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Gewollt und Durchgesetzt

Die SPD-Fraktion im Spiegelbild der Bürgerschaftsprotokolle
  • Klaus Wedemeier
Part of the Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der Parteien in Bremen book series (BZGDPUDPIB, volume 1)

Zusammenfassung

Es ist eine politisch stürmische Zeit in Deutschland, die Zeit um die Jahrhundertwende. In der Mitte des Jahres 1899 wird dem Reichstag die sogenannte „Zuchthausvorlage“ zugeleitet. Nach ihr sollen alle Versuche, bei Streiks Arbeitswillige an der Arbeit zu hindern, mit Gefängnis, in einigen Fällen sogar mit Zuchthaus bestraft werden. Die Sozialdemokratie protestiert in vielen Versammlungen gegen den Gesetzentwurf, mit dem das Koalitionsrecht aufgehoben werden soll. Die „Kölnische Abendzeitung“ weist im Juli des gleichen Jahres auf das Anwachsen der sozialdemokratischen Abgeordnetenzahl in den Landtagen und Gemeinderäten hin. So habe zum Beispiel Sachsen in 333 Gemeinden 809 sozialdemokratische Vertreter aufzuweisen. In drei Gemeinden besitze die Sozialdemokratie gar die Mehrheit. Auf dem Parteitag der SPD im Oktober entbrennt ein heftiger Streit zwischen Radikalen und Revisionisten. Man einigt sich schließlich auf eine von August Bebel ausgearbeitete Resolution, nach der die bisherige Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft der Partei keine Veranlassung geben kann, ihre Taktik noch ihren Namen zu ändern, das heißt, aus der sozialdemokratischen Partei eine demokratische Reformpartei zu machen. Die Partei stehe nach wie vor auf dem Boden des Klassenkampfes. Sie weise jeden Versuch entschieden zurück, der darauf hinausgehe, ihre Stellung gegenüber der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung und den bürgerlichen Parteien zu verschleiern oder zu verrücken.2

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© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1983

Authors and Affiliations

  • Klaus Wedemeier

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