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Die handlungstheoretische Perspektive

  • Horst Holzer
Part of the WV studium book series (WVST, volume 172)

Zusammenfassung

Trotz der Hartnäckigkeit, mit der viele Wirkungsforscher ihren spezifischen Griff nach der Massenkommunikation verteidigen, werden schon früh grundsätzliche Einwände gegen die medien-zentristischen Ausrichtung und die verhaltenstheoretische Basis der Wirkungsforschung vorgebracht. Bereits 1959 wird gefordert, die Frage „What do the media do to people?“ zu ersetzen durch die Frage „What do people do with the media?“ (Katz 1959, S. 2). Man könnte das als die Geburtsstunde der publikumszentrierten Perspektive in der Massenkommunikationsforschung bezeichnen (Renckstorf 1989, S. 318; Renckstorf/Wester 1992, S. 177 ff.).

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Referenzen

  1. 7.
    Übersetzung: H. H.Google Scholar
  2. 8.
    Hervorhebung: H. H.Google Scholar
  3. 9.
    Beispiele für solche handlungsbestimmenden Faktoren sind: natürliche Ressourcen, sozial-morphologische Faktoren, materielle Artefakte, ererbte Symbolsysteme (Peters 1993, S. 249 ff.) — aber auch spezifische, jeder sozialen Praxis vorausgesetzte Sprech-, Denk-und Handlungsregeln: „universalgrammatische Regeln“, „Regeln des logischen Schließens“ und „universalpragmatische Regeln“ (Oevermann 1986, S. 29).Google Scholar
  4. 10.
    An dieser Einschätzung ändert sich auch nichts, wenn man im Hinblick auf die Beziehung ‚Rezipient/Massenmedium’ statt von Interaktion von „para-sozialer Interaktion“ spricht (Teichert 1973, S. 367 und ff.).Google Scholar
  5. 11.
    Das in Bachmair/Thüne-Schoenbom (1984) beschriebene und im Rahmen einer Grundschule realisierte Projekt erstreckte sich über mehrere Vormittage und bestand aus verschiedenen, in den Unterricht einer Klasse integrierten Spielsituationen. In diesen Situationen sollten sich die Kinder im Rahmen eines gemeinsamen, aber auch in Gruppen aufteilbaren Spiels mit dem Thema ‚Weltraumreise ‘beschäftigen. Das Thema ergab sich einerseits aus Diskussionen in verschiedenen Unterrichtsfächern und drängte sich andererseits dadurch auf, daß die Kinder von einer Femsehserie (Captain Future) angetan waren. Die Kinder sollten un das, was sie zum Thema ‚Weltraum ‘wußten — sei es aus den Unterrichtsfächern, sei es aus Freizeitaktivitäten, sei es aus der Femsehserie —, in die Spielsituationen einbringen. Von entscheidendem Interesse für Bachmair und seine Forschungsgruppe war dabei, herauszufinden, wie die Kinder mit einem Fernsehprogramm umgehen; in welchem Verhältnis der Programminhalt zu ihrem alltäglichen Gefühlen, Orientierungen und Kenntnissen steht; welche Wirkung Form und Inhalt des Programms auf sie haben; wie sie das, was sie in solche Spielsituationen einbringen, mithilfe erinnerter medialer Inhalte und (Erzähl-)Formen artikulieren; wie sich — vermittelt über die Benutzung solcher erinnerter Medienihalte und-formen — ihre Bedürfnisse, Themen und Perspektiven ausdrücken.Google Scholar
  6. 12.
    Ähnliche Funktionen sind auch andernorts ermittelt worden: siehe die Diskussion in Lull (1980, S. 197 ff.), in der die „strukturellen Bedingungen, die das Femsehen schafft“ (Umgebungsfimktion: Herstellung von geselligem Beisammensein, Regelungsfunktion: Strukturierung von Zeitabläufen), von den „beziehungsgestaltenden Verwendungsmöglichkeiten des Femsehens“ (Gesprächsförderung, Kontaktbereitschant/-vermeidung, Soziales Lernen, Kompetenzerwerb, Autoritätsausübung) unterschieden werden.Google Scholar
  7. 13.
    Noch ein Hinweis zum Thema ‚Ethnomethodologie‘. Im Anschluß an die Beschreibung von Ethnomethodologie durch Harold Garfinkel ist für Charlton und Neumann-Braun die Grundfrage einer ethnomethodologisch orientierten Medienforschung: „Wie können Menschen Medien dazu benutzen, um sich selbst besser verstehen zu lernen, um den anderen anzuzeigen, welche Sicht von der Welt sie haben, um das soziale Miteinander zu interpretieren und zu regeln?“ (Charlton/Neumann-Braun 1992, S. 56)Google Scholar
  8. 14.
    Zur Forschungsgruppe gehören M. Barth, H. Benzinger, B. Braun, U. Dörfler, U. Müßinger, W. Orlik, A. Pohrt, R. Rapp, B. Siegrist, R. Stich.Google Scholar
  9. 15.
    In die mehrjährigen Einzelfall-Beobachtungen wurden sechs 4-bis 6jährige Kinder einbezogen und 110 sogenannte ‚Nutzungsereignisse ‘(-Umgang der Kinder mit einem Medienangebot) analysiert.Google Scholar
  10. 16.
    Vgl. die Dimensionen ‚Handlungskoordination‘: Herstellen eines gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus, Dialogsteuerung, Erhalt bzw. Aufbau familialer Rollenverteilungen; ‚Macht-und Selbstbehauptung‘: Ausüben von sozialem Druck, Beweisen von Kompetenz oder Überlegenheit, Kontrollieren und Beeinflussen der Gruppenstimmung; ‚Affektive Beziehungsgestaltung‘: sich selbst mit Bezug auf Medien mitteilen, sich mit Mediengeschichten versorgen/verwöhnen zu lassen, Herstellen von emotionaler Gemeinsamkeit übereinen Medienbezug, Herstellen von körperlicher Nähe (Charlton/Neumann-Braun 1992, S. 92)Google Scholar
  11. 17.
    Vgl. die Erstveröffentlichung des Untersuchungsmaterials in: Charlton/Neu-mann-Braun 1986, S. 1 ff.Google Scholar
  12. 18.
    Vgl. das sehr illustrative und informative Beispiel in: Neumann-Braun/Charl-ton 1987, S. 268 ff.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Horst Holzer

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