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Sozio- und Psychogenese der Ehe

  • Stefanie Ernst

Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Kennzeichnung der Ehe unterliegt, ebenso wie der untersuchte Machtbegriff, problematischen Implikationen. Indem dieser spezifischen Form der Geschlechterbeziehung eine implizite Wesenhaftigkeit unterstellt wird, erschwert sich der Zugriff auf die Weite des Ehebegriffes. Die Stillstellung der Ehe im sozialen System erübrigt jede kritische Hinterfragung und kann alternative Formen sozialer Beziehungen nur als ‘widernatürliche’ und ‘anomische’ Erscheinungen begreifen. Die Ehe ist zwar soziologisch nicht amorph, sondern “als Figuration von Menschen genauso polymorph (…) wie Gesellschaften überhaupt, und genauso strukturiert” (Elias 1985: VII). Der Rezipient hat jedoch “gesellschaftliche() Bewertungen und moralische() Urteile” (C.Mühlfeld 1982: 9) zu überwinden, um eine distanzierte Betrachtung über diese bestimmte Lebensform zu gewinnen. Mühlfeld expliziert das Problem, sich mit einer alltäglichen und selbstverständlich erscheinenden Einrichtung wie die der Ehe wissenschaftlich auseinanderzusetzen:

“Die Annäherung an den Gegenstandsbereich durch eine sozialwissenschaftliche Fachdisziplin wird (...) oft zu einer Begegnung mit Ge- und Verbotstafeln, die Zonen der alleinigen Zuständigkeit je nach Weltanschauung oder wissenschaftlichem Standort markieren sollen” (Mühlfeld 1982: 9).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Stefanie Ernst

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