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Der private Lebenslauf: Einstellungen zu Normen und die Normalität von Entscheidungen

  • Heiner Meulemann
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Zusammenfassung

Der Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen führt nicht nur von der Schule in den Beruf, sondern auch vom Elternhaus zur eigenen Familie; nicht nur gute Abschlüsse, hohes Prestige und hohes Einkommen sind Erfolgskriterien für den Erwachsenen, sondern auch Partnerschaft und Elternschaft. In beiden Fällen fordert das Heranwachsen den Wechsel von vertrauten zu neuen sozialen Institutionen; in beiden Fällen soll der Heranwachsende soziale Erfolgskriterien erfüllen. Der erste Strang des Heranwachsens, der berufliche Lebenslauf, wurde in den letzten fünf Kapiteln betrachtet; der zweite Strang, der private Lebenslauf, soll Gegenstand der beiden folgenden Kapitel sein. Wie der berufliche soll auch der private zuerst — in diesem Kapitel — beschrieben und dann — im folgenden Kapitel — erklärt werden. Wie beim beruflichen soll auch beim privaten Lebenslauf der Beschreibung der Lebensläufe eine kurze Bestandsaufnahme der aktuellen Einstellungen vorangestellt werden.

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Literatur

  1. 1.
    Deshalb korrelieren auch die Wichtigkeiten von Partnerschaft und Elternschaft mit r=.53 nicht sehr hoch. Zwar sind alle übrigen Interkorrelationen der Wichtigkeit geringer, aber die sachliche Distanz zwischen den Bereichen ist ebenfalls größer.Google Scholar
  2. 2.
    Auch der Zeitpunkt des Kennenlernens des Partners, mit dem man zusammenlebt oder verheiratet ist, wurde erfragt, aber in die Analyse nicht aufgenommen. Der Beginn einer Freundschaft definiert keinen sozial sichtbaren Übergang. Er überschneidet sich zudem, anders als das Zusammenziehen, zeitlich häufig mit den beiden Übergängen der Lösung vom Elternhaus; wenn also das Kennenlernen in die Abfolge der privaten Übergängen einbezogen wird, wird die eindeutige Reihenfolge der Ereignisse zerstört. Die korrekte Betrachtung der beiden Stadien der Lösung vom Elternhaus aber erschien wichtiger als die Betrachtung eines zusätzlichen, sozial aber verschwommenen Status der Freundschaft. Durch den Verzicht auf das Stadium der Freundschaft heißt im folgenden Partnerschaft immer Partnerschaft in nichtehelicher Lebensgemeinschaft.Google Scholar
  3. 3.
    Dieser Abschnitt beruht auf der Arbeit von Birkelbach (1994), in der technische Details für die Bildung der Typologie ausführlich dargestellt sind. Ich danke dem Autor für die Erlaubnis, seine Arbeiten zu zitieren.Google Scholar
  4. 4.
    Abgesehen von den mit 0,6% marginalen Fällen einer Lebensgemeinschaft vor der aktuellen Partnerschaft.Google Scholar
  5. 5.
    Natürlich kann man auch die Partnerlosigkeit als Scheitern und als Alternative auffassen. In der gleichen Weise wie bei der Lebensgemeinschaft hätte man auch bei der Partnerlosigkeit den Heiratswunsch erfragen können. Aber die Frage hätte etwas anderes bedeutet: Da kein konkreter Partner da ist, impliziert eine positive Antwort nicht nur die Zustimmung zu Ehe, sondern auch den Wunsch nach einem Partner überhaupt. Aus diesem Grunde wurde die Filterführung des Fragebogens so aufgebaut, daß die Absicht weiterer Schritte nur erfragt wurde, wenn mindestens bis zur Partnerschaft vorangeschritten wurde. Die sachliche Frage aber bleibt, ob die Partnerlosigkeit angestrebt ist oder nicht; sie läßt sich nur nicht ohne weiteres in einer Fragebogen-Frage formulieren. Eben das aber ist Indiz für die Selbstverständlichkeit des Partnerwunsches und dafür, daß Partnerlosigkeit überwiegend als Scheitern empfunden wird.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Heiner Meulemann

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