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Die Theaterkritik der Schaubühnen-Jahre

  • Gunther Nickel
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Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series

Zusammenfassung

Im Zeitalter des Siegeszugs der Naturwissenschaften und der Begründung der Soziologie und der Psychologie als den neuen akademischen Disziplinen verabschiedeten naturalistische Manifeste eine metaphysische Fundierung der Kunst und erklärten auch die Kunst zur Wissenschaft. Ganz gleich, ob man zu Conrad Alber-tis »Die zwölf Artikel des Realismus«, zu Wilhelm Bölsches »Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie« oder Arno Holz’ Programmschrift »Die Kunst — Ihr Wesen und ihre Gesetze« greift4 — ihnen gemeinsam ist, daß sie proklamieren, Kunst und Ästhetik nurmehr auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu betreiben. Konvergieren jedoch Kunst und Wissenschaft oder anders gesagt: besetzt Wissenschaft jene Bereiche, die Domäne der Kunst waren, steht das Existenzrecht der Kunst in Frage. Denn was vermag Kunst außer Unterhaltung dann noch mehr zu leisten als die Wissenschaften?

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Literatur

  1. 1.
    »Vom Wesen der Kritik«, Sb, 17.5.1906,1, 584–586, hier: 585.Google Scholar
  2. 2.
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  3. 3.
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  4. 4.
    Sämtliche nachgedruckt in: Brauneck/Müller 1987.Google Scholar
  5. 5.
    »Dramatischer Nachwuchs«, Sb, 7.9.1905, 6.Google Scholar
  6. 6.
  7. 7.
  8. 8.
    Vgl. Jacobsohn 1913, 70–107, hier 70 f.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. ebd., 106.Google Scholar
  10. 10.
    Die hier anhand der Kritiken Jacobsohns festgestellten ästhetischen Grundsätze hatten für alle Sb-Kritiker bis 1918 gleichermaßen Gültigkeit. Zu einigen von ihnen liegen theaterwissenschaftliche Untersuchungen vor, die, wenngleich zumeist in weniger analytischer als deskriptiver Form, diese Einschätzung stützen (zu Bab: Bab 1953 und 1959; zu Polgar: Kirnig 1950, Seidl 1951 und Fritsche 1964).Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Pflüger 1981, 111–115, hier: 113.Google Scholar
  12. 12.
    »Die Technik des Dramas«, Sb, 12.4.1906,1, 434–436, hier: 434.Google Scholar
  13. 13.
    Zur Allegorie in der Moderne vgl. Kap. 6.2.Google Scholar
  14. 14.
    Szondi 1978a, 17.Google Scholar
  15. 15.
    Lukács 1962 ff, Bd. 15,39.Google Scholar
  16. 16.
  17. 17.
    Szondi 1978a, 88.Google Scholar
  18. 18.
    Szondi 1978a, 69 f.Google Scholar
  19. 19.
    »Gespenster«, Sb, 25.5.1916,1, 502–506, hier: 504.Google Scholar
  20. 20.
  21. 21.
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  22. 22.
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  23. 23.
    »Der Kirschgarten«, Wb, 31.10.1918, II, 417–419, hier: 417.Google Scholar
  24. 24.
    Feuchtwanger dachte hier offensichtlich weniger an die Dramen als an die melancholisch-resignativen Romane und Erzählungen von Eduard Graf von KeyserlingGoogle Scholar
  25. 25.
    »Der Kirschgarten«, Wb, 24.8.1916, II, 175–182, hier: 181 f.Google Scholar
  26. 26.
    Szondi 1978a, 69 f.Google Scholar
  27. 27.
    Hegel 1970, Bd. 13, 253 ff.Google Scholar
  28. 28.
    Ebd., Bd. 15,558.Google Scholar
  29. 29.
  30. 30.
    »Hauptmanns Weg«, Sb, 9.3.1911,1, 253–255, hier: 253.Google Scholar
  31. 31.
    In den ersten zehn Jahren der Sb hat Jacobsohn Hauptmann noch als naturalistischen Dichter scharf kritisiert. »Vor Sonnenaufgang« erschien ihm z.B. »in seiner Tendenz zu deutlich, in seiner Kunstform zu primitiv« (»Nach Jahrzehnten«, Sb, 9.12.1909, II, 618–620, hier: 620). Und über »Die Ratten« urteilte er: »Hauptmanns Berliner Tragikomödie — wo man sie anfaßt, morsch in allen Gliedern! Sie ist nur gedacht, nicht gemacht« (»Die Ratten«, Sb, 19.1.1911, 60–62, hier: 60). 1916 eröffnete er dann aber eine erneute Besprechung der »Ratten« mit dem Satz »Kritik ist Selbstkritik« und bekannte: »[E]in unnaturalistisches Spiel schien uns Hauptmanns Vermögen zu übersteigen. Wem sich jetzt vor den >Ratten< die Kehle zuschnürt, der schämt sich seiner Kleingläubigkeit. Diese Menschen wandeln und schweben zugleich. Wir umfassen mit einem Blick ihren Menschenleib und ihren Astralleib« (»Die Ratten«, Sb, 28.12.1916, II, 608–612, hier: 608 und 610).Google Scholar
  32. 32.
    »Oedipus und die Sphinx«, Sb, 8.2.1906,1, 160–166, hier: 163.Google Scholar
  33. 33.
    Friedrich Schiller: Über naive und sentimentalische Dichtung; in: Schiller 1984, Bd. 5, 752 (Anm.).Google Scholar
  34. 34.
    »Oedipus und die Sphinx«, Sb, 8.2.1906,1, 160–166, hier: 162.Google Scholar
  35. 35.
    Ebd., 163 f.Google Scholar
  36. 36.
    »Nebensächlichkeiten«, Sb, 16.4.1908,1, 405–407.Google Scholar
  37. 37.
    »Sobeide, Sormaund Shaw«, Sb, 28.4.1910,1, 449–450.Google Scholar
  38. 38.
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  39. 39.
    »Der Schwierige«, Wb, 8.12.1921, II, 575–576, hier: 575.Google Scholar
  40. 40.
    »Schnitzler und Brahm«, Sb, 5.12.1912, II, 601–608, hier: 603. So auch in: »Professor Bern-hardi«, Wb, 8.3.1923,1, 275–277.Google Scholar
  41. 41.
    Szondi 1978a, 81.Google Scholar
  42. 42.
    »Premieren im Juli«, Sb, 11.6.1914,1, 608–613, hier: 609.Google Scholar
  43. 43.
    »Vertauschte Seelen«, Sb, 12.10.1911, II, 318–320, hier: 318.Google Scholar
  44. 44.
    Lukács 1962 ff, Bd. 15,529.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. Adorno 1970, 16.Google Scholar
  46. 46.
    Lukács 1962 ff, Bd. 16, 159.Google Scholar
  47. 47.
    Ebd., 160.Google Scholar
  48. 48.
    Ebd., 158 f.Google Scholar
  49. 49.
    Lukács 1962ff,Bd. 15,89.Google Scholar
  50. 50.
  51. 51.
    Ebd., 119.Google Scholar
  52. 52.
    Ebd., 120.Google Scholar
  53. 53.
    Ebd., 121.Google Scholar
  54. 54.
    Lukács 1971, 11.Google Scholar
  55. 55.
  56. 56.
  57. 57.
    Lukács 1962 ff, Bd. 15,132.Google Scholar
  58. 58.
    So bezeichnet sich Meinhard in seinem Aufsatz »Das Unrecht an Sudermann«, Wb, 27.11.1928, II, 824–825, hier: 824.Google Scholar
  59. 59.
    »Das Ende des Bühnendramas«, Wb, 12.2.1920,1, 213–215, hier: 214.Google Scholar
  60. 60.
    Lukács 1971,28.Google Scholar
  61. 61.
    »Wie vom Christ, so wünschte man endlich, vom Theater singen zu können: daß es erstanden ist aus der Verwesung Schoß. Aber dieweil der Schoß die Größe Deutschlands hat, muß wohl erst dieses neu geboren werden, um den Mutterboden für ein gesundes Theater zu bilden« (Siegfried Jacobsohn: Theater-Ostern?, Wb, 24.4.1919,1, 484).Google Scholar
  62. 62.
    »Schriftsteller und Kritiker«; in: Lukács 1962, Bd. 4, 411.Google Scholar
  63. 63.
    Ebd., 391.Google Scholar
  64. 64.
    Ebd., 410.Google Scholar
  65. 65.
    Ebd., 378.Google Scholar
  66. 66.
    Bemmann 1990, 224 f und 226 f.Google Scholar
  67. 67.
    Fritz J. Raddatz in: Tucholsky 1985a, 10 f.Google Scholar
  68. 68.
    Barthes 1981.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. Erken/Koebner 1971. Ein zusätzliches Problem ergibt sich dadurch, daß keine Aufführung mit der anderen volle Identität besitzt, zudem kaum eine vollständige Deckung von Regiekonzeption und deren Realisierung zu erzielen ist, so daß der Theaterkritiker in der Regel solche Differenzen fiktionalisierend einebnen muß (vgl. dazu Walter Hinck: Theaterkritik als Opposition; in: Hinck 1983, 34–46).Google Scholar
  70. 70.
    Vgl. Dovifat/Wilke 1976, Bd. 1, 81–85.Google Scholar
  71. 71.
    Eco 1972, 99.Google Scholar
  72. 72.
    Roland Barthes: Schriftsteller und Schreiber; in: Barthes 1981, 44–53, hier: 46.Google Scholar
  73. 73.
    Baumert 1928, 4.Google Scholar
  74. 74.
    Ebd., 4 f.Google Scholar
  75. 75.
    Mayer 1978,27.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Gunther Nickel

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