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Die Geschichte einer privilegierten Jugend: Rückblick auf Einflüsse und Themen

  • Heiner Meulemann
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Zusammenfassung

Das vorliegende Buch folgt ehemaligen Gymnasiasten auf den Bahnen des beruflichen und privaten Normallebenslaufs zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr; es konstruiert aus vielen Lebensläufen die Geschichte einer — privilegierten — Jugend. In den vorausgehenden Kapiteln wurde jeder Schritt, jeder Lebenserfolg und jede Erfolgsdeutung, durch eine Vielzahl von Einflüssen erklärt. Einige wichtige Variablen beeinflussen jeden Schritt des Lebenslaufs; sie ziehen eine Spur, die stärker oder schwächer werden kann. In diesem abschließenden Kapitel soll daher erstens die Spur wichtiger Einflüsse nachgezogen werden. Aber jenseits der Ebene einzelner Einflüsse liegt das Thema des Lebenserfolgs, das alle Schritte regiert. Die einzelnen Schritte stehen nicht nur für sich, sondern sind Partikel des Lebenserfolgs. Jenseits der Spur der Einflüsse auf den Lebenslauf liegt die Kontinuität des Erfolgsthemas. In diesem abschließenden Kapitel soll daher zweitens das Thema resümiert werden, das die Kontinuität im Lebenslauf zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr bestimmt.

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Literatur

  1. 1.
    Hinzu kommt, daß ohne ein Studium der Berufseintritt früher und in aller Regel wohl noch ohne feste private Bindungen angetreten wird, so daß die Geschlechtstypik der Lebenspläne erst später als Orientierungspunkt beruflicher Entscheidungen zur Debatte steht.Google Scholar
  2. 2.
    Das belegt eine Elitenuntersuchung 1981, in der Frauen 2,8% der Elite, aber 23,4% einer Vergleichsgruppe von Erwerbspersonen ab 40 Jahren ausmachten (Hoffmann-Lange 1992: 122).Google Scholar
  3. 3.
    Erklärungen der Interaktionseffekte des Geschlechts sind ausführlich in Abschnitt 8.3.1.4 und 8.5.5 behandelt worden.Google Scholar
  4. 4.
    Das könnte im übrigen erklären, warum Frauen im ersten Berufsprestige nach dem Studium nicht nur nicht schlechter, sondern sogar — wenn auch nur leicht und ohne Signifikanz — besser sind als Männer.Google Scholar
  5. 5.
    Auch an dieser Stelle läßt sich die wohlfeile Diagnose der Individualisierung stellen. Der Wert jedes Verlaufsumstandes hängt ab von persönlichen Absichten und Plänen: Wenn das Studium gewollt durch eine Erwerbstätigkeit unterbrochen wird, kann das andere Folgen haben, als wenn die Unterbrechung durch unglückliche Ereignisse in der Herkunfts- oder der eigenen Familie erzwungen ist. Aber mit einer solchen Diagnose ist wenig gewonnen, solange keine allgemeinen Bedingungen für die Unterschiedlichkeit der persönlichen Bedingungen genannt werden.Google Scholar
  6. 6.
    Die religiöse Prägung wird als Konfessionszugehörigkeit und als Kirchgangshäufigkeit im 30. Lebensjahr erhoben. Nur die Konfessionszugehörigkeit kann als Herkunftsfaktor wie Status und Binnenmilieu des Elternhauses verstanden werden. Die Kirchgangshäufigkeit kann ebenfalls zu einem Teil von den Eltern vererbt worden sein; aber auch dann muß sie bis zum 30. Lebensjahr überlebt haben. Zum größeren Teil aber ist sie Entscheidung der Person.Google Scholar
  7. 7.
    Über Geschichte und Institutionen der Frauenbildung geben Dautzenroth 1971 und Zinnecker 1972 Überblicke.Google Scholar
  8. 8.
    In den USA zeigt ein Vergleich zwischen Geburtskohorten von 1881 bis 1955, daß nicht nur die Erwerbsbeteiligung von Frauen zunimmt, sondern sich auch im Lebensverlauf ändert: Die älteren Kohorten weisen einen frühen Gipfel der Erwerbstätigkeit auf, die mittleren einen frühen und einen späten, die jüngsten nur noch einen frühen. Die Erwerbstätigkeit der Frauen wird über den ganzen Lebenslauf zu einer Normalität, auch bei einer Elternschaft (Treiman 1985).Google Scholar
  9. 9.
    Die Lösung der Identitätsfindung von biographischen Übergängen zeigt sich nicht nur in unserer sozial privilegierten Gruppe, sondern auch im sozialen Querschnitt. Fragt man 1991 einen sozialen Querschnitt Heranwachsender zwischen dem 13. und 29. Lebensjahr, ob sie sich als Jugendlicher oder Erwachsener fühlen, so steigt in dieser Altersspanne zwar die Selbstdefinition als Erwachsener kontinuierlich von weniger als 5% auf mehr als 90% an; aber die Selbstdefinition als Erwachsener hängt, bei Kontrolle des Alters, nur noch geringfügig von den biographischen Übergängen ab. Nicht die Übergänge, sondern das Alter bestimmen die Selbstdefinition als Erwachsener. Der Begriff Erwachsener wird von den Heranwachsenden sehr viel seltener durch die Übergänge in Beruf und Familie als durch Werte der Persönlichkeit und der Reife definiert; und vom 13. bis zum 29. Lebensjahr geht die Definition des Erwachsenseins durch Übergänge zurück und die Definition durch Werte steigt an (Meulemann 1992b).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Heiner Meulemann

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