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Ergebnis und Ausblick

  • Andrea Ludwig

Zusammenfassung

Zunächst sei an die Ausgangsthese erinnert, nach der die “Neue Linke” für die gegenwärtige Nationalisierung des gesellschaftlichen Klimas mitverantwortlich ist, da ihre eigene Nationalismus-Rezeption von Nationalismus durch die strukturelle und z.T. auch inhaltliche Affinität zu tradierten Diskursen geprägt ist, deren Stoßrichtung durch das problematische Bedürfnis nach widerspruchsloser Identität verstärkt wird und fatale Defizite in der Auseinandersetzung mit dem Rassismus zur Folge hat. Auf der Basis der vorliegenden Untersuchung werden diese Behauptung im folgenden zusammenfassend konkretisiert.1

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Literatur

  1. 1.
    Insbesondere betreffs der Grünen als einer sehr heterogenen Organisation muß betont werden, daß die in Zusammenfassungen zwangsläufige Konzentration auf dominierende Tendenzen anderslautende Auffassungen — sofern sie keine bedeutende Minderheit repräsentieren — nicht in dem Maß berücksichtigen kann, wie dies in der Untersuchung selbst geschah.Google Scholar
  2. 2.
    Welch bizarre Züge die Untermauerung des Antiimperialismus durch kulturelle Argumente manchmal annimmt, wird am Beispiel eines Artikels im “Arbeiterkampf” vom 11.2.1992 deutlich. Darin wird die Unsinnigkeit, die Bedrohung Israels emstzunehmen, damit begründet, daß es sich bei den Ankündigungen Saddam Husseins, “...um Rhetorik, die einer anderen Kultur...entstammt (handelt)” (zit. bei DIAK 1991: 80).Google Scholar
  3. 3.
    Die Genese dieses Defizits wird in Dutschkes (zit. bei Voigt 1991: 253) rückblickender Beschreibung seines Bezugs zum Nationalsozialismus offenkundig: “Meine christliche Scham über das Geschehene war so groß, daß ich es ablehnte, weitere Beweisdokumente zu lesen und mich mit einer allgemeinen Erkenntnis zufriedengab: Der Sieg und die Macht der NSDAP, das Entstehen des zweiten Weltkriegs ist von dem Bündnis zwischen NSDAP und den Reichen (Monopolkapital) nicht zu trennen”.Google Scholar
  4. 4.
    Die Untersuchung des israelischen Historikers Frank Stern über deutschen Antisemitismus und Philosemitismus in der bislang vernachlässigten Zeit zwischen 1945 und Anfang der 50er Jahre verdient eine gesonderte Hervorhebung, da sie sehr anschaulich jene Verbindung zwischen dem deutschen Umgang mit dem Nationalsozialismus und der Funktion “des Juden” als deutsches Projektionsobjekt herausarbeitet, die bis heute das deutsch-jüdische Verhältnis prägt.Google Scholar
  5. 5.
    Der Begriff des Individuellen bezieht sich in diesem Zusammenhang sowohl auf den Einzelnen als auch auf das Selbstverständnis der “Neuen Linken”.Google Scholar
  6. 6.
    Da es in der BRD — anders als z.B. in Frankreich — keine generelle Säkularisierung gibt (Stichwort “christlicher Religionsunterricht”), ist mit diesem Postulat die Gleichbehandlung intendiert, d.h. entweder die Abschaffung des christlichen oder die Einführung islamischen Religionsunterrichts.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Andrea Ludwig

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