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Grundsätzliche Thesen zur Energiepolitik

  • Hans K. Schneider

Zusammenfassung

Die energiepolitische Diskussion in unserem Lande leidet unter schwerwiegenden Mängeln, die verhindern, daß ein die Sache klärender Austausch von Argumenten zustandekommt. Hervorzuheben ist zum einen der immer wieder anzutreffende Etikettenschwindel: Die in einem marktwirtschaftlichen System durchaus legitimen wirtschaftlichen Interessen der Produzenten (Unternehmen, Arbeitnehmer) eines Energiebereichs werden von diesen nicht offen zur Diskussion gestellt, sondern in den höheren Rang des »aus volkswirtschaftlicher Sicht« Unverzichtbaren erhoben. Die Enthüllung als schieres Produzenteninteresse fällt nicht immer leicht, aber sie ist grundsätzlich möglich. Schwerer wiegt, daß die energiepolitische Auseinandersetzung zum anderen durch Argumentationen belastet wird, die im Ideologischen wurzeln, aber ebenfalls nicht als solche zu erkennen gegeben werden. In den letzten beiden Jahrzehnten scheint der Energiebereich der bevorzugte Tummelplatz der verschiedenen ideologischen Positionen geworden zu sein. Etwas so Wichtiges wie die Versorgung mit Energie und — damit zusammenhängend — der Schutz der natürlichen Umwelt dürfe nicht dem ökologisch, politisch, sozial und sonstwie blinden Marktgeschehen überantwortet werden, deshalb müsse der Staat ständig lenkend eingreifen. Die ideologisch vorgeprägten Diskussionsbeiträge tragen viel zum energiepolitischen Kriegsgeschrei bei, aber sie helfen nur wenig bei der sachlichen Klärung und Lösung der schwierigen Energie- und Umweltprobleme unserer Zeit.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. K. H. Hansmeyer/Hans K.Schneider, Umweltpolitik. Ihre Fortentwicklung unter marktsteuernden Aspekten, Göttingen 1990.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Hans K. Schneider

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