Advertisement

Stimmungsbilder nach der Wiedervereinigung

  • Wolfgang Bandilla
Chapter
  • 91 Downloads
Part of the ZUMA-Publikationen book series (ZUMA)

Zusammenfassung

Mit dem überraschenden Zusammenbruch von Staat und Gesellschaft der DDR und der schon kurz nach Öffnung der Mauer vollzogenen (Wieder-)Vereinigung sind sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland tiefgreifende Veränderungsprozesse in Gang gesetzt worden. Relativ schnell wurde dabei deutlich, daß die von Teilen der Politik geweckten Erwartungen auf eine schnelle Angleichung der ostdeutschen Lebensbedingungen an das Westniveau kurzfristig nicht einzulösen sind. Die Gründe hierfür liegen teilweise in einer Überschätzung des Zustandes und der Leistungsfähigkeit der DDR-Wirtschaft. Diese vorwiegend auf Unkenntnis beruhende Fehleinschätzung ist symptomatisch für die gegenwärtige Gesamtsituation. Mehr als vier Jahrzehnte waren die Bevölkerungen der alten Bundesrepublik und der ehemaligen DDR voneinander fast völlig isoliert, und das Denken über die andere Seite war weitgehend durch über die Medien vermittelte Stereotype geprägt, die zudem aufgrund der Zugehörigkeit beider Staaten zu verfeindeten Militärblöcken überwiegend negativ eingefärbt waren (Dönhoff 1993: 7). Differenzierte Kenntnisse über die Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Strukturen im jeweils anderen Teil waren somit — zumindest bis Ende 1989 — in weiten Kreisen der Bevölkerungen nicht vorhanden.

Literatur

  1. Braun, M./Mohler, P.Ph., 1991: Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS): Rückblick und Ausblick in die neunziger Jahre, in: ZUMA-Nachrichten 29: 7–29.Google Scholar
  2. Braun, M./Nowossadeck, S., 1992: Einstellungen zur Familie und zur Rolle der Frau, in: P.Ph. Mohler/W. Bandilla (Hg.), Blickpunkt Gesellschaft 2. Einstellungen und Verhalten der Bundesbürger in Ost und West, Opladen.Google Scholar
  3. Dönhoff, M., et al., 1992: Ein Manifest. Weil das Land sich ändern muß, Reinbek.Google Scholar
  4. Dönhoff, M., 1993: Vorwort, in: M. Dönhoff, et al. (Hg.), Ein Manifest II. Weil das Land Versöhnung braucht, Reinbek.Google Scholar
  5. Habich, R./Noll, H.-H., 1992: Einstellungen zur Arbeit und Arbeitszufriedenheit, in: Statistisches Bundesamt (Hg.), Datenreport 1992, Bonn.Google Scholar
  6. Kepplinger, H.M. (in Zusammenarbeit mit P. Eps/F. Esser/D. Gattwinkel), 1993: Am Pranger: Der Fall Späth und der Fall Stolpe, in: W. Donsbach, et al. (Hg.), Beziehungsspiele — Medien und Politik in der öffentlichen Diskussion: Fallstudien und Analysen, Gütersloh.Google Scholar
  7. Kühl, J., 1993: Arbeitslosigkeit in der vereinigten Bundesrepublik Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 35/93.Google Scholar
  8. Müller, I., 1989: Furchtbare Juristen. Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz, München.Google Scholar
  9. Noelle-Neumann, E., 1991: Demoskopische Geschichtskunde, Zürich.Google Scholar
  10. Noll, H.-H., 1992: Zur Legitimität sozialer Ungleichheit in Deutschland: Subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen, in: P.Ph. Mohler/W. Bandilla (Hg.), Blickpunkt Gesellschaft 2. Einstellungen und Verhalten der Bundesbürger in Ost und West, Opladen.Google Scholar
  11. Rüther, G., 1993: Politische Bildung und politische Kultur im vereinigten Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 34/93.Google Scholar
  12. Schorlemmer, F., 1993: Versöhnung heißt nicht „Schwamm drüber“, in: M. Dönhoff, et al. (Hg.), Ein Manifest II. Weil das Land Versöhnung braucht, Reinbek.Google Scholar
  13. Trometer, R., 1992: Wähler und ihre Parteien, in: P.Ph. Mohler/W. Bandilla (Hg.), Blickpunkt Gesellschaft 2. Einstellungen und Verhalten der Bundesbürger in Ost und West, Opladen.Google Scholar
  14. Westle, B., 1992: Unterstützung des politischen Systems des vereinten Deutschland, in: P.Ph. Mohler/W. Bandilla (Hg.), Blickpunkt Gesellschaft 2. Einstellungen und Verhalten der Bundesbürger in Ost und West, Opladen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Bandilla

There are no affiliations available

Personalised recommendations