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Warum sich Soziologie mit Technik beschäftigt

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Zusammenfassung

Die Produktion und der Gebrauch von Dingen begründen soziale Verhältnisse (vgl. Linde 1972, Sombart 1987). Das der Technik bei Herstellung und Konsum von Sachen und damit bei der Konstitution der Gesellschaft eine herausragende Bedeutung zufällt, ist mittlerweile in der Soziologie anerkannt, so z.B., wenn von der Industrie- oder Arbeitsgesellschaft (vgl. Popitz/Bahrdt 1957, Kern/Schumann 1973), der Dienstleistungsgesellschaft (vgl. Fourastie 1967) oder der nachindustriellen Gesellschaft (vgl. Bell 1979b) die Rede ist. Neuere Gesellschaftsdiagnosen rekurrieren weniger offensichtlich auf die formierende Kraft der Technik, setzen technischen Fortschritt aber nichtsdestotrotz voraus. Erinnert sei z.B. an die Informations- oder Wissensgesellschaft (vgl. Steinmüller 1993, Kreibich 1986), die Risikogesellschaft (vgl. Douglas/Wildavsky 1983, Beck 1986), die Erlebnis- oder Multioptionsgesellschaft (vgl. Schulze 1995, Gross 1994) oder die Mediengesellschaft (vgl. McLuhan 1968, Munch 1991). Schließlich basieren Utopien zukünftiger nachhaltiger oder autoloser Gesellschaften auf der vollständigen Ausschöpfung der ‚guten‘ Technik-Potenziale. Die Jugendlichen von heute interessiert dieser akademische Diskurs kaum; sie nutzen vielmehr die bestehenden technischen Offerten und bauen diese, wie das Buch zu zeigen versucht, auf neuartige Weise in ihren Alltag ein. Die Cyber-, Chip-, Internet- oder SMS-Generation, wie die derzeitige Jugend abwechselnd apostrophiert wird, legt mit ihren Nutzungsweisen die Grundlagen für neuartige Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

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© Leske + Budrich, Opladen 2003

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