Advertisement

Lokalisierung des Ansatzes

  • Ute Müller-Giebeler

Zusammenfassung

Wenn man über Pädagogik sprechen will, muß man zuerst den gesellschaftlichen Rahmen beschreiben, in dem Pädagogik stattfindet. Wenn man Kritik üben und Vorschläge machen will, muß man den Ansatzpunkt innerhalb dieses Rahmens markieren, von dem ausgehend sich diese Vorschläge entwickeln lassen. Deshalb soll hier zunächst der Satz eingeführt werden: Die fortgeschrittene Industriegesellschaft ist eine multikulturelle Gesellschaft. Dieser Satz ist für die hier anzustellenden Überlegungen zur Pädagogik der ausschlaggebende Teil der zugrundeliegenden Gesellschaftstheorie. Bestimmte Phänomene im Feld kirchliche Jugendarbeit gewinnen interessante und bedenkenswerte Konturen, wenn man die fortgeschrittene Industriegesellschaft als eine strukturell multikulturelle Gesellschaft auffaßt. Deshalb soll diese Auffassung hier zunächst plausibel gemacht und soweit entwickelt werden, daß deutlich wird, daß das nicht nur für die sogenannte Ausländerforschung oder Ausländerpädagogik von Bedeutung ist, sondern auch für viele andere gesellschaftliche Bereiche. Besonders auch für jede Form von Pädagogik ist diese Einsicht äußerst relevant. Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Diese Feststellung, so banal sie inzwischen zu sein scheint, ist doch in ihrer Bedeutung für viele Bereiche des Alltagsleben noch nicht richtig begriffen. Weder die in den jeweiligen Bereichen agierenden natürlichen Gesellschaftsmitglieder, noch die sozialwissenschaftlichen Diskurse, die diese Bereiche des Alltagslebens thematisieren, haben sich auf die volle Bedeutung dieses Satzes eingelassen. Das gilt beispielsweise für weite Bereiche der Pädagogik. Es geht in dieser Arbeit darum, diesen Tatbestand zunächst aufzuzeigen — am Beispiel eines bestimmten pädagogischen Handlungsfeldes, der kirchlichen Jugendbildungsarbeit — und dann darüber nachzudenken, was es für die pädagogische Praxis in diesem Feld und möglicherweise auch in anderen pädagogischen Handlungsbereichen bedeuten könnte, würde die multikulturelle Realität von den Pädagoginnen in ihrer Praxis konsequent ernst genommen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Ute Müller-Giebeler

There are no affiliations available

Personalised recommendations