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Graphematik

  • Christa Dürscheid
Part of the Studienbücher zur Linguistik book series (STZL, volume 8)

Zusammenfassung

Jede alphabetisch verschriftete Sprache weist auf der untersten Komplexitätsstufe zwei Beschreibungsebenen auf: die Phonem- und die Graphemebene. Diese Grundebenen werden in zwei Teildisziplinen der Sprachwissenschaft untersucht, in der Phonologie und in der Graphematik (auch: Graphemik). An dieser Stelle sei zunächst eine vorläufige Definition beider Disziplinen gegeben:

Gegenstand der Phonologie sind die Grundeinheiten des Lautsystems und die Regeln zu ihrer Verknüpfung, Gegenstand der Graphematik sind die Grundeinheiten des Schriftsystems und die Regeln zu ihrer Verknüpfung.

Eine Bedeutung kommt den Grundeinheiten der, Phonem- und Graphemebene nicht zu. Sie haben,nur einebedeutungsunterseheidende keine bedeutungstragende Funktion. Darin liegt der Unterschied zu den sprachlichen Einheiten auf mohnlscher, lexikalischer und syntaktischer Ebene. So weist der Anlaut des Wortes Haus, das Phonem /h/, nur eine Ausdruckseite auf Mit der Form ist eine bestimmte Funktion verbunden, nicht aber ein Inhalt. Dies gilt ebenso für den ersten Buchstaben des Wortes Haus, für das Graphem <h>. Wie in Kap. 2 gezeigt wurde, ist dies in einer logographischen Schrift wie dem Chinesischen anders. Die chinesischen Hanzi stellen eine Verbindung von Inhalts- und Ausdrucksseite her. Sie sind bilateral (vgl. zur Unterscheidung von Unilateralität und Bilateralität Nerius/Schamhorst 1980 und Nerius et al. 2000).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Christa Dürscheid
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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