geschichte, München 1975 Speziell zu den einschlägigen Problemen in der Parlamentarismusforschung: Loewenberg,Comparative Legislative Research, a.a.O., S. 10–14Google Scholar
  92. 95.
    Siehe zu den folgenden Explikationen Riedl,Biologie der Erkenntnis, a.a.O., Glossar und passim.Google Scholar
  93. 96.
    Homolog sind beispielsweise die Skelettstrukturen der Vorderextremitäten von Wal, Vogel, Fledermaus, Pferd und Mensch.Google Scholar
  94. 97.
    Eine Diskussion derartiger,Umwelteinflüsse’ auf Parlamente findet sich in Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., S. 10–13.Google Scholar
  95. 98.
    Aus dem Tierreich kann auf folgendes Beispiel verwiesen werden: die Vorderextremitäten von Vogel und Pferd erfüllen verschiedene Funktionen und sind darum, trotz struktureller Ähnlichkeit, ganz andersartig ausgeprägt.Google Scholar
  96. 99.
    Von der trivialen, doch üblichen und — nicht zuletzt im,Historikerstreit` — äußerst folgenreichen Verwechslung von Ähnlichkeit und Vergleichbarkeit soll an dieser Stelle nicht weiter gehandelt werden; statt dessen sei verwiesen auf Patzelt,Einführung in die Politikwissenschaft, a.a.O., S. 148f.Google Scholar
  97. 100.
    Natürlich dürfen dabei,Seitenzweige und,Sackgassen` der Systemevolution nicht übersehen werden, wie sie etwa Landstände in der Vergangenheit und Wirtschafts-und Sozialräte in der Gegenwart darstellen. Zweifellos teilt ein solcher Ansatz indessen das allgemeine Problem evolutionstheoretischer Betrachtungen, daß sich,Sackgassen` und,Seitenzweige immer erst im Nachhinein feststellen lassen, so daß nicht auszuschließen ist, daß auch die Entwicklung der derzeit in der ganzen Welt verbreiteten Art von Vertretungskörperschaften eine,Sackgasse darstellt. Ohnehin sind die Begriffe,Seitenzweig’ und,Sackgasse, wenn auch kaum aufzugeben, in gewisser Hinsicht unglücklich. Stellt etwa eine so lange überlebende Art wie die Saurier wirklich eine,Sackgasse der Evolution dar, nur weil die Spezies ausstarb? Hat denn Evolution überhaupt ein,Ziel`, von dem ausgehend,Sackgassen` und,Seitenzweige zu identifizieren wären? Glücklicherweise ist der Nutzen evolutionstheoretischer Analyse durchaus nicht von einer bejahenden Antwort auf diese letzte Frage abhängig.Google Scholar
  98. 101.
    Um Mißverständnisse auszuschließen sei betont, daß der Weg zu einer solchen Theorie nicht durch theoretische, sondern allein durch empirische Studien — hier vor allem durch Sekundäranalysen geschichtswissenschaftlicher Arbeiten — zu beschreiten ist.Google Scholar
  99. 102.
    Systematisch durchgeführt wird ein solcher Ansatz etwa in Loewenberg/Patterson,Comparing Legislatures, a.a.O., und in Emil Hübner/Heinrich Oberreuter,Parlament und Regierung. Ein Vergleich dreier Regierungssysteme, München 1977. Ausführliche Literaturangaben zu derartigen Forschungen über den Deutschen Bundestag finden sich in Peter Schindler,Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages. 1983 bis 1991, Baden-Baden 1994.Google Scholar
  100. 103.
    Vgl. hierzu die Literaturangaben in Anm. 18.Google Scholar
  101. 104.
    Vgl. im Abschnitt III/2b die Skizze der Entstehung dieser Funktionen.Google Scholar
  102. 105.
    Diese oft übergangene Parlamentsfunktion wird ausgiebig erörtert in Packenham,a.a.0.Google Scholar
  103. 108.
    Siehe Gabriel Almond,A Functional Approach to Comparative Politics, in: ders./James S. Coleman (Hrsg.), The Politics of the Developing Areas, Princeton 1960, S. 43–65; und ders./G.B. Powell,Comparative Politics: System, Process, and Policy, 2. Aufl. Boston 1978.Google Scholar
  104. 109.
    Siehe hierzu etwa Kluxen,Geschichte und Problematik des Parlamentarismus, a.a.O., S. 22—Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Werner J. Patzelt

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