Advertisement

Suffizienz und Distinktion: Schulze und Bourdieu im Dialog

  • Uwe H. Bittlingmayer

Zusammenfassung

Erwartungsgemäß ist gegen die Studie von Schulze eingewandt worden, daß sie in dem Moment ihres Erscheinens bereits als veraltet gelten kann, weil mit der Rückkehr der Knappheiten in den 90er Jahren die Erlebnisgesellschaft mit der für sie zentralen Enthierarchisierungs- und Entvertikalisierungsthese auf ihren Erhebungszeitraum Mitte der 80er Jahre verwiesen zu bleiben scheint. (Vgl. u.a. H.-P. Müller 1993: 780) So konstatiert Peter Alheit, daß „allenfalls notorische Zyniker mit diesem Deutschland [der 90er Jahre; U.H.B.J die Assoziation Erlebnisgesellschaft verbinden (...).“ (Alheit 1995: 91) Dieser Ansicht nähert sich im übrigen Schulze selbst an, (vgl. Schulze 1995; Funke/Schroer 1998: 114) während Müller-Schneider mit dem Durchbruch der Erlebnisorientierung einen so tiefgreifenden Wandel vermutet, daß selbst erneute Knappheitssituationen nicht das Verschwinden der Erlebnisgesellschaft anzeigen. (Vgl. Müller-Schneider 1998a: 138; vgl. auch Lechner 1998)

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 102.
    Interessant sind in diesem Zusammenhang die Studien von Michael Hartmann, der in verschiedenen Veröffentlichungen darauf hingewiesen, daß die Segmente, aus denen sich die Topmanager der deutschen Wirtschaft rekrutieren, nicht nur weit überproportional im obersten Bereich der Gesellschaftsstruktur angesiedelt sind, sondern daß sich die Tendenz sogar weiter zugunsten dieser Segmente verschoben hat. „Die soziale Rekrutierung der Topmanager ist durch den Ge-nerationenwechsel in den 70ern deutlich exklusiver geworden (...). (...) Die Chancen des Nachwuchses aus den breiten Mittelschichten oder gar der Arbeiterschaft, in Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft zu gelangen, haben sich in diesem Zeitraum [seit den 70er Jahren; U.H.B.] gravierend verschlechtert, d.h. den in anderen führenden westlichen Industrienationen üblichen Prozentsätzen angepaßt.“ (Hartmann 1996: 59, 61)Google Scholar
  2. 104.
    Insofern liegt Müller-Schneider richtig, wenn er die Erlebnisorientierung nicht nur in Zeiten des Überflusses für aktuell hält. (Vgl. Müller-Schneider 1998a) Die Interpretation Müller-Schneiders einer damit zusammenhängenden zunehmenden Handlungssouveränität der sozialen Akteure ist — wie gezeigt — schlicht falsch.Google Scholar
  3. 105.
    Schnierer entwirft in diesem Zusammenhang die These, daß die beobachtete Erlebnisorientierung in spätmodernen Gesellschaften vor allem eine Ventilfunktion übernimmt, die für die Verlierer um den Kampf aussichtsreicher Positionen die Situation subjektiv entschärft. Vgl. Schnierer 1996: 80–81)Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Uwe H. Bittlingmayer

There are no affiliations available

Personalised recommendations