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Kontinuität von Emotionen im Lebensverlauf

  • Antonia Sauermann
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Zusammenfassung

Wenn ein Kind geboren wird und beim ersten „Antrittsbesuch“ die Verwandtschaft zusammenkommt, beginnt das Suchen und Raten nach bekannten Gesichtszügen und Merkmalen. Am neuen Erdenbürger müssen doch irgendwelche typischen Kennzeichen zu finden sein, die ihn als Mitglied dieser Familie auszeichnen. Das kleine Menschenkind soll möglichst Besonderheiten von beiden Familien — der Mutter und des Vaters — aufweisen. Wie in der äußeren Erscheinung wird später bei den Charakterzügen nach bekannten Eigenschaften gesucht, die die Kontinuität der Sippe bestätigen — das Energische hat sie von der Großmutter, die Großzügigkeit vom Vater, während die Sensibilität und Empfindsamkeit eher in der mütterlichen Linie zu suchen sind usw. Häufig stellen Eltern fest, daß ihr Kind schon in den ersten Lebensjahren bestimmte Wesenszüge zeigte oder „immer schon“ in einer bestimmten Weise reagiert hat. Dieses „Typische“ an einem Menschen kennzeichnet ja gerade diese Person als Individuum, der Mensch bleibt bis ins hohe Alter hinein als spezifische Persönlichkeit erkennbar. Selbst wenn man jemanden viele Jahre nicht mehr gesehen hat und sich Gesichtszüge und Gestalt verändert haben, sind es oft die Gesten, die Art und Weise sich auszudrücken, die besondere Ausstrahlung oder die individuelle Art, auf den anderen zuzugehen etc., die ein Wiedererkennen möglich machen. Auch im Rückblick auf das eigene Leben fallen meistens Linien ins Auge, die sich über die Jahre hinweg bis ins Alter durchziehen.

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Copyright information

© Leske +Budrich, Opladen 1995

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  • Antonia Sauermann

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