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Zusammenfassung

Alter und Altwerden ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Thema geworden. In allen Veröffentlichungen dazu wird die Tatsache betont, daß der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft kontinuierlich steigt. 1990 waren 20,4% der Bevölkerung über 60 Jahre. Dem stand ein Bevölkerungsanteil von 21,5% der unter 20jährigen gegenüber. Für das Jahr 2030 ist zu erwarten, daß der Anteil der über 60jährigen Bevölkerung auf 33,6%, also auf über ein Drittel der Gesamtbevölkerung, steigt, während derjenige der unter 20jährigen auf 16,8% sinkt (Höhn, 1995: 18). Die Diskussion über die prozentuale Zunahme der älteren Bevölkerung wird umso härter, je größer die Angst der jüngeren Generation vor den hohen Kosten wird, die die Versorgung der älteren Generation verursacht. Anders ausgedrückt: Der Wind weht schärfer gegen die Älteren. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben diese meist stumm, es sieht so aus, als beteiligten sie sich nicht an der Diskussion um ihr Schicksal, oder sie bekommen in der Öffentlichkeit keinen Raum für ihre Argumente und ihre Stellungnahmen. Die Zeiten, in denen die „jungen Alten“, d.h. diejenigen, die ihr Alter scheinbar ignorieren und sich wie Jugendliche geben, bewundert beschrieben wurden, sind vorbei.

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Literatur

  1. 1.
    Das Bild der Alten hat sich im Laufe der Geschichte häufig geändert. Es sei hier nur angemerkt, daß die Achtung vor alten Menschen und die Betonung der Würde des Alters erst in den letzten beiden Jahrhunderten in Europa aufkam, wohl auch im Zusammenhang mit der veränderten Einstellung gegenüber der Familie. Denn es sind vor allem die alten Eltern, die man verehrt hat, die man häufig im Kreise ihrer Enkel abgebildet hat (Borscheid, 1992: 41f.). Die meisten waren auch erst im 18. und 19. Jahrhundert mit dem Problem der drei Generationen konfrontiert. Vorher war es eher die Ausnahme, daß Großeltern, Eltern und Kinder überhaupt gemeinsam am Leben waren (Minnemann, 1995, Mittauer, 1984). Gründe für diese Veränderung waren die Senkung des Heiratsalters und die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

  • Antje Henckmann

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