Advertisement

Ethische Aspekte demokratischer Streitkultur

  • Bernhard Sutor

Zusammenfassung

Politik und Moral, Ethik und Theorie des Politischen traten in der Vergangenheit und treten auch heute oft weit auseinander. Auch wenn Ansprüche und Praxis einer »Sondermoral« für Politik gerade in unserem Jahrhundert nachdrücklich ad absurdum geführt wurden, ist doch hinsichtlich der Moral des politischen Handelns die Skepsis unter den Bürgern weit verbreitet. Dabei dienen häufig insbesondere die Erscheinungsformen politischen Streites zur Begründung solcher Skepsis. In den Sozialwissenschaften trifft man vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen über Wertfreiheit in Fragen politischer Ethik weithin auf eine schulterzuckende Interesseoder Ratlosigkeit, trotz mancher Gegenbewegungen gerade in den letzten Jahren. Die mir gestellte Aufgabe ist deshalb methodisch nicht leicht lösbar, wenn man sich nicht begnügen will mit der Sammlung wohlfeiler Forderungen an politisch Streitende, sie möchten fair, respektvoll, tolerant miteinander umgehen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Vgl. Otfried Hoffe, Ethik und Politik. Grundmodelle und -problème der praktischen Philosophie, Frankfurt 1979Google Scholar
  2. 1a.
    Werner Becker/Willy Oelmüller (Hrsg.), Politik und Moral. Entmoralisierung des Politischen?, Paderborn 1987.Google Scholar
  3. 2.
    Vgl. Otfried Hoffe, Politische Gerechtigkeit. Grundlegung einer kritischen Philosophie von Recht und Staat, Frankfurt 1987.Google Scholar
  4. 3.
    Vgl. Otfried Höffe, Sittlich-politische Diskurse, Frankfurt 1981, S. 23ff.Google Scholar
  5. 4.
    Der hier nur angedeutete Grundgedanke einer historisch-politischen Anthropologie ist breiter entfaltet in: Bernhard Sutor, Neue Grundlegung politischer Bildung, Bd. 1: Politikbegriff und politische Anthropologie, Paderborn 1984.Google Scholar
  6. 5.
    Näheres hierzu in: Gerhard Göhler (Hrsg.), Grundfragen der Theorie politischer Institutionen. Forschungsstand — Probleme — Perspektiven, Opladen 1987.Google Scholar
  7. 6.
    Vgl. Jürgen Habermas, Theorie und Praxis. Sozialphilosophische Studien, Frankfurt 1971.Google Scholar
  8. 7.
    BVerfGE 5; 85, 197.Google Scholar
  9. 8.
    Vgl. Walter L. Bühl, Theorien sozialer Konflikte, Darmstadt 1976.Google Scholar
  10. 9.
    Vgl. Georg Simmel, Der Streit; in: Walter L. Bühl (Hrsg.), Konflikt und Konfliktstrategie. Ansätze zu einer soziologischen Konflikttheorie, München 1972, S. 65ff.Google Scholar
  11. 10.
    Vgl. Ralf Dahrendorf, Gesellschaft und Freiheit. Zur soziologischen Analyse der Gegenwart, München 1961; dort besonders die beiden Beiträge S. 112 ff. und S. 197 ff.Google Scholar
  12. 11.
    Dieser Gedanke ist näher ausgeführt bei Bernhard Sutor, Institutionenlehre und politische Ethik, in: Manfred Mols u. a. (Hrsg.), Normative und institutionelle Ordnungsprobleme des modernen Staates. Festschrift für Manfred Hättich, Paderborn 1990, im Erscheinen.Google Scholar
  13. 12.
    Vgl. Carl Schmitt, Verfassungslehre, Berlin 19705, hier besonders S. 319.Google Scholar
  14. 13.
    Vgl. Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Neuwied 19694.Google Scholar
  15. 14.
    Ein knapper Grundriß dieser Kritik bei Wolfgang Jäger, Öffentlichkeit und Parlamentarismus. Eine Kritik an Jürgen Habermas, Stuttgart 1973; dort auch die weitere Literatur.Google Scholar
  16. 15.
    Zur Pluralismus-Diskussion vgl. Heinrich Oberreuter (Hrsg.), Pluralismus, Leverkusen 1980Google Scholar
  17. 15a.
    Winfried Steffani (Hrsg.), Pluralistische Demokratie. Studien zur Theorie und Praxis, Opladen 1980.Google Scholar
  18. 15b.
    Zum Neokorporatismus vgl. Ulrich von Alemann (Hrsg.), Neokorporatismus, Frankfurt 1981.Google Scholar
  19. 16.
    Diese Unterscheidungen sind entwickelt bei Manfred Hättich, Das Konsensproblem in der Demokratie; in: hrsg. von der Akademie für politische Bildung, Tutzing, Konflikt und Integration IL Perspektiven des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland (Akademiebeiträge zur Lehrerbildung, Bd. 2), München 1978, S. 77ff.Google Scholar
  20. 17.
    Die Redewendung vom »kommunikativen Dissens« ist mir mehrfach auf Tagungen der Akademie für politische Bildung, Tutzing, begegnet, ohne daß ich den Autor nennen könnte.Google Scholar
  21. 18.
    Die Orientierung des neuzeitlichen Verfassungsstaates an den Zielwerten Friede, Freiheit, Gerechtigkeit im Laufe seiner geschichtlichen Entwicklung ist dargestellt bei Martin Kriele, Einführung in die Staatslehre. Die geschichtlichen Legitimitätsgrundlagen des demokratischen Verfassungsstaates, Opladen 19812, hier S. 12f.Google Scholar
  22. 19.
    Vgl. Ralf Dahrendorf, Gesellschaft und Demokratie in Deutschland, München 1965, hier S. 327ff.Google Scholar
  23. 20.
    Vgl. Josef Pieper, Traktat über die Klugheit, München 19494.Google Scholar
  24. 21.
    Vgl. Josef Pieper, Über die Gerechtigkeit, München 19542.Google Scholar
  25. 22.
    Dazu ausführlicher Hans Buchheim, Die Ethik der Macht; in: Institut der Deutschen Wirtschaft (Hrsg.), Wirtschaftliche Entwicklungslinien und gesellschaftlicher Wandel. Festschrift für Burghard Freudenfeld, Köln 1983, S. 44ff.Google Scholar
  26. 23.
    Zum Gesamtkomplex »Bürgerlicher Ungehorsam« vgl. Peter Glotz (Hrsg.), Ziviler Ungehorsam im Rechtsstaat, Frankfurt 1983Google Scholar
  27. 23a.
    Heinrich Oberreuter (Hrsg.), Wahrheit statt Mehrheit? An den Grenzen der parlamentarischen Demokratie, München 1986.Google Scholar
  28. 24.
    Vgl. Josef Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit, München 19515.Google Scholar
  29. 25.
    Vgl. Josef Pieper, Zucht und Maß, München 1947.Google Scholar
  30. 26.
    Vgl. Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien, unveränderter Nachdruck, Berlin 1979; zur Kritik an Schmitt vgl. Hans Buchheim, Theorie der Politik, München-Wien 1981, hier S. 101 ff.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Bernhard Sutor

There are no affiliations available

Personalised recommendations