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Die Ausgangsposition: Kritik an den Axiomen der Wirkungsforschung

  • Horst Holzer
Part of the WV studium book series (WVST, volume 172)

Zusammenfassung

Die hier behandelten Theorien der Medienkommunikation eint bei aller Ver- und Unterschiedenheit eines: die Frontstellung zur Wirkungsforschung und zu deren Versuch, Massenkommunikation „in naturwissenschaftlichen Termini als ein durch Wirkungsgesetze zu beschreibendes Naturgeschehen“ zu fassen (Charlton/Neumann-Braun 1992, S. 31). Obwohl handlungs- ‚ system- und gesellschaftstheoretische Medienkonzeptionen zur Zeit intensiv diskutiert werden, ist die Zahl der Kommunikati-onswissenschaftlerlnnen nach wie vor erheblich, die sich den Axiomen der Wirkungsforschung verpflichtet weiß. Für sie stellt demgemäß Massenkommunikation einen linearen Reiz-Reaktions-Prozeß dar, nach dem Medienbotschaften gesetzmäßig spezifische Verhaltensreaktionen auf Seiten der Adressaten bewirken. Gestützt wird dieses Festhalten am Stimulus/Respon-se-Schema offensichtlich durch die Neigung der Kommunikati-onswissenschaftlerlnnen, sich an dem — als vorbildlich akzeptierten — Standard naturwissenschaftlichen Vorgehens zu orientieren: Wie ein Naturvorgang wird auch medienbewirktes Verhalten dadurch erklärt, daß es unter raum-zeitlich allgemeine (Kausal-) Gesetzmäßigkeiten subsumiert wird, die seine Beschaffenheit ‚bewirken‘.3

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Referenzen

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    Damit ist nicht gemeint, daß die Handelnden stets einem „expliziten, vorab gefaßten Handlungsplan“ folgen; unterstellt wird allerdings, daß die Handelnden im ‚Problemfall ‘imstande sind, solche Gründe zumindest in „nachträglicher Reflexion“ zu benennen (Peters 1993, S. 84 f.).Google Scholar
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Horst Holzer

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