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Einleitung

  • Andrea Ludwig

Zusammenfassung

Sich heute mit Nationalismus, Rassismus und Identität zu beschäftigen bedarf keiner langen Begründung. Die Bedeutung von Nationalismus und Rassismus als eine ihrer möglichen Antworten ist spätestens mit Hoyerswerda und Rostock ins öffentliche Bewußtsein gerückt. Der Versuch, die Verbreitung nationaler und rassistischer Denkmuster allein als Folgeerscheinung der Wiedervereinigung zu interpretieren, ist Rechtfertigung und zugleich Eingeständnis des bis dahin fehlenden Problembewußtseins. Er weist gleichzeitig auf dessen Fortexistenz hin, indem er den Blick auf vorangegangene Entwicklungen versperrt. Die Vereinigung hat zur Verschärfung und Katalyse von Tendenzen beigetragen, die sich bereits in den Wahlerfolgen rechtspopulistischer Parteien 1989 manifestierten und deren Ausgangspunkt mehr als zehn Jahre zurückliegt. Die damals parteiübergreifend begonnene Suche nach der nationalen und kulturellen Identität der Deutschen verbunden mit den Bestrebungen zur Entsorgung der nationalsozialistischen Vergangenheit haben mitgeholfen, den Boden für die gegenwärtigen Erscheinungen zu bereiten.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. z.B. die divergierenden Darstellungen bei Bauß 1977 und Fichter/Lönnendonker 1979.Google Scholar
  2. 2.
    Der ursprünglich vom bundesdeutschen Verfassungsschutz eingeführte Terminus ‘K-Gruppen’ hat sich mittlerweile auf breiter Ebene durchgesetzt.Google Scholar
  3. 3.
    Es mag zunächst verwundem, daß der Auseinandersetzung mit Israel ein eigenes Kapitel zugedacht wird. Dies ist auf den Focus-Charakter dieses Themenfelds zurückzuführen, in dem sich -wie in keinem anderen — nahezu alle relevanten Aspekte vereinigen: der israelisch-arabisch/palästinensische Konflikt und die Rezeption des jüdischen Nationalismus gehören zu den zentralen Elementen des Inter-Nationalismus, die Entstehung Israels verbindet diesen Staat und seine Bevölkerung mit Deutschland und dem Nationalsozialismus und — nicht zuletzt — bezieht sich die Diskussion über linken Antisemitismus primär auf das Verhältnis zu Israel.Google Scholar
  4. 4.
    Dieses von der Friedens- und Ökologiebewegung der 70er Jahre in die GRÜNEN eingebrachte dezidiert nicht-linke Selbstverständnis ist ein Grund für das Fehlen einer expliziten Auseinandersetzung mit den neuen sozialen Bewegungen der 70er Jahre. Darüber hinaus ist eine solche Auseinandersetzung im Rahmen der vorgegebenen Seitenzahl nicht sinnvoll zu leisten.Google Scholar
  5. 5.
    Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß die in den militanten Untergrund abgetauchten ‘Zerfallsprodukte’ der Studentenbewegung wie die Rote-Armee-Fraktion (RAF) und die Bewegung 2. Juni aufgrund ihres Sonderstatus und ihres zwangsläufig geringen Publikations-ausstosses keine Erwähnung finden.Google Scholar
  6. 6.
    Dem Anspruch auf Gesamtdarstellung des K-Gruppen-Spektrums wird durch die Beschäftigung mit den vier größten und bedeutendsten Organisationen entsprochen. Dabei handelt es sich um die 1968 entstandene Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML), die 1970 konstituierte Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), den 1971 gegründeten Kommunistischen Bund (KB) sowie den Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) von 1973.Google Scholar
  7. 7.
    Da sich in der Sprache selbst gedankliche Bahnen spiegeln, ist die Angleichung an die Rhetorik der K-Gruppen sinnvoll und notwendig, auch wenn dadurch der betreffende Arbeitsteil (vgl. II/Kap. 2.) leider zum Prüfstein für den Leser wird.Google Scholar
  8. 8.
    Ein deutliches Signal ist das verblüffende Ergebnis einer vom Berliner Zentrum fur Antisemitismusforschung vorgestellten Umfrage, nach der in den neuen Bundesländern die dort praktisch nicht vorhandenen Türken die verhassteste Bevölkerungsgruppe sind.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Andrea Ludwig

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