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Chancen und Risiken anthropozentrischer Produktionssysteme als Herausforderung an ihre Gestaltung

  • Volker Eichener
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Part of the Schriften des Institut Arbeit und Technik book series (INSTAT, volume 2)

Zusammenfassung

Anthropozentrische Produktionssysteme sind keineswegs eine neue Erfindung. Eine Gruppenfabrikation, die viele Züge des modernen Modells der Fertigungsinsel trug, ist bereits 1919/20 in der deutschen Automobilindustrie praktiziert worden (Böhrs 1977)1. Im Jahr 1955 führte das Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft die Produktivitätsvorteile des seinerzeit wirtschaftsstärksten Landes, nämlich der USA, auf Gruppenarbeit und Führungsmethoden, die heute als “lean management“ firmieren, zurück und empfahl diese Konzepte auch den deutschen Unternehmen (RKW 1958). Das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppe, das den heute diskutierten Formen der Gruppenarbeit zugrundeliegt, ist in den 60er Jahren vor allem in Norwegen und Schweden systematisch eingesetzt und erforscht worden (Lattmann 1972, Berggren 1988) — übrigens in etwa zeitgleich mit der Einführung von Kleingruppenaktivitäten in japanischen Unternehmen (Yahata 1987).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

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  • Volker Eichener

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