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Liebe und Arbeit — Zur (Neu)ordnung der Geschlechterverhältnisse in europäischen Wohlfahrtsregimen

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Zusammenfassung

Männer lassen nicht notwendigerweise lieben (so der Titel eines Bestsellers in den 80er Jahren1) und Frauen haben immer schon gearbeitet, auch wenn die traditionellen Geschlechterbilder seit dem 19. Jahrhundert — nicht nur in Europa — den Frauen die Liebe und den Männern die Arbeit zuordnen. Diese Sichtweise wurde vor allem von Frauenseite durch Kritik an der gesellschaftlichen Stellung von „Hausarbeit“ und das Bewusstmachen privat und beruflich von Frauen geleisteter „Beziehungsarbeit“ gehörig durcheinandergewirbelt (Rerrich 2000). Eher offen geblieben ist dagegen der Stellenwert der Liebe zwischen den Geschlechtern angesichts des Vorrangs von Debatten über Ungleichheiten und Gewalt (Bruckner 2001).

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

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