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Umweltökonomische und -politische Aspekte der Abfallwirtschaft

  • Wulf Damkowski
  • Günter Elsholz
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Zusammenfassung

Der Tatbestand der Kuppelproduktion bildet einerseits die Grundlage zum Verständnis der Umweltprobleme und andererseits wuchs mit zunehmendem Bewußtsein der Umweltzerstörung die Fähigkeit, diesen Prozeß präzise zu erfassen und ihn als universell zu verstehen.

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Anmerkungen zu Kapitel 2

  1. 1.
    Autoren, die betonen, daß es den Produzenten und Konsumenten weniger auf die Güter selbst, sondern mehr auf die Dienste oder Leistungen ankommt, die ihnen die Güter gewähren, unterscheiden entsprechend in services und disservices („like killing fish ..., reducing public health ... etc.“) von Kuppelprodukten (vgl. Kneese, A.V. u.a., 1970: 7).Google Scholar
  2. 2.
    Karl Marx (1961: 122) erwähnt, daß in London die „Exkremente der Konsumtion mit ungeheuren Kosten zur Verpestung der Themse“ gebraucht würden, was er als Verschwendung von Dünger betrachtet.Google Scholar
  3. 3.
    W. Krelle, der in der 2. Auflage seiner 823 Seiten starken „Theorie des wirtschaftlichen Wachstums“ (1985, 1988) auf die Abfallproblematik überhaupt nicht eingeht und der „Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts“ 10 Seiten Text widmet, sieht in den „Umweltproblemen“ kein wesentliches Hemmnis für die weitere Wirtschaftsentwicklung (vgl. 238). Die These von der zunehmenden Unordnung in der Natur durch steigende Entropie weist er mit dem Argument zurück, die Wirtschaft sei Teil der „Kultur“ und der Kulturfortschritt stehe für zunehmende Ordnung und damit abnehmende Entropie (vgl. 369).Google Scholar
  4. 4.
    Der „umweltschonende Strukturwandel“ (Härtel, H.-H., 1987: 129), der in dem verstärkten Import emissionsintensiver Güter, d.h. in der Verlagerung solcher Produktionen ins Ausland, besteht (Beispiel: Papier- und Zell Stoffindustrie), muß angesichts der internationalen Beweglichkeit der Schadstoffe als fragwürdige Form der „Schonung“ angesehen werden.Google Scholar
  5. 5.
    Bei W.J. Baumol u.a. (1977: 45ff.) finden sich tabellarische Auflistungen der wichtigsten Luftverschmutzer (Staubteilchen, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoff, Stickoxid, Kohlenmonoxid, photochemische Oxidentien, Sulfate und Blei) und ausgewählter toxischer Substanzen (Arsen, Asbest, Barium, Beryllium, Cadmium, Chlor, Chrom, Fluoride, Quecksilber, Nickel, Pestizide, chlorierte Kohlenwasserstoffe, organische Phosphate, Carbonate, Herbizide, Fungizide, Nitrosamine, polychlorierte Biphenyle, Venylchlorid, Sulfide, radioaktive Substanzen, Kepone), jeweils erläutert hinsichtlich der Haupteigenschaften und -quellen sowie der gesundheitsschädigenden Wirkungen.Google Scholar
  6. 6.
    Der angenommene ertragsgesetzliche Verlauf der Produktionsfunktion, also die konkave Produktionsfunktion, impliziert nach Siebert bei Gültigkeit des Gesetzes von der Erhaltung der Masse eine konvexe Emissionsfunktion (vgl. Siebert, H. 1978: 32).Google Scholar
  7. 7.
    Nach D. Meadows u.a. (1972: 59ff.) „scheint praktisch jeder Schadstoff, dessen Konzentration eine gewisse Zeit gemessen wurde, exponentiell zuzunehmen“. Das zum Beleg angeführte Beispiel der Zunahme radioaktiver Abfälle ist auch aus der Sicht gegenwärtiger Prognosen nicht falsch (vgl. Kapitel 3.2.2.3).Google Scholar
  8. 8.
    Eine neuere Hypothese zur Ursache des Waldsterbens besagt, daß die Substanz Trichloressigsäure, die beim Abbau der in beachtlicher Konzentration in der Umwelt vorhandenen Chlorkohlenwasserstoffe entstehen kann, und die in Unkrautvernichtungsmitteln vorkommt, am Waldsterben beteiligt sei. Diese Substanz wurde in Waldböden und bei zunehmendem Alter der Fichten in wachsender Konzentration in Fichtennadeln nachgewiesen. Die genaue Herkunft der Trichloressigsäure ist vorerst jedoch so wenig geklärt, wie ihre Wirkung auf Nadel- und Laubbäume (vgl. FAZ vom 24.8.1988).Google Scholar
  9. 9.
    Die von R. Pethig (1979: 35) vorgeschlagene Definition für ökologisches Gleichgewicht („wenn die Emissionen gerade so groß sind, daß die durch sie verursachte Umweltbelastungsvergrößerung genau durch den Abbau der Umweltbelastung kompensiert wird, den die Assimulationsfähigkeit der Umwelt bewirkt“) müßte danach so interpretiert werden, daß die Trägerfunktion durch Emissionen nur soweit belastet werden darf, wie die volle Funktionsfähigkeit der Regelungsfunktion dadurch nicht tangiert wird.Google Scholar
  10. 10.
    Geht man davon aus, daß es sich bei dem Kuppelprodukt Gut 2 um feste Abfalle handelt, die durch Abfallverbrennung in ein Gut 3 (Verbrennungsrückstände), und durch Abgasreinigung in ein Gut 4 (Filterasche von Abfallverbrennungsanlagen) verwandelt würden, so bedürfte es hier der Produktion eines Gutes 5 (endlagerfähig gemachte Filterrückstände).Google Scholar
  11. 11.
    Es wird zu dem Zweck angenommen: ertragsgesetzlicher Verlauf der „Beseitigungsfunktion“ und mithin steigende Grenzkosten bei zunehmender Emissionsminderung sowie progressiv zunehmende Grenzschäden bei steigenden Emissionen (vgl. Siebert, H. 1978: 41).Google Scholar
  12. 12.
    Im Generalplan Abfallentsorgung des Landes Schleswig-Holstein (1987: 61) heißt es z.B. an einer Stelle: „Eine nicht zu bezifferende Anzahl von Ablagerungen wird unter Heranziehung von auf altem Herkommen beruhenden Rechten mit der Begründung der Besitzstandswahrung geduldet. “Google Scholar
  13. 13.
    Je mehr Wirtschaftseinheiten die Abgabe zahlen, desto ökologisch ineffektiver ist die gewählte Abgabenhöhe. Im Gegensatz zur Grenzwertlösung, wo bei Einhalten der Grenzwerte ein Anreiz zur weiteren Emissionsreduktion fehlt, böte eine auf Schadstoffmengen bezogene Abgabe solange Anreize zur Schadstoffvermeidung, wie überhaupt noch Emissionen stattfinden.Google Scholar
  14. 14.
    Wicke, L. (1986: 219f.) erwähnt dieses Beispiel mit dem Hinweis, der Staat könne auf die Inkraftsetzung einer solchen Vorschrift verzichten, solange die ,abfallintensiven’ Branchen freiwillig „Vermeidungs- und Verwertungserfolge“ in Höhe „von fünf Prozent nachweisen“ könnten, wobei noch eine interne Kompensation möglich sein sollte. Er geht jedoch nicht darauf ein, ob es eine reale Chance für ein solches Verhalten der Industrie gäbe.Google Scholar
  15. 15.
    Umgekehrt kann es umweltpolitisch geboten sein, bestehende Normen (z.B. DIN-Normen) und andere Regeln der Technik daraufhin zu überprüfen, ob sie Wiederverwertungsprodukte gegenüber Primärprodukten diskriminieren, ohne daß die an das Produkt gestellten Anforderungen für den Einsatzzweck erforderlich sind (vgl. Sutter, H. 1987: 122).Google Scholar
  16. 16.
    Anzumerken bleibt hier, daß die ökologische Effektivität der Abwasserabgabe, wenn sie denn gegeben ist, sich auf die in den von Direkteinleitern betriebenen Kläranlagen zurückgehaltenen Schadstoffe bezieht, also nicht auf generell vermiedene Emissionen.Google Scholar
  17. 17.
    Auf Meßprobleme solcher Art läßt die Tatsache schließen, daß für die Abfalle in der Bundesrepublik insgesamt kaum Erkenntnisse über Schadstoffgehalte vorliegen (vgl. Kapitel 3.1.3.2).Google Scholar
  18. 18.
    Ähnlich recyclingfreundlich wäre eine Einheitssteuer (input-Abgabe) auf alle jungfräulichen Materialien, die für Produktions- und Konsumzwecke verwendet werden (vgl. Miedema A.K. 1985: 253f.). Auf diese Weise können Sekundärmaterialien, wie z.B. die durch Kunststoff-Pyrolyse gewinnbaren Energie-Rohstoffe Öl und Gas, zu wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Bedingungen in Recycling-Verfahren wiedergewonnen werden. Das gilt verstärkt, wenn gleichzeitig die Kosten für die herkömmliche Art der Kunststoffabfall „beseitigung“ — etwa durch erhöhte Sicherheitsanforderungen an die Abfallbehandlungsverfahren — ansteigen.Google Scholar
  19. 19.
    Die Mehrfachbenutzung von Materialien (z.B. Getränkebehältern) läßt sich überdies durch Pfand- und Zwangspfand-Systeme fördern. 19 Die Schwierigkeiten der diesem Vorschlag zugrundeliegenden permanenten Volumenmessungen in allen Haushalten werden verdeutlicht, wenn aus dem Bericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Überprüfung der Hamburger Stadtreinigung (Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, 1986: 65f.) hervorgeht, daß das Hamburger Abfallvolumen jahrelang fehlerhaft gemessen worden ist.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Wulf Damkowski
  • Günter Elsholz

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